Artikel geschrieben am: 18.04.09
Beady Belle, 18.4.2009, Bix, ca. 230 Besucher
Eine gewisse Kühle wird skandinavischer Musik nachgesagt. Die norwegische Club-Combo Beady Belle jedoch findet völlig entspannt in ihr mit Spannung erwartetes Konzert. Warm und weich klingt das, locker hingetuscht wie ein leuchtendes Aquarell. Bass und Schlagzeug bilden das leichte, schwingende und doch grundsolide Fundament, Gitarrenklänge, gelegentlich mit einem Country-Touch und angereichert mit Flageoletts, gleiten schwerelos durch den Raum, der Keyboarder fächert die Harmonien auf und begleitet mit sicherem Geschmack. Da greift Beate Lech zum Mikrophon und singt. Die dunkle warme Stimme scheint Lockstoffe zu enthalten und verströmt eine geheimnisvolle Sinnlichkeit. Über dem sanft rollenden Rhythmus der Band entfaltet sie sich vom zärtlichen Flüsterton bis zu kraftvoller, vor Lebenslust schier berstender Expressivität. Die Vokalistin mit den braunen Locken erwartet im Juli ihr zweites Kind und sprüht vor Lebensfreude, temperamentvoll und quecksilbrig bewegt sie sich auf der Bühne, lacht ihren Musikern zu, spornt sie an und freut sich wie ein ausgelassenes Kind. Sie singt ganz ungekünstelt, sie phrasiert sauber und intoniert klar. Im Singen hat Beate Lech die ihre eigene Ausdrucksweise gefunden. Deshalb wirkt sie authentisch, deshalb steckt ihre Lebenslust an.
Stilistisch bewegen sich das Quartett und die Sängerin zwischen akustischem und elektronischem Pop mit intelligenten englischen Texten, mal Ambient, mal Drum ‚n Bass, mal funky, doch stets total relaxt.
Mitunter wenn der Mann an den Tasten einen schräger spielt oder wenn die Vokalistin scattet, bekommt die Sache ein paar jazzige Stacheln. So eine kleine Widerborstigkeit schadet dieser ansonsten geschmeidig dahin gleitenden Musik nicht. Im Gegenteil, so bleibt sie spannend. Doch schon bald fließt sie wieder warm und rund, und die Menschen lächeln im prall gefüllten Bix. Man fühlt sich wohl. Von skandinavischer Kälte keine Spur.
Thomas Staiber
~ Thomas Staiber
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