Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Wagenhallen frimfram krill)

28. November 2006
ACHTUNG: Der Elektrominibarklingelton findet ab sofort nicht mehr in den Wagenhallen statt. Weiter geht es mit dem EMBKT am 31.Oktober im BIX. 
Auszüge aus: Der neue Ton, Stuttgart 2006
Das Don-ners-tags-kar-tell (n) Das Donnerstagskartell hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Donnerstagabende in den -> Wagenhallen musikalisch zu gestalten. Es bedient sich dabei eines Gemischs der unterschiedlichsten Stilrichtungen, denen nur eines gemeinsam ist: die kompromisslose Suche nach musikalischen Auswegen aus der Langeweile der etablierten Gegenwartskultur, die ungeteilte Bewunderung des musikalischen Wirkens der Teilnehmer untereinander und die völlige Verweigerung einer Festlegung eines einheitlichen oder gar benennbaren Stils. Die Mitglieder des Donnerstagskartells versuchen, die Vorteile eines Monopols zu erreichen, ohne ihre musikalische und künstlerische Autonomie aufzugeben. Dabei bleiben sie eigenständig, unterwerfen aber bestimmte Handlungsmöglichkeiten den Absprachen des Kartells. Typischerweise handelt es sich dabei um die Terminplanung; es gibt aber auch andere Absprachen im Donnerstagskartell, zum Beispiel gelegentliche gemeinsame Auftritte. Dabei arbeiten die Musiker mit allen nur denkbaren Mitteln - sowohl im harmonischen als auch im enharmonischen Rahmen - , die ihnen in zur Verfügung stehen. Sie scheuen nicht einmal davor zurück, über Zwischendominanten zu gehen, wenn es ihren Zielen zu nutzen scheint. Unter -> Kartellzwang versteht man in diesem Zusammenhang die Pflicht, immer donnerstags Punkt 21:30 Uhr in den Wagenhallen zu erscheinen.
Die Wa-gen-hal-len (f) Wagenhallen, in der Tangohalle, Innerer Nordbahnhof 1, 70191 Stuttgart. Anfahrt U5,6,7 bis Eckartshaldenweg, rechts neben dem Bahndamm Treppe runter. http://www.wagenhallen.de/anfahrt.htm Mit dem Hubschrauber: 48º47′57.10′’N, 9º11′7,58′’E
Der Elektro-mini-bar-klingel-ton (m, auch: EMBKT) Der Elektrominibarklingelton ist eine Improvisationskonzertreihe, bei der der Einsatz von Computern und digitalen Klangerzeugern im Mittelpunk steht. Ausgehend von der Beobachtung, dass der Computer nach wie vor nur selten im Sinne eines traditionellen Instruments eingesetzt wird, soll er beim Elektrominibarklingelton aus seinem Nischenleben als Produktionspferd, Abspielsklave oder Frickelkiste für autistische Nerds in einsamen Nachtschichten herausgerissen werden. Er muss jetzt Solostimmen spielen, sich zur freien Improvisation einsetzen lassen und sich in ein Orchester aus anderen digitalen Klangerzeugern und traditionellen Instrumenten einreihen. Beim Elektrominibarklingelton werden im monatlichen Rhythmus Musiker und Programmierer aus allen Sparten von Electronica, Pop über Jazz zu Klassik und neuer Musik eingeladen, um in wechselnden Besetzungen dem Begriff Echtzeit-Klangsynthese eine neue Dimension zu geben. Die Reihe wird geleitet von Jörg Koch und Matthias Schneider-Hollek.
Netzer (Eigenname) Mit viel Spielfeude übersetzt NETZER elektronische Musik in eine mit Jazz angereicherte Live-Sprache. Ähnlich unkonventionell wie die eigenmächtige Einwechslung ihres Namenspatrons, verbindet das Gitarrentrio Improvisation und Interaktion mit der Ästhetik zeitgemäßer DJ Kultur, NuJazz, House & Post-Rock-Galore! Und das ist gut so! Bei Netzers Heimspielserie kommen interessante Trainingsgäste zum Einsatz.
Jazz-beats and re-lated noises (englisch) Jazzbeats and related noises - das ist das Motto, unter dem die beiden Stuttgarter Musiker Torsten Krill (Jazzpreisträger BW 2006) und Carsten Netz gemeinsam einen Donnerstag im Monat im Rahmen des Donnerstagskartells in den Wagenhallen gestalten werden. Improvisierte Musik für Menschen mit offenen Ohren und der dazugehörenden Einstellung, stilübergreifend, ohne Brett vorm Hirn. Eine risiko- und experimentierfreudige Expedition durch einen Musik-Dschungel aus Ambient-Krautrock-Dub, Jazzbeats und Free-Polka, Trip Hop’n'Roll und dem ganzen Drumherum, voller Energie, aber mit viel Platz für entspannende Lauschoasen. Die beteiligten Musiker kommen aus dem Umfeld des Stuttgarter Labels ”frimfram” und der Band ”Gomo Park” und sorgen schon seit vielen Jahren immer wieder für überraschende Kreuz- und Querschläge in der süddeutschen Musikszene.
new-ears (englisch, Eigenname) Inspirieren ließ sich die flexible Formation newears von John Cage, auf dessen Ausspruch “Happy New Ears” auch der Name zurückgreift. Die Konzerte von newears überwinden die Stereotypen E- und U-Musik; zentral ist dabei die Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Experimentieren mit Tanz, Film oder Literatur lässt das Ensemble immer wieder neu entstehen. Verschiedene Stilrichtungen verzahnen sich zu faszinierenden Räumen und spannungsvollen Momenten. newears, das ist ein Zusammenschluss hochkarätiger Musikerinnen und Musiker mit Erfahrung auf den Konzertpodien aller Welt. Die künstlerischen Abenteuerreisen mit newears im Rahmen des Donnerstagskartells werden geleitet von Tatjana Ruhland und Dirk Altmann

~ Thomas Staiber

Deko Füller
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