Artikel geschrieben am: 01.01.70
--- (Datei: Pork Pie)
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Pork Pie In den Mittsiebzigern galt Jasper van’t Hofs Formation Pork Pie als Europas Antwort auf den US-Jazzrock. 1974 veröffentlichte Pork Pie das Album Transitory (MPS). Die Frontleute der Band – Charlie Mariano am Saxofon, Philip Catherine an der Gitarre und Jasper van’t Hof an den Keyboards – kamen 1979 noch einmal zusammen, um Sleep My Love (CMP) aufzunehmen, eines der schönsten Alben der Musikgeschichte. Für eine Generation von Jazzmusikern und Jazzfans wurde dieses spezielle Trio (ohne Bass und Drums) zu einer grundlegenden Erfahrung. Kennezeichnend für den Pork Pie fusion der 70ziger Jahre waren die funky electronic sounds von van’t Hof’s keyboard, Mariano’s komplexe Jazzimprovisationen, seine asiatisch geprägten Ambient Einflüsse, gemischt mit Catherine’s rocking Guitarsounds.
Nun – beinahe 30 Jahre später – planten die drei sich wieder auf der Bühne zu treffen; leider nun ohne den erkrankten Charlie Mariano. Niemandem tut dies mehr Leid als Charlie Mariano selbst, dessen Leben die Musik ist. Mit über 80 Jahren hat er Jahr für Jahr hunderte von Konzerten in den verschiedensten Besetzungen gespielt. Und wieder öffnet ihre warme, gesangliche Musik Fenster in eine Welt der Emotionen und Melodien: ein absolutes Highlight des europäischen Jazz. Als Special Guest haben Jasper van’t Hof und Philip Catherine den jungen belgischen Geiger Alexandre Cavalière, der in seiner Heimat schon als Star gefeiert wird, eingeladen.
Jasper van ‘t Hof (geboren am 30 Juni, 1947 in Enschede, Overijssel) ist einer der aktivsten Jazzmusiker der Europäischen Szene. In 1969, war er Mitglied in Schlagzeuger Pierre Courbois’ früher Europäischer Rockjazz Band Association P.C. (mit Gitarrist Toto Blanke). Im Piano Conclave Projekt spielte er untern andern mit George Gruntz, Joachim Kühn, Wolfgang Dauner und Keith Jarrett. Weiter Bands sind Eyeball (mit Saxofonist Bob Malach und Violinist Zbigniew Seifert), seine Band Face To Face (mit dem Dänisch Bassisten Bo Stief und Saxofonist Ernie Watts), sowie seine Crossover Combo Pili Pili (featuring die Afrikanische Sängerin Angelique Kidjo). Im Laufe seiner musikalischen Reise war dieser Niederländische Pianist Van ‘t Hof auch am Keyboard für Archie Shepp und viele andere.
"80 Prozent von ASSOCIATION P. C. war Elektronik", erinnert sich JASPER VAN'T HOF, und folgerichtig fand man ihn bald in der ersten Reihe derjenigen Jazzer, die die durch elektronisches Instrumentarium neugeschaffenen Klangmöglichkeiten voll ausloteten; nun in einer eigenen, mit Charlie Mariano und Philip Catherine gegründeten Formation, die er - in Anspielung auf eine alte Lester Young-Nummer - PORK PIE nannte.Es entstanden zwei vorzügliche Alben, deren zweites, TRANSISTORY, des Weggefährten Peter Trunk gedenkt; durch den frühen Tod dieses hervorragenden deutschen Bassisten hatte die Jazzszene im allgemeinen und - wie am legendären, unter VAN'T HOFS Mitwirkung entstandenen Album SINCERELY P. T. klar wird - die junge Jazz-Rock Bewegung insbesondere einen genialen Mitstreiter verloren. Durchaus auch in der Nachfolge dieses Musikers stand PORK PIE für ein Konzept, in dem sich die technisch- künstlerische Virtuosität des Jazz mit der dynamischen Extrovertiertheit der Rockmusik verband.
Goodbye Pork Pie Hat
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Goodbye Pork Pie Hat ist eine Jazzkomposition von Charles Mingus.
"Goodbye Pork Pie Hat" - mit dem Untertitel Theme for Lester Young - gehört zu den bekanntesten Kompositionen des US-amerikanischen Bandleaders, Bassisten und Komponisten und zu den schönsten Balladen, die zu Ehren eines Musikers geschrieben wurden.[1] Mingus schuf sie unmittelbar unter dem Eindruck der Todesnachricht des von ihm verehrten Tenorsaxophonisten Lester Young (1909-1959). Der Titel nimmt Bezug auf dessen bevorzugte Kopfbedeckung, ein kreissägeähnliches Hutmodell mit dem exotischen Namen Pork Pie Hat (Pork Pie sind die meist runden Schweinepastetchen in Blätterteig), die er zu jeder Gelegenheit trug.[2]
Der Titel wurde von Charles Mingus erstmals auf seiner Columbia-LP Mingus Ah Um von 1959 eingespielt. In ausgedehnter und weiterentwickelter Form wurde aus der Komposition 1964 mit Eric Dolphy das Stück So long Eric mit einem anderen Thema, das regelmäßig auf der Europa-Tournee im April dieses Jahres aufgeführt wurde. 1977 schuf Mingus eine Fassung von Good Bye Porkpie Hat, die das Gefühl des Fusionjazz aufnimmt. Es wurde nach Mingus´ Tod schnell zu einem viel gespielten Jazzstandard, von Musikern, die sich auf Charles Mingus beziehen. Morton und Cook merken kritisch an, dass wohl nur jeder Zehnte, der Goodbye Pork Pie Hat pfeifen könne, etwas zur Musik Lester Young sagen könne.[3] So wird es mittlerweile eher mit Mingus als mit Lester Young in Verbindung gebracht. Zusätzliche Popularität erfuhr Goodbye Pork Pie Hat durch Aufnahmen des Pianisten und Bandleaders Gil Evans, der die Komposition verschiedene Male in den 1980er Jahren mit seinem Monday Night Orchestra aufnahm.
Es handelt sich um eine Jazzkomposition, die jedoch um 1970 auch die Popmusik beeinflusste: Jenseits des Jazz wurde sie von Gruppen wie Pentangle oder East of Eden und später auch von Joni Mitchell eingespielt. Weitere Aufnahmen aus dem Jazzgenre existieren von Carla Bley, Anthony Braxton, Gary Burton & Ralph Towner, Larry Coryell, Oliver Lake, Horace Parlan, Jay Clayton, Jeff Beck, Stanley Clarke, Bill Mays & Ray Drummond, John McLaughlin, George Mraz, Mark Murphy, Tony Reedus Aki Takase, Andy Summers sowie den deutschen Musikern Peter Herbolzheimer und Klaus Doldinger.
~ Thomas Staiber