Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Oscar Peterson)

Oscar Peterson
Der kanadische Pianist und Komponist Oscar Emmanuel Peterson zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten des modernen Jazz-Mainstreams. Am 15. August 1925 als viertes von fünf Kindern karibischer Einwanderer in Montreal geboren, machte er seine ersten musikalischen Erfahrungen am Klavier im Alter von fünf Jahren. Aufgrund einer Tuberkulose-Erkrankung musste er das ursprünglich favorisierte Kornett zur Seite legen und konzentrierte sich, vom ehrgeizigen Vater massiv unterstützt, auf das Piano. Peterson entwickelte schnell eine individuelle Spieltechnik, die das Rhythmusgefühl von Teddy Wilson mit der Geläufigkeit Art Tatums, den Harmonisierungen Erroll Garners und dem swingenden Feeling des frühen Bebops verband. Er ignorierte konsequent die üblichen Fingersätze und passte die Abläufe am Klavier systematisch an seine eigenen motorischen Fertigkeiten an, wobei ihm sein absolutes Gehör dabei half, einen individuellen Zugang zur improvisierenden Musik zu finden. Mit 14 Jahren gewann Peterson einen lokalen Wettbewerb, konnte daraufhin regelmäßig im Radio auftreten und wurde von verschiedenen lokalen Orchestern engagiert. Von 1947 an hatte er einen Job mit eigenem Trio in der "Alberta Lounge" von Montreal, was es ihm ermöglichte, kontinuierlich an seinem Stil zu feilen.
Den internationalen Durchbruch schaffte Oscar Peterson im September 1949, als er im Rahmen der "Jazz At The Philharmonic"-Konzerte (JATP) des umtriebigen Impressarios Norman Granz in der New Yorker Carnegie Hall auftrat und nach diesem spektakulären Debüt Angebote von allen Seiten bekam. Er wurde zu einem der Stars der JATP-Reihe und reiste mit dem Musikertross von 1950 an regelmäßig durch die Welt. Peterson spielte in diesen Jahren unter anderem mit Billie Holiday, Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Roy Eldridge, Lester Young, Ben Webster, Lionel Hampton, und begann darüber hinaus eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Bassisten Ray Brown. Zu seinen eigenen Formationen gehörte zunächst ein Trio mit Brown und wechselnden Gitarristen wie Barney Kessel und Herb Ellis, später dann mit den Schlagzeugern Ed Thigpen, Louis Hayes und Bobby Durham. Zu den wichtigsten Alben dieser Jahre zählt die Blues-Sammlung "Night Train" vom Dezember 1962 mit Brown und Thigpen, die sich zu einer seiner erfolgreichsten Aufnahmen entwickelte. So brillant er als Live-Künstler war, so wenig Glück hatte Peterson zunächst mit seinen Plattenaufnahmen. Das von Granz gegründete Label "Verve" hatte aus Finanznöten an der Großkonzern MGM verkauft werden müsse, der sich jedoch wenig um die konsequente Vermarktung der Produkte kümmerte. Durch die deutsche Firma MPS entstanden Ende der Sechziger einige wegweisende Einspielungen wie die Zusammenstellung "Exclusively For My Friends" (1968), von 1973 an war Peterson wieder für Granz und dessen neues Label Pablo aktiv. Er traf auf Musiker wie den dänischen Bassisten Niels Henning Ørsted-Pedersen und den Gitarristen Joe Pass, die beide über Jahre hinweg zu seinen wichtigsten musikalischen Partnern in verschiedenen Konstellationen wurden. Es entstanden wichtige und ungewöhnliche Alben wie die Bearbeitung von Gershwins "Porgy & Bess" (1976) für Gitarre und Clavichord oder auch "Nigerian Marketplace" (1981), mit der Peterson seinen afrikanischen Wurzeln auf der Spur war. Die achtziger Jahre waren auf der einen Seite von zahlreichen Preisen und Ehrungen wie der Wahl in die Hall of Fame 1984 der Szenezeitschrift Down Beat geprägt, und brachten Peterson auf den anderen Seite mit All-Star-Tourneen weiterhin in die großen Konzertsäle der Hochkultur. Anfang der Neunziger zwang ihn ein Schlaganfall, seine Technik komplett zu überarbeiten und eines seiner Markenzeichen, die rasanten Unisono-Läufe beider Hände, aufzugeben. Dafür wurden seine Kompositionen lyrischer und die Rückkehr auf die Bühne mit dem eigenen Quartett 1993/4 wurde weltweit euphorisch gefeiert. Oscar Peterson bekam 1993 als erster Jazzmusiker den renommierten Glenn-Gould-Preis verleihen und konnte um die Jahrtausendwende 16 Ehrendoktor-Würden, acht "Hall of Fame"-Ernennungen, mindestens sieben Grammys und zahlreiche weitere Ehrungen vorweisen. Sein musikalischer Einfluss auf die Entwicklung des swingboppenden Mainstream-Pianos ist immens, so wie er neben Louis Armstrong und Ella Fitzgerald zu den bekanntesten Jazzmusikern überhaupt gehört.


Oscar Emmanuel Peterson
August 25 1925 - December 23 2007

A Message from Kelly & Celine Peterson:

We would like to thank everyone who has sent their condolences, and the hundreds of you who sent e-mail messages. We appreciate it very much. There will be a public memorial service in the near future, and we will provide all the details right here once everything has been decided. For anyone who would like to make donations, we ask you to please make them to World Vision or Christian Children's Fund in honour of Oscar Peterson. Thank you once again for all your love and support. May God Bless his Soul!

In 2004 The Late Niels Henning Orsted Pedersen suggested that Oscar write lyrics to "When Summer Comes". In 2005 when Niels passed away, Oscar persued this and asked Elvis Costello to write lyrics. On Oscar's 80th Birthday event, Diana Krall sang the lyrics that Elvis wrote. Oscar loved the lyrics, and we thought it would be fitting to have them here for others to enjoy.

When Summer Comes
Music by Oscar Peterson
Lyrics by Elvis Costello
Originally Performed by Diana Krall

The land was white
While the winter moon as absent from the night
And the blackness only pierced by far off stars
But as every day still succeeds the darkest moments we have known
When season turn
Springtime colours will return
And as the first pale flowers of the lengthening hours
Seem to brighten the twilight and that melancholy cloak
Then a fresh perfume just seems to burst from each bloom
Until the green shoots through each day
As it arrives in every shade of hope
When Summer Comes
There will be a dream of peace
And a breath that I've held so long that I can barely release
Then perhaps I may even find a room somewhere
Just a place I can still speak to you

posted by Oscar Peterson at 8:46 AM 0 comments
Thursday, November 15, 2007
Oscar Peterson to be Presented with The Founder's Award
The Canadian Songwriters Hall of Fame/ Le Panthon des Auteurs et Compositeurs Canadiens (CSHF/PACC) is pleased to announce the four celebrated Canadian songwriters, one Founders Award and 23 memorable songs inductees for 2008.


6. Dezember 2007, 08:00, NZZ Online
Jazz-Legende Oscar Peterson gestorben
Jazz-Legende Oscar Peterson gestorben
Pianist erlag mit 82 Jahren einem Nierenversagen


Oscar Peterson am Montreux Jazz Festival 2005. (Bild: Reuters)


Jazz-Legende Oscar Peterson gestorben
Pianist erlag mit 82 Jahren einem Nierenversagen
Die Jazz-Legende Oscar Peterson ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der kanadische Jazz-Pianist starb am Sonntagabend in seinem Haus bei Toronto an Nierenversagen. Einst versprach er: «Ich werde spielen, bis ich vom Schemel falle.» ...


Die Jazz-Legende Oscar Peterson ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der kanadische Jazz-Pianist starb am Sonntagabend in seinem Haus im Torontoer Vorort Mississauga in der Provinz Ontario an Nierenversagen. «Die Welt hat ihren grössten Jazz-Musiker verloren», sagte der Bürgermeister von Mississauga.
(sda/afp/dpa/ap) Der legendäre kanadische Jazzpianist und -komponist Oscar Peterson ist tot. Er verstarb am Sonntagabend im Alter von 82 Jahren in seinem Haus bei Toronto an Nierenversagen, wie der kanadische Fernsehsender CBC und Radio-Canada am Montag meldeten.
Peterson hatte bereits 1993 einen Schlaganfall erlitten. Danach versprach er seinen Millionen Fans: «Ich werde spielen, bis ich vom Schemel falle.»
Er löste sein Versprechen ein und kehrte nach einer Pause wieder auf die Bühnen der Welt zurück. Der Pianist war auch in der Schweiz ein gern gesehener Gast - zuletzt trat er 2005 am Montreux Jazz Festival auf.
Oscar Emmanuel Peterson wurde am 15. August 1925 im kanadischen Montreal geboren als Sohn eines Gepäckträgers der Canadian Pacific Railways. Musik spielte in seiner Familie eine wichtige Rolle. Alle fünf Kinder spielten ein Instrument. Der Vater hatte sich das Klavierspielen einst selbst beigebracht und war denn auch Petersons erster Lehrer.
Mit fünf Jahren begann Oscar Emmanuel Peterson zunächst aber Trompete zu spielen. Er wollte damit seinem grossen Vorbild Louis Armstrong nacheifern. Doch eine Lungentuberkulose machte seinem Traum ein Ende, und er sattelte mit sechs Jahren auf das Klavier um.
Bereits mit 14 gewann er einen Amateur-Wettbewerb von CBC, worauf er im Radio eine eigene Sendung namens «Fifteen Minutes Piano Rambling» bekam, wie seiner Website zu entnehmen ist.
Mit 17 wurde er Berufsmusiker. Als einziger Afroamerikaner spielte er in einem Tanzorchester in Montreal - und musste immer wieder rassistische Beleidigungen aus dem Publikum und von Kollegen hin nehmen. Durchbruch in den 50ern
1947 leitete er erstmals ein eigenes Trio. Der internationale Durchbruch kam zwei Jahre später, als der amerikanische Konzertmanager Norman Granz ihn für die Konzertreihe «Jazz at the Philharmonic» in die Carnegie Hall nach New York einlud.
In den 50er Jahren gründete Peterson zwei weitere Trios. Diese gehörten zu den erfolgreichsten der Jazz-Geschichte. Peterson begleitete auch zahlreiche andere Stars, darunter Armstrong, Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Dizzy Gillespie, Count Basie, Nat King Cole und Duke Ellington.
In den 60er Jahren startete er zudem eine Solo-Karriere. Im Laufe seines Lebens nahm er fast 200Alben auf.
Acht Mal wurde er mit Grammys ausgezeichnet, darunter 1997 für sein Lebenswerk. Mehr als ein Dutzend Universitäten verliehen ihm Ehrendoktor-Würden. 1993 wurde er als erster Jazzmusiker mit dem renommierten Glenn-Gould-Preis ausgezeichnet und 2000 erhielt er den UNESCO-Musikpreis.
Spielfreude und Fleiss
Musikkritiker bescheinigten Peterson während seiner über sechs Jahrzehnte dauernden Karriere eine überschäumende Spielfreude - auch wenn Peterson nach seinem Schlaganfall langsamere Töne anschlug und zuletzt nur noch mit einer Hand spielte.
Hinzu kamen sein Improvisationstalent, Ideenschwung, Virtuosität und technische Perfektion. Peterson beherrschte alle Stile des «Mainstream»-Jazz und wechselte spielerisch zum Beispiel von Boogie-Woogie zu Stride oder Bebop.
Grundlage seines Erfolgs war auch seine eiserne Disziplin. Schon als Junge hatte Peterson acht Stunden am Tag geübt. Er kenne nur einen Musiker, der ohne Proben auskomme, pflegte er dem Nachwuchs mit auf den Weg zu geben. «Der heisst Gabriel und hat Flügel.»
 




Pianist Oscar Peterson gestorben
Der Jazz verliert einen der ganz Großen
[Bildunterschrift: Trotz seines Schlaganfalls 1993 sagte Oscar Peterson über sich: "Ich werde spielen, bis ich vom Schemel falle." ] Der kanadische Jazz-Pianist Oscar Peterson ist tot. Wie Fernsehsender des Landes berichteten, starb der Jazz-Musiker und Komponist am Sonntag im Alter von 82 Jahren an Nierenversagen bei sich zu Hause in einem Vorort von Toronto.
Mit Trauer und Anteilnahme nahmen Jazz-Freunde in aller Welt die Nachricht vom Tod des legendären Pianisten auf. "Dies ist einer der traurigsten Tage meines Lebens", sagte der amerikanische Klavierspieler Hank Jones, der selbst zu den größten Jazzmusikern gezählt wird. Angehörige und Freunde waren in Petersons letzten Lebensstunden bei ihm. "Die Welt hat ihren größten Jazz-Musiker verloren", sagte die Bürgermeisterin seines Wohnortes, Hazel McCallion, die zum Freundeskreis gehörte und im Namen der Familie die Öffentlichkeit vom Ableben des Musikers informierte. Auch der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy würdigte Petersons als überragenden Musiker. Mit ihm sei "eines der hellsten Lichter des Jazz erloschen".
Video
Bildunterschrift: Jazz-Legende Oscar Peterson im Alter von 82 Jahren gestorben, tagesschau 12:00 Uhr .
Weitere Video-Formate .
Peterson konnte auf eine jahrzehntelange Musikkarriere zurückblicken, die Ende der Vierzigerjahre begann. In den Fünfzigerjahren wurde er mit dem Peterson-Brown-Thigpen-Trio und dem Peterson-Ellis-Brown-Trio bekannt. Er spielte mit allen bekannten Jazz-Größen wie Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Louis Armstrong, Count Basie, Charlie Parker und Dizzy Gillespie.
[Bildunterschrift: Königliches Wohlwollen gegenüber dem großen Jazzer (2002)] [Bildunterschrift: Insgesamt nahm Peterson fast 200 Alben auf und wurde mit acht Grammys ausgezeichnet.]
Solo-Karriere mit Welterfolg
In den 60er Jahren startete er zudem eine Solo-Karriere, die ihn weltberühmt machte. Peterson veröffentlichte mehrere dutzend Alben. Diverse Male kürte ihn die US-Musikzeitschrift "Downbeat" zum besten Jazzpianisten, bis 2003 erhielt er sieben Grammys.
1993 hatte Peterson einen schweren Schlaganfall erlitten, konnte sich davon aber weitgehend erholen und arbeitete ein Jahr später wieder im Studio. 2008 sollte Peterson von der Canadian Songwriters Hall of Fame einen Preis für sein Lebenswerk erhalten.
Jazz-Legende Oscar Peterson im Alter von 82 Jahren gestorben.

Weltatlas: Kanada
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Stand: 24.12.2007 19:20 Uhr

Pianist Oscar Peterson ist tot
Er war der erste Jazz-Musiker, der den Glenn-Gould-Preis bekam, er erhielt zahlreiche Grammys - und spielte nach einem Schlaganfall einfach nur noch mit einer Hand Klavier. Jetzt ist der legendäre kanadische Jazz-Pianist Oscar Peterson gestorben. Er wurde 82 Jahre alt.

Montreal - Oscar Peterson kannte sie alle: Er spielte mit Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Louis Armstrong, Count Basie, Charlie Parker und Dizzy Gillespie. Die beiden von Peterson in den fünfziger Jahren gegründeten Trios gehörten zu den erfolgreichsten der Jazz-Geschichte. In den sechziger Jahren startete er zudem eine Solo-Karriere, die ihn weltberühmt machte. Er wurde 1993 als erster Jazz-Musiker mit dem renommierten Glenn-Gould-Preis ausgezeichnet und erhielt zahlreiche Grammys.


REUTERS
Jazz-Pianist Peterson: 1993 bekam er den Glenn-Gould-Preis
Am 15. August 1925 als Kind karibischer Einwanderer in Montreal geboren, machte Peterson seine ersten musikalischen Erfahrungen am Klavier im Alter von fünf Jahren. Mit 14 Jahren gewann Peterson einen örtlichen Wettbewerb, mit 17 spielte er als erster Schwarzer in einer Tanzkapelle in Montreal und später in anderen Orchestern. 1947 leitete er erstmals ein eigenes Trio. Der Durchbruch kam zwei Jahre später, als ihn der US-Konzertmanager Norman Granz in der exklusiven Konzertreihe Jazz at the Philharmonic in der Carnegie Hall in New York auftreten ließ.
Regelmäßige Tourneen führten Peterson immer wieder auch nach Europa. Unvergessen ist das Konzert des Oscar Peterson Trios in der Berliner Philharmonie 1985. Seine außergewöhnliche Virtuosität, die ihn spielerisch vom Boogie-Woogie zum Stride oder Bebop wechseln ließ, büßte er 1993 ein, als er während eines Auftritts in New York einen Schlaganfall erlitt. Er beendete das Konzert, musste jedoch eine geplante Europa-Tournee absagen. Später gab er Konzerte, bei denen er nur noch mit der rechten Hand spielte. Ans Aufhören dachte er auch im hohen Alter noch nicht. Auf einen Auftritt beim diesjährigen Jazz-Festival in Toronto musste Peterson jedoch zu seinem Leidwesen verzichten.
Wie kanadische Fernsehsender berichten, starb der Jazz-Musiker und -Komponist gestern Abend bei sich zu Hause, in einem Vorort von Toronto.

Oscar Peterson gestorben

Oscar Peterson

25. Dezember 2007 Oscar Peterson ist tot. Der Jazz-Pianist und - Komponist starb am Sonntag in seinem Haus nahe Toronto, meldete der kanadische Fernsehsender CBC am Montag. „Ich werde spielen, bis ich vom Schemel falle“, versprach der kanadische Jazz-Pianist 1993. Das war kurz nach seinem Schlaganfall, der die Fangemeinde des Kanadiers weltweit erschütterte. Sein Versprechen hat er - fast - gehalten.
„Überschäumende Spielfreude“ bescheinigten ihm Kritiker ebenso wie ein ungebrochenes Talent zur Improvisation, Ideenschwung, Virtuosität und technische Perfektion. Die Grundlage seines Welterfolgs war - auch noch im hohen Alter - seine eiserne Disziplin. Schon als Junge übte Oscar Emmanuel Peterson, der in Montreal als eines von fünf Kindern eines Gepäckträgers der Canadian Pacific Railways aufwuchs, acht Stunden am Tag. Er kenne nur einen Musiker, der ohne Proben auskomme, pflegte Peterson dem Nachwuchs mit auf den Weg zu geben. „Der heißt Gabriel und hat Flügel.“
Vorbild Louis Armstrong
Als Kind wollte der schwarze Kanadier Trompeter werden wie sein großes Vorbild Louis Armstrong. Eine Lungen-Tuberkulose machte diesem Traum zwar ein Ende, doch während des einjährigen Krankenhausaufenthaltes entdeckte Peterson seine Liebe zum Klavier. Am Piano hat er später nicht nur Armstrong begleitet. Stars wie Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Count Basie, Nat King Cole und Duke Ellington, Stan Getz und Charlie Parker wurden Partner und Freunde. Seine Karriere als Berufsmusiker begann Peterson mit 17 Jahren. Als einziger Schwarzer spielte er mit dem Johnny Holmes Orchestra in Montreal und Umgebung zum Tanz auf - und musste immer wieder rassistische Beleidigungen, selbst von einigen Kollegen, hinnehmen.

„Ich werde spielen, bis ich vom Schemel falle“

1947 leitete er erstmals ein eigenes Trio. Der internationale Durchbruch kam zwei Jahre später, als Norman Granz ihn für die legendäre Konzertreihe „Jazz at the Philharmonic“ in die Carnegie Hall nach New York einlud. Es gibt kaum eine größere Ehrung für Musiker, die Peterson nicht zuteil geworden wäre. Immer wieder wurde er mit Grammys ausgezeichnet, darunter 1997 für sein Lebenswerk. In mindestens acht verschiedene Hall of Fame des Jazz und anderer Musikrichtungen wurde er eingetragen. Mehr als ein Dutzend Universitäten verliehen ihm Ehrendoktor-Würden.
Aufnahmen im Schwarzwald
Das Heimatland ehrte Peterson, der sich stets voller Stolz über seine kanadische Herkunft äußerte, mit zahlreichen Orden. Jahr für Jahr führten ihn seit Anfang der 60er Jahre Konzertreisen in die Bundesrepublik. Mit zu den besten der unzähligen Schallplatten Petersons rechnen Kenner heute noch drei Live-Mitschnitte aus dieser Zeit. Die entstanden in Villingen im Schwarzwald bei Kirschwasser, Wodka und Sekt. Damals trat das Oscar Peterson Trio noch regelmäßig bei voller Konzertgage in der Villa des deutschen Millionärs und Tongeräte-Herstellers Hans Georg Brunner-Schwer vor nicht mehr als 50 geladenen Gästen auf.
Der frühere amerikanische Präsident BillionenClinton verweist gern und mit Stolz darauf, sämtliche Peterson-Platten in seiner Sammlung zu haben. Nicht nur er, Millionen Fans in aller Welt lagen dem schwergewichtigen, aber leichthändigen Meisterpianisten zu Füßen. Millionen Fans werden nun um einen großen Musiker trauern.

Jazz: Jazz-Legende Oscar Peterson gestorben
Der legendäre kanadische Jazz-Pianist Oscar Peterson ist tot. Wie kanadische Fernsehsender berichteten, starb der Musiker und -Komponist am Sonntagabend im Alter von 82 Jahren bei sich zu Hause in einem Vorort von Toronto.
"Ich werde spielen, bis ich vom Schemel falle", versprach der kanadische Jazz-Pianist 1993. Das war kurz nach seinem Schlaganfall, der die Fangemeinde des Kanadiers weltweit erschütterte. Sein Versprechen hat er - fast - gehalten.
"Überschäumende Spielfreude" bescheinigten ihm Kritiker ebenso wie ein ungebrochenes Talent zur Improvisation, Ideenschwung, Virtuosität und technische Perfektion. Die Grundlage seines Welterfolgs war - auch noch im hohen Alter - seine eiserne Disziplin. Schon als Junge übte Oscar Emmanuel Peterson, der in Montreal als eines von fünf Kindern eines Gepäckträgers der Canadian Pacific Railways aufwuchs, acht Stunden am Tag. Er kenne nur einen Musiker, der ohne Proben auskomme, pflegte Peterson dem Nachwuchs mit auf den Weg zu geben. "Der heißt Gabriel und hat Flügel."
Als Kind wollte der schwarze Kanadier Trompeter werden wie sein großes Vorbild Louis Armstrong. Eine Lungen-Tuberkulose machte diesem Traum zwar ein Ende, doch während des einjährigen Krankenhausaufenthaltes entdeckte Peterson seine Liebe zum Klavier. Am Piano hat er später nicht nur Armstrong begleitet. Stars wie Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Count Basie, Nat King Cole und Duke Ellington, Stan Getz und Charlie Parker wurden Partner und Freunde. Seine Karriere als Berufsmusiker begann Peterson mit 17 Jahren. Als einziger Schwarzer spielte er mit dem Johnny Holmes Orchestra in Montreal und Umgebung zum Tanz auf - und musste immer wieder rassistische Beleidigungen, selbst von einigen Kollegen, hinnehmen.
1947 leitete er erstmals ein eigenes Trio. Der internationale Durchbruch kam zwei Jahre später, als Norman Granz ihn für die legendäre Konzertreihe "Jazz at the Philharmonic" in die Carnegie Hall nach New York einlud. Es gibt kaum eine größere Ehrung für Musiker, die Peterson nicht zuteil geworden wäre. Immer wieder wurde er mit Grammys ausgezeichnet, darunter 1997 für sein Lebenswerk. In mindestens acht verschiedene Hall of Fame des Jazz und anderer Musikrichtungen wurde er eingetragen. Mehr als ein Dutzend Universitäten verliehen ihm Ehrendoktor-Würden.
Das Heimatland ehrte Peterson, der sich stets voller Stolz über seine kanadische Herkunft äußerte, mit zahlreichen Orden. Jahr für Jahr führten ihn seit Anfang der 60er Jahre Konzertreisen in die Bundesrepublik. Mit zu den besten der unzähligen Schallplatten Petersons rechnen Kenner heute noch drei Live-Mitschnitte aus dieser Zeit. Die entstanden in Villingen im Schwarzwald bei Kirschwasser, Wodka und Sekt. Damals trat das Oscar Peterson Trio noch regelmäßig bei voller Konzertgage in der Villa des deutschen Millionärs und Tongeräte-Herstellers Hans Georg Brunner-Schwer vor nicht mehr als 50 geladenen Gästen auf.
Der frühere US-Präsident Bill Clinton verweist gern und mit Stolz darauf, sämtliche Peterson-Platten in seiner Sammlung zu haben. Nicht nur er, Millionen Fans in aller Welt lagen dem schwergewichtigen, aber leichthändigen Meisterpianisten zu Füßen. Millionen Fans werden nun um einen großen Musiker trauern.
200 Alben, acht Grammys Oscar Peterson ist tot
Der kanadische Jazzmusiker Oscar Peterson ist mit 82 Jahren gestorben. Der Pianist und Komponist erlag in der Nacht zum Heiligabend in seinem Haus in Mississauga nahe Toronto einem Nierenversagen.   Mit Trauer und Anteilnahme haben Jazz-Freunde in aller Welt die Nachricht von seinem Tod aufgenommen. "Dies ist einer der traurigsten Tage meines Lebens", sagte der US-amerikanische Klavierspieler Hank Jones, der selbst zu den größten Jazzmusikern gezählt wird.   Angehörige und Freunde waren in Petersons letzten Lebensstunden bei ihm. "Die Welt hat ihren größten Jazz-Musiker verloren", sagte die Bürgermeisterin seines Wohnortes, Hazel McCallion, die zum Freundeskreis gehörte und im Namen der Familie die Öffentlichkeit vom Ableben des Musikers informierte.   Auch der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy würdigte Petersons als überragenden Musiker. Mit ihm sei "eines der hellsten Lichter des Jazz erloschen". Auch das französische Jazz-Publikum habe den Kanadier verehrt, sagte Sarkozy. Der kanadische Jazzer Oliver Theophilus Jones, der zu den engen Freunden Petersons gehörte, sprach von "einem schrecklichen Verlust". Es sei aber ein Trost, "dass er so sterben konnte, wie er es wollte - mit der Familie an seiner Seite".  
Der US-Musiker Billy Taylor, ebenfalls Pianist und Komponist, betonte, dass Peterson mit seinem virtuosen und zugleich höchst präzisen Klavierspiel "den Weg aufgezeigt hat für praktisch jeden Jazzmusiker, der nach ihm kam". "Er war ein Gigant", sagte der fast 90-jährige Bandleader Dal Richards aus Vancouver. "Und zwar nicht nur im Jazz, denn Oscar war auch ein perfekter Gentleman." Und die britische Jazz-Pianistin Marian McPartland, die schon 1940 mit Peterson auftrat, nannte ihn "den besten Techniker am Piano, den ich jemals erlebt habe".   "Überschäumende Spielfreude" "Ich werde spielen, bis ich vom Schemel falle", versprach er 1993. Das war kurz nach seinem Schlaganfall, der die Fangemeinde des Kanadiers weltweit erschütterte. Sein Versprechen hat er - fast - gehalten. Trotz des Schlaganfalls trat er später wieder auf und wurde gefeiert. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit musste er dieses Jahr einen Auftritt auf dem Jazz-Festival in Toronto absagen.   "Überschäumende Spielfreude" bescheinigten ihm Kritiker ebenso wie ein ungebrochenes Talent zur Improvisation, Ideenschwung, Virtuosität und technische Perfektion. Die Grundlage seines Welterfolgs war - auch noch im hohen Alter - seine eiserne Disziplin. Schon als Junge übte Oscar Emmanuel Peterson, der in Montreal als eines von fünf Kindern eines Gepäckträgers der Canadian Pacific Railways aufwuchs, acht Stunden am Tag. Er kenne nur einen Musiker, der ohne Proben auskomme, pflegte Peterson dem Nachwuchs mit auf den Weg zu geben. "Der heißt Gabriel und hat Flügel."   Als Kind wollte der schwarze Kanadier Trompeter werden wie sein großes Vorbild Louis Armstrong. Eine Lungen-Tuberkulose machte diesem Traum zwar ein Ende, doch während des einjährigen Krankenhausaufenthaltes entdeckte Peterson seine Liebe zum Klavier. Am Piano hat er später nicht nur Armstrong begleitet. Stars wie Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Count Basie, Nat King Cole und Duke Ellington, Stan Getz und Charlie Parker wurden Partner und Freunde. Seine Karriere als Berufsmusiker begann Peterson mit 17 Jahren. Als einziger Schwarzer spielte er mit dem Johnny Holmes Orchestra in Montreal und Umgebung zum Tanz auf - und musste immer wieder rassistische Beleidigungen, selbst von einigen Kollegen, hinnehmen.   Ehre, wem Ehre gebührt   1947 leitete er erstmals ein eigenes Trio. Der internationale Durchbruch kam zwei Jahre später, als Norman Granz ihn für die legendäre Konzertreihe "Jazz at the Philharmonic" in die Carnegie Hall nach New York einlud. Es gibt kaum eine größere Ehrung für Musiker, die Peterson nicht zuteil geworden wäre. Immer wieder wurde er mit Grammys ausgezeichnet, darunter 1997 für sein Lebenswerk. In mindestens acht verschiedene Hall of Fame des Jazz und anderer Musikrichtungen wurde er eingetragen. Mehr als ein Dutzend Universitäten verliehen ihm Ehrendoktor-Würden. Das Heimatland ehrte Peterson, der sich stets voller Stolz über seine kanadische Herkunft äußerte, mit zahlreichen Orden.   Der frühere US-Präsident Bill Clinton verweist gern und mit Stolz darauf, sämtliche Peterson-Platten in seiner Sammlung zu haben. Nicht nur er, Millionen Fans in aller Welt lagen dem schwergewichtigen, aber leichthändigen Meisterpianisten zu Füßen. Millionen Fans werden nun um einen großen Musiker trauern.

(Feiertagswiederholung) „Maharadscha der Klaviertasten“ - Jazz-Legende Oscar Peterson ist tot Von Thomas Burmeister, dpa (Mit Bildern vom 24.12.) =
Toronto/London (dpa) - Mehr Swing als Oscar Peterson konnte niemand einem Klavier entlocken. Generationen von Keyboardern haben seine Spielkunst zum Maßstab
gemacht. Es gibt so gut wie keine Jazz- Auszeichnung, die er nicht bekam. In der Nacht zum Heiligabend ist der Mann, den Duke Ellington den „Maharadscha der
Klaviertasten“ nannte, im Alter von 82 Jahren gestorben. So wie er es sich gewünscht hatte - umgeben von Angehörigen und Freunden.

 „Ich werde spielen, bis ich vom Schemel falle“, versprach der Pianist 1993. Das war kurz nach einem Schlaganfall, der fast das Ende seiner Karriere bedeutet hätte.
Doch mit der eisernen Willenskraft, die ihm dazu verholfen hatte, schon in jungen Jahren den Olymp der Jazz-Pianisten zu erobern, überwand er die Folgen der
Hirnattacke und ging bald wieder auf die Bühne. Zur Freude seiner Fangemeinde mit Leuten wie Bill Clinton, der sich rühmt, sämtliche der mehr als 200 Peterson-Alben
zu besitzen. Oder auch Nikolas Sarkozy, der Peterson jetzt als eines der „hellsten Lichter der Jazzmusik“ würdigte.

 „Überschäumende Spielfreude“ bescheinigten ihm Kritiker ebenso wie ein ungebrochenes Talent zur Improvisation, Ideenschwung, Virtuosität und technische
Perfektion. Wenngleich der eine oder andere seinen Stil eine Spur zu schnörkelhaft und überladen fand. Als Jugendlicher übte Oscar Emmanuel Peterson, der in
Montreal als eines von fünf Kindern eines aus der Karibik eingewanderten Gepäckträgers der Canadian Pacific Railways aufwuchs, acht Stunden am Tag. Er kenne nur
einen Musiker, der ohne Proben auskomme, pflegte Peterson dem Nachwuchs mit auf den Weg zu geben. „Der heißt Gabriel und hat Flügel.“ Als Kind wollte Oscar
Trompeter werden wie sein großes Vorbild Louis Armstrong. Eine Lungen-Tuberkulose machte dem Traum des Siebenjährigen ein Ende. Doch im Rückblick erwies
sich die Krankheit als Glücksfall, denn während der Behandlung entdeckte er seine Liebe zum Klavier. Als Pianist ist Peterson später nicht nur mit Armstrong und
Ellington aufgetreten. Auch Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Count Basie, Nat King Cole, Stan Getz, Charlie Parker und andere Jazzgiganten wurden Partner und
Freunde.

 Entdeckt wurde Petersons enorme Begabung bei einem Talentwettbewerb des kanadischen Rundfunks. Sein musikalisch begabter Vater Daniel Peterson, der sich
selbst das Orgelspiel beigebracht hatte, sorgte dafür, dass der Junge das Konservatorium von Montreal besuchen und Privatunterricht bekommen konnte. Seine
Karriere als Berufsmusiker begann Peterson mit 17. Die erste Platte spielt er mit 19 ein. „I Got Rhythm“ war noch stark vom Boogie-Woogie geprägt. Als einziger
Schwarzer spielte Peterson mit dem Johnny Holmes Orchestra in Montreal und Umgebung zum Tanz auf - und musste immer wieder rassistische Beleidigungen,
selbst von einigen Kollegen, hinnehmen.

 1947 leitete er erstmals ein eigenes Trio. Der Durchbruch kam zwei Jahre später, als Norman Granz ihn für die Konzertreihe „Jazz at the Philharmonic“ in die
Carnegie Hall nach New York einlud. Von da an ging es nur noch bergauf. Oft spielte Peterson vor gekrönten Häuptern wie Königin Elizabeth II. oder vor mächtigen
Politikern wie US- Präsident Richard Nixon. Zu seinen größeren Kompositionen gehören „The Canadian Suite“ - eine Verneigung vor seinem Heimatland -, die „African
Suite“ und auch die „Royal Wedding Suite“, die er zur Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana Spencer schrieb.

 Er selbst heiratete vier Mal. Mit seiner letzten Frau, Celine, hatte er eine Tochter. Aus der ersten und dritten Ehe hatte er sechs Nachfahren. Acht Mal wurde
Peterson mit Grammys geehrt, darunter 1997 für sein Lebenswerk. In mindestens acht verschiedene Halls of Fame des Jazz und anderer Musikrichtungen wurde er
eingetragen. Mehr als ein Dutzend Universitäten verliehen ihm Ehrendoktor-Würden.

 Seine Konzertreisen führten ihn seit Anfang der 60er Jahre auch immer wieder nach Deutschland. Mit zu den besten der Aufnahmen Petersons rechnen Kenner drei
Live-Mitschnitte aus dieser Zeit. Sie entstanden in Villingen im Schwarzwald bei Kirschwasser, Wodka und Sekt in der Villa des Tongeräte-Herstellers Hans Georg
Brunner-Schwer vor nicht mehr als 50 geladenen Gästen. Da ist Petersons tiefe Beziehung zu seinem Musikinstrument so richtig erlebbar. „Wenn ich am Piano sitze“,
sagte er 1997 in einem Interview, „dann ist das für mich keine Fingerübung, sondern eine Liebesaffäre.“ dpa tb xx a3 kh du

Mit freundlichen Grüßen
 
Nikolai B. Forstbauer
Ressortleiter Kultur
 
Stuttgarter Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH
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Fon +49  711 7205-7500 | Fax -7509
n.forstbauer@stn.zgs.de | www.stuttgarter-nachrichten.de

22.10.2004
Zum Tod von Hans Georg Brunner-Schwer

Im Alter von 77 Jahren kam am 14. Oktober 2004 der legendäre MPS-Gründer, Toningenieur und Produzent Hans Georg Brunner-Schwer ums Leben. Innerhalb von nur vier Jahren hat die deutsche Jazzszene nun ihre beiden wohl bedeutendsten Impresarios verloren: Nachdem am 4. Februar 2000 schon Joachim Ernst Berendt beim Überqueren einer Straße in Hamburg von einem Auto erfaßt worden war und tödliche Verletzungen erlitt, ereilte nun Hans Georg Brunner-Schwer in seiner Heimatstadt Villingen ein ganz ähnliches tragisches Schicksal. Wie Berendt wurde auch Brunner-Schwer 77 Jahre alt.

Die deutsche und internationale Jazzgeschichte prägte der am 29. Juli 1927 geborene Industriellen- und Musikersohn vor allem in dem Vierteljahrhundert von 1958 bis 1983, als er auf den beiden Plattenlabels SABA und MPS neben etlichen anderen Musikeinspielungen der verschiedensten Gattungen auch über 500 Alben mit hochkarätiger und richtungsweisender Jazz- und Weltmusik veröffentlichte. Selbst nachdem er sich offiziell aus dem Geschäft zurückgezogen und die Rechte an den niederländischen Philips-Konzern abgetreten hatte (von wo sie dann in die Hände von Universal Music übergingen), stand Brunner-Schwer seit 1992, als Christian Kellersmann bei der Jazzabteilung der damaligen PolyGram die ersten liebevollen MPS-Wiederveröffentlichungen auf CD herauszubringen begann, mit Rat und Tat und ansteckendem Enthusiasmus zur Verfügung, wenn es darum ging, die alten MPS-Schätze aus den Archiven zu bergen und tontechnisch neu aufzupolieren.
 
Zwar war Brunner-Schwer das Startkapital für seine Unternehmungen im Jazz durch Erbschaft in den Schoß gefallen (von Freunden wurde er deshalb scherzhaft auch "Millionen-Schwer" genannt), seine auch in den USA neidlos anerkannten überragenden Fähigkeiten als Tontechniker und Musikproduzent mußte er sich aber wie jeder andere hart erarbeiten. Unter deutschen, europäischen und amerikanischen Jazzmusikern genoß Brunner-Schwer, der die englische Sprache nur leidlich beherrschte, einen hervorragenden Ruf: Sie schätzten ihn nicht nur als Produktionspartner, sondern auch als großzügigen Gastgeber und vorurteilslosen Freund.
 
Mit derselben Unvoreingenommenheit, mit der Brunner-Schwer einst Alben der verschiedensten Jazzrichtungen (von Swing bis Free) produziert hatte, unterstützte er bis zuletzt auch die CD-Wiederveröffentlichungen des MPS-Kataloges bei Universal Music innerhalb der "Most Perfect Sound"-Serie.
 
Die deutsche Jazzszene hat in Hans Georg Brunner-Schwer eine ihrer herausragenden Persönlichkeiten verloren. Sein Pioniergeist wird jedoch auf den von ihm produzierten und aufgenommenen MPS-Alben weiterleben.

~ Thomas Staiber

Deko Füller
Familienbild