Artikel geschrieben am: 01.01.70
--- (Datei: Monheit 23 11 2008)
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Jane Monheit + Trio, Theaterhaus, T 3 23.11.2008
Am Sonntagabend kamen knapp zweihundert Jazzfreunde ins Theaterhaus, um die amerikanische Sängerin Jane Monheit zu sehen. In der intimen Atmosphäre des kleinen Saales konnte man sie aus der Nähe erleben, die Interaktionen mit ihrem Trio beobachten und - im Unterschied zu den oft überarrangierten, dem US-Markt angepassten Tonaufnahmen - ihre strahlende Jazzstimme ganz unverstellt genießen. Wie leicht sie in hohe Register hinaufgleitet, wie locker sie phrasiert, wie glasklar sie intoniert, wie sie swingt und wie sexy sie die Silben ausklingen lässt – das ist hörenswert. Vielleicht setzt Jane Monheit im Scheinwerferlicht des Konzertauftritts ihre technischen Mittel allzu großzügig ein, und die Band begleitet ein wenig zu stromlinienförmig, aber dennoch: Das ist große Kunst. Bei träge dahin fließenden Balladen wie der akzentfrei gesungenen Samba „A Primeira Vez“ tropft Monheits Stimme langsam wie Honig, bei schnellen Nummern blitzt sie messerscharf auf, bei „Get Out Of Town“ vibriert sie vor Sinnlichkeit. Die 30-jährige Nordamerikanerin geht im Singen völlig auf, sie strahlt, flirtet mit dem Publikum – sie ist in ihrem Element. „Flow“ nennen Psychologen so einen Glückszustand.
Dabei zeigt sie sich nicht mehr als die kleine hochbegabte Jane, die die Inhalte der Songs aus dem Great American Songbook zwar singen, aber noch gar nicht erlebt haben konnte. „Lucky To Be Me“ interpretiert sie nun - bloß von Michael Kanan am Flügel begleitet - als junge Frau, die vor kurzem Mutter geworden ist. (Der Vater sitzt übrigens am Schlagzeug.) Frische, Kraft und Sinnlichkeit sind in dieser Stimme zuhause. Kurzum: Jane Monheit ist ein Glücksfall für den an weiblichen Stimmen gewiss nicht armen Jazz. Thomas Staiber
~ Thomas Staiber