Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Mariano-Ilg 06)

Charlie Mariano + Dieter Ilg, Bix, 28.12.06
Ein Engel für Charlie namens Dieter
So kann’s weiter gehen! 130 zahlende Gäste erlebten im neuen Stuttgarter Jazzclub Bix ein intensives Duo-Konzert mit Altsaxophonist Charlie Mariano und Dieter Ilg am Kontrabass.
Stolz wie ein Schneekönig führt Programmgestalter Mini Schulz durch die neue Location: vorbei an Monitoren, die mit einer Dia-Show von Jazzgrößen Geschmack auf mehr machen, hinein in den weitläufigen zweistöckigen Raum, den ein matt schimmernden Messingband wie aufgeschnittene Orgelpfeifen umfasst, ein architektonischer Verweis auf das Kornett des legendären Namensgebers Bix Beiderbecke. An der Bar wird gemixt, Mädchen bringen Getränke an die Tische. Schulz erklärt, wie der Nachhall auf ein Minimum reduziert wurde, zeigt strahlend auf ein High-Tech-Steuergerät, das sechs Zonen im Bix mit einem lupenreinen Sound versorgt, führt in einen Bereich im ersten Stock, wo an der Bar oder vor einem virtuellen Kaminfeuer geplaudert werden kann, ohne das Konzert zu stören, während eine Kamera mit Live-Bildern auf dem Laufenden hält. Das Ambiente unten wie oben wird von dunklen warmen Farben geprägt, die Anmutung ist exquisit, die Lautsprecher füllen den Raum mit geschmeidigem Lounge-Jazz. Schulz: „Stuttgart hat endlich die Spitzen-Location, die diese hervorragende Jazzszene verdient.“ Musiker, die hier auftreten, bezeichnen das Bix schon als den schönsten Jazzclub Deutschlands.
Charlie Mariano, 83, blickt unter seinen buschigen Augenbrauen freundlich in die Runde. Auch ihm gefällt der Laden. Er greift zu seinem Altsaxophon und intoniert „All The Things You Are“, „Plum Island“ und „Green Land“. Der Ton ist eindringlich und – trotz des Alters des Holzbläsers – kein bisschen spröde. Es ist ein Ton, der von tief innen kommt. Da spielt kein kühler Intellektueller, sondern ein nachdenklicher Gefühlsmensch. Jazz, so seine musikalische Botschaft, sei wie das Leben selbst: mal hart, mal zart, mal schrill, mal harmonisch - „und hoffentlich nicht zu langweilig“, sagt er später in der Garderobe und lacht. Dieter Ilg hat einen besonders guten Tag erwischt. Er zaubert auf seinem viersaitigen Tieftöner, sorgt bei Marianos lerchenartigen Höhenflügen für Bodenhaftung, legt ein elastisches Fundament, das er mit überraschenden rhythmischen Akzenten spickt. Für Charlie spielt er wie ein Engel. Das Spiel der Beiden fügt sich ineinander: Feder und Nut. Nahezu andächtig lauscht das Publikum dem Duo.
Mit solchen Konzerten und einem kompetenten Konzept wird der neue Jazzclub von den Menschen in und um Stuttgart angenommen. Nach dem Motto: „Nix wie ins Bix!“ Thomas Staiber



Lieber Gunther!

Atmosphäre plus Konzert –Ich hab’s nicht kürzer hingekriegt. Mea culpa, mea maxima culpa!

Gruß

Thomas

~ Thomas Staiber

Deko Füller
Familienbild