Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Maria Joao)

Maria Joao „Tralha“
 
  
Jazzkonzert

 
zum 13. Jazzweekend am 3.06.05 
20.00 Uhr, Theater im Schlossgarten

 
M A R I A   J O A O      M A R I O   L A G I N H A
„DIE KÖNIGIN DER NACHT“ Oder Wie viele Personen passen in ein Lied?
 


Maria João auf der Konzertbühne ist ein musikalisches Ereignis, das seines- gleichen sucht. Ihre neueste CD-Veröffentlichung „Tralha“ (Universal) mit ihrem langjährigen Partner Mário Laginha und vielen Gastmusikern wird von der Vorabkritik in den höchsten Tönen als ihre beste Platte überhaupt gelobt, klarer und direkter denn je sei sie und mehr am Puls der Zeit als frühere Produktionen. Mit dieser Platte und völlig neuem Programm kommt Maria João mit ihrem Quartett auf Tournee.Die portugiesisch-afrikanische Sängerin verleiht mit ihrer ungehemmten Kreativität allen Facetten menschlicher Emotionen Gestalt. Mit einer Stimme unbegrenzter Möglichkeiten, die ihrer ausufernden Lust an Lebendigkeit Gehör verschafft, und die im Zusammenwirken mit ihrer entfesselten Körpersprache jedes Rollenspiel zu einem Fest authentischer Wiedergabe macht, gleitet und springt sie durch ihren Klangraum, der mehrere Oktaven groß ist. Sie benutzt mehrere Sprachen, dann wieder singt sie Melodien ohne Worte, sie kreiert ihren eigenen Tonkosmos.

Was da von der Bühne kommt, ist der Charme einer beeindruckenden Künstlerin, die mit größter Anmut und ohne jede Scheu auf der Klaviatur des Publikums spielt. Es ist eine Lust, Ihr zuzuhören und zuzuschauen.
Maria João hat eine ganz eigene Musiksprache entwickelt, ihre einzigartige Artikulation reicht vom perkussiven Atmen bis zu afrikanesken Koloraturen, hohes Jungmädchengeträller wechselt blitzartig ins Wilde, Animalische, Erotische einer erfahrenen Frau. Pippi Langstrumpf ist nur eine Liedzeile von der Femme Fatale entfernt.
 Der Pianist Mário Laginha ist seit Jahren ein kongenialer Partner, spielt seine hypnotischen Akkordfolgen und minimalistischen Motivabwandlungen, romantischen Kaskaden und extrovertierten Soli auf eine Weise, dass sie die Vokalakrobatik von Maria João voll zur Geltung bringen.
 

 

Die beiden Brasilianer Alexandre Frazao (Percussion) und Yuri Souza (Bass) bringen die Nähe Portugals zu Lateinamerika ins Spiel, und so bildet der musikalische Background des Konzertabends ein Dreieck von Afrika über Südamerika nach Europa. Zwischen all diesen folkloristischen Einflüssen, dem Jazz und der Popmusik spannt Maria Joao fröhlich ein Seil und tanzt darauf.

 Maria Joao




Maria Joao Herkunftsland: Portugal





 
Maria Joao Monteiro Grancha, geboren 1956 in Lissabon, ist eine junge Frau mit überschäumenden Energie. Mehrfach fliegt sie von der Schule, bis sie Sport als ein Überlauf-Ventil entdeckt. Erst mit 27, bei einer Tätigkeit als Schwimmlehrerin, entdeckt sie ihr Gesangstalent und wechselt an eine Jazz-Schule - diesmal als Schülerin. Sie besteht, obwohl völlig ahnungslos, den Aufnahmetest. Sie singt Jazz-Songs bekannterer Kolleginnen wie Betty Carter, Elis Regina, Billie Holiday oder Ella Fitzgerald. Mit einer eigenen Band sammelt sie erste kleine Erfolge und wird Moderatorin einer Jazz-Fernsehshow. Das bringt ihr eine erste Auszeichnung ein und steigert ihre Bekanntheit in Portugal. Festival-Einladungen folgen, und Anfang der 80er ihre ersten Solo-Alben, "Quinteto Maria João" und "Cem Caminhos". Maria Joao trifft 1986 die Free-Jazz-Pianistin Aki Takase, mit der sie in Deutschland zwei Live-Alben einspielt. Dann nimmt ihre Musik eine neue Richtung, sie beginnt, Jazz und portugiesischen Folk mit einander zu verknüpfen, sie arbeitet mit Carlos Bica und Mário Laginha. Mit letzterem veröffentlicht sie 1998 das Album "Cor", das an die Landung des portugiesischen Seefahrers Vasco da Gama in Indien vor 500 Jahren erinnert und indische Musik aufgreift (Percussion: Trilok Gurtu). Zwei Jahre später wiederholt sie das Thema an anderem Ort, anlässlich der Entdeckung Brasiliens vor ebenfalls 500 Jahren. Gäste sind diesmal Gilberto Gil und Lenine. Nicht zu vergessen auch eine Reihe Konzerte anlässlich der Expo98 in Lissabon mit Trilok Gurtu und Wolfgang Muthspiel. Im Jahr darauf wird das Programm mit dem Radio-Philharmonie- Orchester von Hannover unter dem Titel "Lobos, Raposas e Coiotes" aufgenommen und erzielt bewundernde Kritiken.  




 
Discographie: Quinteto Maria João (1983) Cem Caminhos (1985) Looking for Love (1989) Dancas (1994) Cor (1998) Mumadji (2001) Tralha (2004)


~ Thomas Staiber

Deko Füller
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