Artikel geschrieben am: 01.01.70
--- (Datei: Lauer Godard Héral 09)
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Christof Lauer, Michel Godard, Patrice Héral – 15.2.2009, Dieselstraße
Unisono stellen Saxophonist Christof Lauer und Michel Godard mit seiner türkis glänzenden Tuba ein Thema vor, das Patrice Héral, ein einfallsreicher, aber etwas verspielter Schlagzeuger, mit einem vorwärtsdrängenden Rhythmus unterlegt. Godard bläst mit erstaunlicher Leichtigkeit dieses scheinbar schwerfällige Instrument, schraubt es von Schiffshupentiefen hoch zu Fanfarenklängen, während Lauer über dem harmonischen Gerüst von „Un Regalo Per Natale“ seiner Improvisation freien Lauf lässt. Das tut er auf eine faszinierende Weise: Unter weit geschwungenen Spannungsbögen setzt er eine kleine unschuldige Melodie als Kontrastmittel gegen scharf geschliffene Klangsplitter. Héral wirbelt unterdessen weiter, aber jetzt leiser mit den Besen, und Godard darf zeigen, was in ihm steckt. Den Tieftöner, den er in seinen kräftigen Armen wiegt, macht er zum vollwertigen Soloinstrument, mit dem er in der Lage ist, ebenbürtige Jazzdialoge zu führen. Mit Lauer will das etwas heißen! Kein Geringerer als der nicht zu Übertreibungen neigende Volker Kriegel hat den Frankfurter Kollegen Christof Lauer einmal „Europas besten Saxophonisten“ genannt. Wie virtuos der spielt, wie seine Lyrismen frisch aufblühen, wie beseelt seine Klage klingt, wie beherzt er angreift und wieder zur Ruhe kommt, zur hauchzarten Stille – das ist schon phänomenal. Für Liebhaber des zeitgenössischen Jazz sind Konzerte wie das mit Christof Lauers deutsch-französischem Trio Höhepunkte im (noch jungen) Jazzjahr. Nachzuhören auf „Blues In Mind“ (ACT 9446-2). Thomas Staiber
~ Thomas Staiber