Artikel geschrieben am: 01.01.70
--- (Datei: Larsen EZ 3.3.2010)
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Nicht nur Nutella Esslinger Zeitung, 3.3.2010
Pop-Chanteuse Marit Larsen im Stuttgarter Theaterhaus
Von Thomas Staiber
Stuttgart - Die junge Frau mag’s süß und fruchtig. „Nutella-Bananen-Pfannkuchen zum Frühstück, blauer Himmel. Ein guter Tag. Stuttgart, ich komme!“ So meldete sich die norwegische Charts-Stürmerin Marit Larsen auf ihrer Homepage. 1300 Fans, überwiegend Mädchen, strömten in den ausverkauften großen Saal des Theaterhauses. Überall leuchten Handys, als die 26-jährige Sängerin auf die Bühne kommt. Gute Stimmung allenthalben. Gereicht werden süße, selbst gemachte Pop-Stückchen. Auf den Smash-Hit „If A Song Could Get Me You“, der jeden Tag im Radio und als Klingelzeichen auf zahllosen Mobiltelephonen zu hören ist, müssen die Fans geduldig warten bis zur letzten Zugabe.
Frische und Lebensfreude strahlt die schlanke, dunkelhaarige Skandinavierin aus. Ihr Lachen bei den Ansagen in akzentfreiem Englisch ist ansteckend. Im kleinen Schwarzen, mit High-Heels und frechem Ponyhaarschnitt wirkt sie wie eine Identifikationsfigur für die Mädchen im Saal. Vom Keyboard springt sie zur akustischen Gitarre und dann zur Mandoline. Die Band spielt druckvoll genug, um die Musik mitreißend zu machen, lässt aber der Frontfrau Raum, damit ihre mädchenhaft helle Stimme verlockend und verführerisch klingen kann. Die Arrangements sind durchdacht und abwechslungsreich, der Sound ist kristallklar. Akustische und elektronische Elemente verbinden sich zu einem eingängigen Pop-Mix. Als musikalisches Vorbild nennt Marit Larsen immerhin die Beatles. Und Joni Mitchell, deren Album „Blue“ es ihr besonders angetan hat.
In einem erstaunlichen Kontrast zur Fröhlichkeit der Musik, die bis ins Harmlose hineinreichen kann, stehen die Aussagen der Songs, die sich die junge Frau von der Seele geschrieben hat. Da ist nicht alles Nutella, Banane, Pfannenkuchen. Unter der bunten Oberfläche und hinter dem ansteckenden Lachen verbirgt sich eine nachdenkliche Texterin, die mit ihren Liedern Trennungsschmerz und unerfüllte Sehnsüchte verarbeitet. Da sie gerade mit dem norwegischen Musiker Thomas Hell in einer glücklichen Beziehung lebt, bedient sie sich einfach bei anderen. Während Helene Hegemann aus Blogs und Büchern abkupfert, schreibt Marit Larsen aus dem Liebesleben ihrer engsten Freundinnen ab. Die finden es übrigens toll, sich in den Liedern wieder zu erkennen. Einmal macht Marit Larsen eine Ausnahme und singt davon, wie sie selbst einmal einem Mann auf die Sprünge geholfen hat: „Steel My Heart“.
Der Höhepunkt kommt am Ende. Mit „If A Song Could Get Me You“ und in bester Stimmung entlässt die erfolgsverwöhnte Popsängerin das Publikum. Wer hören möchte, wie das klingt, sollte die Unplugged-Version bei Youtube anklicken. Da singt sie den süßen, fruchtigen Nummer-eins-Hit an einem Obststand.
www.youtube.com/watch?v=Nq7fTA7lVu8
~ Thomas Staiber