Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Kopie von crawford sample06)

Dreißig Jahre sind vergangen, seit Randy Crawford und Joe Sample das erste Mal gemeinsam in ein Aufnahmestudio gingen, um dort zusammen an "Everything Must Change", dem Debütalbum der damals 24 Jahre alten Sängerin zu arbeiten. Danach verfolgte Sample den Werdegang der vielversprechenden Vokalistin erst einmal interessiert aus der Ferne. Als er drei Jahre später damit beschäftigt war, neue Songs für seine Band - The Crusaders - zu schreiben, kam ihm eine hervorragende Idee: Er lud Randy Crawford als Gastvokalistin zu den Aufnahmen des Albums "Street Life" ein.
Das Ergebnis dürfte allgemein bekannt sein: Mit dem Titelsong gelang den Crusaders und Randy Crawford ein unglaublicher Smash-Hit, der sich darüber hinaus auch als wahrer Dauerbrenner entpuppte. Das Album belegte 1979 im Billboard Platz 1 der Jazzcharts, Platz 3 der Black Music-Charts und Rang 18 der Popcharts, auch die gleichnamige Single konnte sich in allen drei Charts plazieren. Und der Wirbel um "Street Life" gab natürlich auch Randy Crawfords noch junger Solokarriere einen phänomalen Schub. Bis Mitte der 80er Jahre arbeiteten Joe Sample und Randy Crawford regelmäßig zusammen. Der Pianist spielte auf den Alben der Sängerin mit und schrieb zahlreiche ihrer größten Hits, darunter Songs wie "One Day I'll Fly Away", "When Your Life Was Low" und "Last Night At Danceland". Unter der Regie der Produzentenlegende Tommy LiPuma nahm Randy 1981 "Secret Combination" auf, eines ihrer erfolgreichsten Alben - sowohl in musikalischer als auch in kommerzieller Hinsicht. Als Joe Sample sich nun mit Randy Crawford daran machte, ein gemeinsames neues Album aufzunehmen, war es eine naheliegende Idee, für die Produktion den dreifachen Grammy-Preisträger Tommy LiPuma an Bord zu holen. Und natürlich auch den bereits mit fünfzehn Grammys dekorierten Toningenieur Al Schmitt, der all die früheren Erfolgsalben von Randy Crawford, Joe Sample und Tommy LiPuma aufgenommen und abgemischt hatte. Schon die Vorfreude auf die erneute Zusammenarbeit mit der Sängerin und den beiden Genies hinter den Kulissen muß Joe Sample ungeheuer inspiriert haben. Anders ist das fabelhafte Gelingen des Albums "Feeling Good" kaum zu erklären. Die Musik - eine Mixtur aus Soul, Jazz, Gospel, Pop und einer satten Portion Blues - nimmt einen von den ersten (an James Brown erinnernden) groovigen Takten des Titelsongs bis zum letzten Ton der Schlußnummer "Mr. Ugly" gefangen. Randy Crawford unterstreicht mit ihrer Performance ihren Stellenwert als erstklassige Songinterpretin zeitgenössischer schwarzer Musik. Der alte Klassiker "All Night Long" wurde einfach herzzerreißend interpretiert. "But Beautiful" könnte kaum wundervoller klingen als bei ihr. Joe Samples Klavierspiel und Arrangements scheinen für Randys Stimme maßgeschneidert und heben die Essenz der einzelnen Songs hervor. Zu den absoluten Höhepunkten dieses rundum fantastischen Albums gehören einige exzellente Neuinterpretationen bekannter Popsongs: von Peter Gabriels "Lovetown" (bekannt aus dem Film "Philadelphia"), Albert Hammonds "When I Need You" (das 1976 von Leo Sayer zum Hit gemacht wurde) und Fred Neils "Everybody's Talking" (das man in der Stimme Harry Nilssons aus dem Film "Midnight Cowboy" kennt, aber auch in der Version Willie Nelsons). Außerdem verneigt sich Randy Crawford auf diesem Album vor zwei klassischen Jazzdiven, in dem sie Nina Simones "See Line Woman" und "End Of The Line" sowie Billie Holidays "Tell Me More And Then Some" vorträgt. Mit "Rio de Janeiro Blue" und "Last Night At Danceland" werden zudem zwei von Randys Hits aus den frühen 80er Jahren neu zu Gehör gebracht. Crawford und Sample verstehen es, all diese Songs auf wunderbare Weise neu und unverbraucht klingen zu lassen. Um die Magie von Randy Crawfords Interpretationen hervorzuheben, verließ sich Pianist Joe Sample bei der instrumentalen Begleitung in erster Linie auf die bestens eingespielten Musiker seines derzeitigen Trios: das traumhafte Rhythmusgespann mit Bassist Christian McBride und Schlagzeug-Legende Steve Gadd. Nur gelegentlich gesellen sich zu diesem formidablen Trio noch andere Instrumentalisten wie die Gitarristen Dean Parks, Ray Parker Jr. und Anthony Wilson, um der Musik ein paar andere Klangfarben beizumischen oder ihr etwas mehr Dichte zu geben. Mit "Feeling Good" ist Randy Crawford und Joe Sample ein Album gelungen, das zwar keine so erfolgreiche Hit-Single wie "Street Life" hervorbringen wird, in künstlerischer Hinsicht aber das vor dreißig Jahren mit den Crusaders veröffentlichte Vorgängeralbum locker und elegant übertrifft. Mehr zur musikalischen Zusammenarbeit und zu den Veröffentlichungen von  Randy Crawford und Joe Sample erfahren sie hier.
Nett. Wirklich nett kommt die 12. Soloplatte der Randy Crawford daher. Auf dem Cover begegnet uns eine strahlende, reife Frau, die eine natürliche, gemütliche Stimmung verbreitet. Verstärkt durch dezente, hellbraune Farbtöne im Booklett bringt die CD etwas Wärme in die neblige, trübe Adventszeit.

Warum ich das hier erwähne? Nun ja, ihre Musik kreiert eine ähnlich nette Atmosphäre. Eine ausdrucksstarke Stimme paart sich mit den üblichen Soulzutaten wie Klavier, Streichern und Chören. Unterlegt wird das Ganze meist durch treibende oder bändigende R'n'B-Rhythmen, die auch von Britney Spears und Gefolge stammen könnten. Die Produktion ist perfekt, d.h. sie hat weder Ecken noch Kanten.
TRACKLISTE
Wild is The Wind
Merry Go Round
Free The Child
Permanent
Sweetest Thing
Fire And Rain
When I Get Over You
Alfie
When Zhe Evening Comes
All I Do
When Will I Be Free Of Love`s Taboo
Tell It To Your Heart
I Get a Little Burned

Und hier liegt der Hund begraben. Es klingt alles irgendwie nicht schlecht, doch es bleibt nichts hängen. Nach ein paar Songs verliert man das Interesse, das Album plätschert so vor sich hin. Der aalglatte Sound macht die Stücke austauschbar und bügelt gute, tiefer gehende Ansätze nieder. Da hilft es auch nicht viel, dass Randy zwischen Covers und Eigenkompositionen wechselt. Einzig die Stimme der Crawford zaubert einem ein Lächeln aufs Gesicht. Gerade bei den ersten beiden Tracks, die nur vom Klavier untermalt sind, entfaltet sich die Kraft ihrer Worte. Auch "I get a little burned", welches das Album abschließt, fällt durch die angenehm reduzierten Instrumente aus dem Rahmen.
Was bleibt, ist eine Scheibe, die sich nicht entscheiden kann zwischen verkaufsfördernder Pop-Belanglosigkeit und schwerer Soul-Melancholie. Aber wie könnte man dieser netten Dame böse sein.
Randy Crawford & Joe Sample
Feeling Good
Emarcy/Universal 06025 1701163-2 (54 Min., kein Aufnahmedatum)

Haben uns all die nordischen Sirenengesänge tatsächlich erfolgreich die Scham wieder eingetrieben, die unsere Altvorderen bei deftigerem Rhythm and Blues aus schwarzen weiblichen Kehlen einen Haut Gout des Ordinären verspüren ließ? Da kommt dieses Album der Sängerin Randy Crawford und der Funk- und Souljazz-Legende Joe Sample gerade recht. Als Pianist, Keyboarder und Arrangeur der Jazz Crusaders, später kurz Crusaders, war er Garant eines ebenso groovy packenden wie geschmackvollen Funk-Jazz. Mit Randy Crawford als Gastsängerin und dem Song "Street Life" stürmten die Crusaders vor fast 30 Jahren die internationalen Charts. Jetzt haben sich die Crawford und Joe Sample erneut zusammengetan um im intimen Trioformat und dann wieder vor dezent agierender erweiterter Besetzung Klassiker des eher funkigen Jazzstandard-Repertoires einzuspielen. Der Bassist Christian McBride und die Schlagzeugerlegende Steve Gadd wirken dabei als Gäste tatkräftig mit, und Joe Sample ist endlich wieder einmal ausführlich am akustischen Instrument zu hören. Die Musik swingt und groovt mit bluesigen Gitarreneinwürfen und gelegentlichen Backgroundvocals gewaltig, ist geschmacksichere Chill-out-Unterhaltung, schämt sich keineswegs ihrer schwarzen Wurzeln - und nirgendwo kommt das eingangs beschriebene Schamgefühl auf.
Thomas Fitterling, 25.8.2006
Hamburg - Vor fast 30 Jahren stürmten die Crusaders und Gastsängerin Randy Crawford mit "Street Live" die internationalen Charts. Jetzt haben sich die Sängerin und Crusaders-Kopf Joe Sample in kleiner Besetzung für "Feeling Good" zusammengetan und funkige Klassiker neu eingespielt. Soulsängerin Randy Crawford besticht mit ihrer unglaublich variablen, ausdrucksstarken Stimme. Joe Sample, der ehemalige Pianist, Keyboarder und Arrangeur der Crusaders, ist für packenden und geschmackvollen Funk-Jazz bekannt. Steve Gadd am Schlagzeug und Bassist Christian McBride wirken am Gesamtbild des Albums tatkräftig mit.
Das Album beginnt mit dem Titeltrack in unbeschwerter Eleganz und bleibt bis zum Ende auf hohem Niveau. Ob es sich um den Crusaders-Hit "End Of The Line", einen Crawford-Song wie "Last Night At Danceland" handelt, oder die Interpretation eines typischen Nina-Simone-Titels ("See Line Woman"), Peter Gabriels "Lovetown", oder einen Gassenhauer ("When I Need You", "All Night Long"), die Musiker spielen sich locker durch eine Mixtur aus Soul, Jazz, Gospel, Pop und Blues und geben dem Titel recht: "Feeling Good!" Neues bringt "Feeling Good" nicht an den Tag, garantiert aber mit den dreizehn von Joe Sample arrangierten Titeln geschmackssichere Unterhaltung. Randy bezaubert den Zuhörer mit ihrem unverwechselbaren Gesang und einer Portion gehauchter Reife in der Stimme. Warm, ergreifend und voller Seele. Ein Anlass die CD ständig rotieren zu lassen. Joe Sample über seine Partnerin in dem Magazin"Jazz thing": "Lasst diese Frau einfach singen! Versucht nicht, da einen Hit herauszuholen. Wenn du Randy aus ihrem Herzen singen lässt, hast du einen Hit!"

~ Thomas Staiber

Deko Füller
Familienbild