Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Kopie von Boomtown 2009 Mat.)

Freitag, 30.01. 20:00 Uhr Boomtown Festival – Mark Wyand Quartet Mark Wyand kommt als Bandleader nach Stuttgart und stellt im Rahmen des Boomtown Jazzfestival sein aktuelles Album „Hidden Hill“ vor. Mark Wyand gilt mittlerweile als einer der bemerkenswertesten Tenorsaxophonisten der zeitgenössischen deutschen Jazzszene. Eine äußerst sensible, luzide Handschrift prägt den Stil des 34-jährigen Musikers und Komponisten. In seiner Musik verbinden sich Transparenz und Tiefe zu einer ruhigen und meditativen Atmosphäre. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung jubelt über „Hidden Hill“: „Ein fabelhaftes Album ohne Beispiel in der jüngeren Jazzgeschichte.“ Tatsächlich gelingt es Wyand auf „Hidden Hill“, einen organischen, lyrischen Ton zu entwickeln, der jeden Atemzug spürbar macht und jenseits aller Candle-Light-Klischees einen fragilen Jazzimpressionismus realisiert, der dennoch Kraft und Verbindlichkeit ausstrahlt. Völlig zu Recht resümiert die Jazzthethik: „’Hidden Hill' ist ein innerer Rückzugsort, der Ruhe und Kraft schöpfen lässt. Dennoch ist eine hohe Energiedichte spürbar.“   22:00 Uhr Boomtown Festival – Caroline Henderson Selbst oberflächlichen Lesern der Jazz-Fachpresse wird im Herbst dieses Jahres ein Name und ein Gesicht nicht entgangen sein: Caroline Henderson – bislang hierzulande noch kaum bekannt – ist mit ihrem aktuell bei Stunt/Sunnymoon erschienenen Album „No. 8“ eine der Entdeckungen der Saison. Darauf gelingt ihr das Kunststück, ein Repertoire aus Standards und Popsongs in ein Album aus einem Guss zu verwandeln: Ob in Sonny Bonos „Bang Bang“ (bekannt geworden in der Interpretation von Cher und erst jüngst in der Version von Nancy Sinatra in Tarantinos „Kill Bill Vol.1“-Soundtrack zu neuen Ehren gekommen), im Righteous-Brothers-Klassiker „Unchained Melody“, in der Folk-Song „Ribbon Bow“ (Karen Dalton 1969 machte ihn bekannt), bei Gershwins „It Ain’t Necessarily So“, Billie Holidays „When You’re Smilling“ und Irwin Berlins „I Got Lost In His Arms“ auf der einen Seite, oder auf „Riverman“ von Nick Drake und „There Will Be Time Enough For Rocking When We Are Old“ von den Magnetic Fields auf der anderen – stets strahlen die Interpretationen von Caroline Henderson, welche die bekannteren Titel auch gerne mal gegen den Strich bürstet, eine enorme Sicherheit aus: in der Organisation der Musik, ihrer Stimme, in der Eartha Kitt auf Shirley Horn und Roisin Murphy trifft, und der Art ihres Storytellings. „Das ganze Album strahlt unterkühltes Understatement und gelassene Nonchalance aus, wie es heute selten geworden ist“, urteilte Jazzthetik. Und JAZZ PODIUM ergänzt: „das vielleicht zeitgemäßeste Vocal-Jazz-Album, das sich denken lässt.“ Erstmals in Stuttgart, wird Caroline Henderson die Songs von „No. 8“ beim Boomtown Jazzfestival Stuttgart im BIX Jazzclub vorstellen.   Eintritt: ab € 26.- (Eintrittspreis gilt für beide Konzerte des heutigen Tages)     Samstag, 31.01. 20:00  Uhr   Boomtown Festival – Hyperactive Kid Das junge, talentierte Trio Hyperactive Kid aus Berlin überrascht mit einer außergewöhnlichen Besetzung: Ronny Graupe an der siebensaitigen Gitarre, Philipp Gropper am Tenorsaxophon und Christian Lillinger am Schlagzeug. Die Musiker verzichten auf ein Bassinstrument und gehen somit einen unkonventionellen Weg innerhalb der modernen Musik. Seit 2003 verschmelzen sie Jazz mit Rock, Drum’n’Bass und Neuer Musik. Themen und Improvisationen verbinden sich zu einem expressiven, kraftvollen Spiel. Es gibt keine Rhythmusgruppe und keine Solisten: Alle sind alles. Urplötzlich werden Stimmungen über Bord geworfen und ebenso überraschend wieder zurück ins Boot geholt. Alle drei Musiker waren Mitglieder des Bundesjazzorchesters, arbeiteten bereits mit Größen wie Bobby McFerrin, Richie Beirach, Ralph Towner oder Manfred Schoof und zeichnen für die intensiven, suitenartigen Kompositionen der Band verantwortlich, ihre konzentrierte Kommunikation ist atemberaubend: Elemente des Free Jazz, der E- und U-Musik verschmelzen zu einer untrennbaren Einheit. Die Band ist live sehr präsent und hat sich – trotz ihrer eher experimentellen Musik – ein treues und vorwiegend junges Publikum erspielt. Dabei waren Hyperactive Kid auch viel im Ausland unterwegs und hatten Auftritte auf Festivals wie dem Copenhagen Jazz Festival. Auf der Bremer Fachmesse Jazzahead machten sie 2008 mit einem erfolgreichen Kurzauftritt im Rahmen des „German Jazz Meetings“ auf sich aufmerksam.   Ronny Graupe (g); Philipp Gropper (ts); Christian Lillinger (dr)   Sa., 31.01.,22:00      Boomtown Festival – Panzerballett Die Zeit titulierte Panzerballett bereits als „Rammstein des Jazz“. Vielleicht ist diese Zuschreibung etwas überspitzt, aber im Kern bringt es den Ansatz der Münchner Band treffend auf den Punkt. Der filigran-brachiale Name beschreibt in einem Wort die musikalische Bandbreite und Funktionsweise von Panzerballett, die sich dann auch in ihrem Umgang mit musikalischen Genres zeigt. Ohne Mühe werden hier scheinbar unüberwindbare Grenzen überschritten und nebenbei klingt die Kunstform Jazz auch für ein junges Publikum wieder spannend und sexy. „Die Band verbindet die rhythmischen Staccato-Attacken und wummernden Gitarren-Sounds des Metal mit jazzigen Grooves und mit Soli auf höchstem Niveau. Das klingt umwerfend“, befand DER SPIEGEL. „Der schönste CD-Wahnsinn des Frühjahrs“, jubelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und die Stuttgarter Nachrichten fassten zusammen: „Gewalt und Zartheit, Kettenhemd und Tutu in einem Wort: Panzerballett. Was rollt da auf uns zu? Etwas Unerhörtes. Knallharter Schwermetalljazz.“ Mehr denn je gilt für dieses Panzerballett die Devise: Headbangen mit Köpfchen! In einer Stuttgart-Premiere stellen Panzerballett im Rahmen des Boomtown Jazzfestival Stuttgart ihre Eigenkompositionen sowie „fremdverkrasste“ Titel im BIX Jazzclub vor.   Eintritt: ab € 26.- (Eintrittspreis gilt für beide Konzerte des heutigen Tages)

~ Thomas Staiber

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