Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Jazztage 2008 Rabold Fischbacher)

IGJazz presents: Frederic Rabold Crew  New Jazz
Frederic Rabold tp Andres Rapp sax Alexander Bühl sax Regina Büchner sax Stefan Zbik git Christian Brinkschmidt b  Joachim Lamprecht dr
 

Seit 40 Jahren gibt es die „Crew“ des Trompeters FRÉDÉRIC RABOLD, und über  die Jahrezehnte hat sie die Stuttgarter Jazz-Szene entscheidend beeinflusst und  geprägt Die Musiker, die hier mitwirkten und aktuell dabei sind, lesen sich wie ein „Who is who“ des Jazz. Immer wieder hat der einfallsreiche Rabold (* 23. November 1944 in Paris, Frankreich) neue Talente entdeckt und gefördert. Das Gespür dafür hat ihm noch ungeschliffene junge Musiker wie den vielseitigen Saxophonisten ANDRES RAPP und den erst 24-jährigen, aber wie ein alter Könner agierenden ALEXANDER BÜHL (sax) beschert. Mit dessen Vater, dem Pianisten Uli Bühl, hatte Rabold übrigens in eine der ersten Crews gespielt. Eigentlich sollte der auch wieder dabei sein, doch eine Krankheit verhindert dies. Stattdessen hat sich der Gitarrist STEFAN ZBIK ausgezeichnet eingefügt. Das stabile Gerüst bilden seit der Wiedergründung der Band 1995 der Bassist CHRISTIAN BRINKSCHMIDT und die Saxophonistin REGINA BÜCHNER. Beide stießen ebenfalls als äußerst begabter Nachwuchs zur Gruppe. Feste Konstante und rhythmisches Rückgrat ist der Schlagzeuger JOACHIM LAMPRECHT. Impulsiv und lebendig, in einem stetigen Wechsel von „verschnörkelten“ und geradlinigen Melodien, „vertrackten“ und eingängigen Rhythmen ist jeder Auftritt der „Crew“ ein spannendes Klangerlebnis. Große Aufmerksamkeit bekam die „Frédéric Rabold Crew“ übriges schon in ihren Anfangsjahren, denn hier durfte nach Herzenslust experimentiert werden. Da sind auch Einflüsse aus dem Freejazz nicht zu überhören. Für ein Stück vom Kaliber der abwechslungsreich aufgebauten „Island Suite“ bedarf es schon hochkarätiger Musiker. Die Besonderheit an diesem von Stimmungen geprägten Werk ist das Trompetensolo Rabolds in einem mit Wasser gefüllten Eimer. Mit „My Funny Gallenstein“, einer heftig rockenden Abgeh-Nummer, gibt es ein weiteres Stück mit Kultstatus im ausschließlich aus Eigenkompositionen bestehenden Repertorie. Nachhören kann man das auf der 2003 erschienenen Doppel-CD der Crew, aufgenommen live im Jazzclub Ludwigsburg. Im Rahmen der Ludwigsburger Jazztage feierte Frédéric Rabold mit insgesamt 6 Bands sein 40-jähriges Bühnen-jubiläum. In einer kleinen Zeitreise durch die Geschichte des Jazz von Dixieland über Swing, Big-Band-Sound und Be-bop spannte sich ein Bogen ungewöhnlicher Vielseitigkeit im kreativen Schaffen des jung und vital wirkende 64-Jähgrigen. Rabold studierte von 1961 bis 1964 an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Ab 1965 spielte er im Quartett des Heilbronner Schlagzeugers und Chef des Jazzclubs „Cave 61“, Axel Lauser. 1968 gründete er seine erste Frédéric Rabold Crew, die rasch für Aufmerksamkeit in der deutschen Modern Jazz-Szene sorgte und die an maßgeblichen Festivals teilnehmen konnte. Im Auftrag des Goethe-Instituts unternahm die Gruppe ausgedehnte Tourneen durch Osteuropa. Den verschiedenen Besetzungen dieser Crew gehörten u.a. Herbert Joos (tp), Bernd Konrad (sax), Eberhard Weber (b), Thomas Stabenow (b), Manfred Kniel (dr) oder die Sängerin Lauren Newton an. Daneben hat Rabold mit Avantgarde Jazz-Musikern wie Gunter Hampel, Leszek Zadlo, Perry Robinson, Lester Bowie, Manfred Schoof, Michael Sell, Albert Mangelsdorff, Tony Oxley und Jeanne Lee gearbeitet. Nach einer Pause seit 1984, während der Rabold sich im wesentlichen mit der von ihm bis heute geleiteten Stuttgarter Uni - Big - Band um die Nachwuchsförderung kümmerte, gründete er 1995 eine neue Crew. Als Komponist ist Rabold durch George Russell, Gil Evans und Charles Mingus beeinflusst Stillstand und sentimentale Rückbesinnung ist dem Vollblutmusiker Rabold fremd. Sein Einfallsreichtum scheint keine Grenzen zu kennen.  http://www.frederic-rabold.de

IGJazz presents: Axel Fischbacher Trio  Featuring Annie Whitehead
Axel Fischbacher - Git Annie Whitehead - Trb Karoline Höfler - B Christoph Hillmann –Dr


Seit Jahren schon zeigt der Rheinländer Gitarrist Axel Fischbacher viel Gespür bei der Zusammenstellung verschiedener Projekte und bringt unterschiedlichste Musiker miteinander auf die Bühne. Diesmal präsentiert er ein Trio mit der englischen Posaunistin Annie Whitehead als Gast. Die Kombination vom Punch und der Power-Energie der beiden Hauptsolisten und Komponisten Fischbacher und Whitehead mit der modernen offeneren Spielweise der Rythmusgruppe Höfler/ Hillmann ergibt eine interessante Spannung. Das Ergebnis ist eine Musik abseits der üblichen stilistischen Klischees, Musik für Kopf und Bauch. Annie Whitehead ist eine der wenigen Frauen im Jazz, die als Posaunistin Weltruf erlangt haben. Robert Wyatt bescheinigt ihr treffend: "Sie ist großartig!" Karoline Höfler ist in zahlreichen Jazz-Formationen als Freelance-Bassistin tätig, spielte ungezählte Konzerte in Deutschland, sowie zahlreiche Auslandstourneen (Europa, Afrika, Asien, Südamerika) und trat auf vielen internationalen Jazz Festivals auf.  Christoph Hillmann gilt als einer der profiliertesten Sidemen der aktuellen deutschen Jazzszene.  Seine Vielseitigkeit führte in den vergangen Jahren auch zu regelmäßiger künstlerischer Mitarbeit bei Theater-, Tanz- und Hörspielproduktionen in Deutschland und im europäischen Ausland. Axel Fischbacher war während der Achtziger Jahren als Gitarrist der Christoph Spendel Group in ganz Europa zu hören und gründete schließlich seine eigene Axel Fischbacher Group, die 1984 mit dem Preis der Deutschen Phono Akademie ausgezeichnet wurde. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet: u.a. mit dem „WDR Stadtmusik Preis" 1987 und dem „Preis der Deutschen Schallplattenkritik" als Produzent für Norbert Gottschalk.



 







~ Thomas Staiber

Deko Füller
Familienbild