Artikel geschrieben am: 01.01.70
--- (Datei: Jazzopen 2007 - Fazit)
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BW-Bank-Jazzopen 2007 – Fazit, 15.7.2007
In Nürnberg hat die Stadt dem dortigen Jazzfestival nach vierzig Jahren einfach den Hahn abgedreht: Danke, das war’s. Mäkeln wir also nicht lange rum. Wir sind froh, jedes Jahr in Stuttgart so ein großes Festival erleben zu können, das – trotz recht hoher Preise – gut besucht wird. 14.000 Besucher strömten dieses Jahr zu 14 von Opus gut organisierten Konzerten auf den Pariser Platz, über tausend besuchten das Bix bei zehn Gigs in dichter Clubatmosphäre und phantastischen nächtlichen Jam-Sessions mit den Stars der Hauptkonzerte. Vorbildlich: der Shuttle-Service. Die Frage aber muss erlaubt sein: Fungiert der Jazz bei diesem Festival bloß als subventioniertes Deckmäntelchen, oder steht er wirklich noch im Mittelpunkt? Auf den Plakaten jedenfalls rangiert er erst an vierter Stelle. Vielleicht tröstet den Jazzfreund die Meinung von Miles Davis, der gesagt hat, musikalische Schubladen interessierten ihn überhaupt nicht, es gäbe nur gute Musik oder schlechte. Gehört und gesehen haben wir beides. Mittelmäßiges wie Blood, Sweat & Tears und absolute Weltklasse wie Steely Dan, Wynton Marsalis, Dee Dee Bridgewater und Joss Stone, die unvergessliche Konzerterlebnisse boten.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren blieb das Jazzopen-Festival nicht vom Regen verschont. Da hatten es die Tribünengäste besser als das Gros der Besucher unter den blauen und roten Plastik-Capes, die gratis am Eingang verteilt worden waren.
Wohl wissend, dass ohne Sponsoren nicht viel ginge: Liebe Besucher beim Ausschank des VIP-Bereichs, bitte seien Sie nächstes Jahr ein bisschen leiser - besonders bei ruhigen Nummern - auch wenn Sie nicht in erster Linie wegen der Musik auf den Pariser Platz kommen! Tausende von Jazzopen-Besuchern danken es Ihnen. stai
~ Thomas Staiber