Artikel geschrieben am: 28.12.10

Keith Jarrett & Charlie Haden

Jasmine. ECM 2165

 

1968, im Jahr des Aufbruchs, bat der genialische Jazzpianist Keith Jarrett den Kontrabassist Charlie Haden in sein Trio und später in das legendäre American Quartet. Dann trennten sich die Wege. Nach über dreißig Jahren lud Jarrett nun seinen alten Genossen zu sich nach Hause ein. Haden blieb drei Tage und improvisierte mit ihm im Heimstudio über Soul-Songs und Jazz-Standards aus dem Great American Songbook. Das warme weiche Kontrabassspiel hatte offenbar eine beruhigende und kathartische Wirkung auf den oft so verspannten und quecksilbrigen Tastenkünstler. Jarrett öffnete sich dem lang verlorenen Freund und tat, was er am liebsten tut: Er spielte Klavier. Und wie! Völlig entspannt improvisierten die beiden - als seien sie in ihre schönsten Erinnerungen versunken - über „Body And Soul“, „Don’t Ever Leave Me“ und „One Day I'll Fly Away“. Im innigen, ja magischen Zusammenspiel von Keith Jarrett und Charlie Haden blühen sinnliche Liebeslieder wie süß duftender Jasmin an einem Strauch in einer südlichen Sommernacht.

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~ Thomas Staiber

Deko Füller
Familienbild