Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Indira Quartett feat)


 

 
 
Doppelkonzert: "Der Abend der Jazzpreisträger"
 





"Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamsten Schülern."
"Durch die Gasse der Vorurteile muss die Wahrheit ständig Spießruten laufen."
"In der heutigen Welt können wir es uns nicht leisten, in der Isolation zu leben. Darum sollte man drei Sprachen haben: eine regionale, eine nationale und eine internationale."
"Mit geballten Fäusten kann man sich nicht die Hände reichen."
Indira Gandhi (Biografie) 1917 - 1984
 


Jawaharlal Nehru führte an der Seite Mahatma Gandhis den Aufstand gegen die britische Kolonialherrschaft in Indien und wurde deshalb mehrmals eingesperrt. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit übernahm er die indische Regierung und führte sie bis zu seinem Tod. Seine Tochter, die das alles aus nächster Nähe miterlebt hatte, trat gut eineinhalb Jahre später, im Januar 1966, die Nachfolge an: Indira Gandhi war die zweite Regierungschefin einer demokratischen Republik – nach Sirimavo Bandaranaike in Ceylon und noch vor Golda Meïr in Israel. Drei Jahre nach einer Wahlniederlage im Frühjahr 1977 triumphierte sie über ihre politischen Gegner und kehrte an die Spitze der Regierung zurück. Ihr jüngerer Sohn Sanjay Gandhi, der die von ihrem Großvater Motilal und ihrem Vater Jawaharlal Nehru begründete "Dynastie" fortsetzen sollte, starb 1980 bei einem Flugzeugabsturz. Indira Gandhi wurde am 31. Oktober 1984 von zwei Leibwächtern erschossen. Ihr älterer Sohn Rajiv Gandhi, der an ihrem Todestag als Nachfolger vereidigt worden war, kam 1991 bei einem Bombenattentat ums Leben.




 
 

 

 
 
Eintritt: 15,00 / 12,00


 

 
 





 
 
Wie jedes Jahr bei "Jazz in der Dieselstraße" endet das Jazzjahr mit einem Doppelkonzert von Musikern aus dem süddeutschen Raum. Es freut uns besonders, dass wir an einem Abend die Jazzpreisträger der Jahre 2003, 2004 und 2005 auf einmal präsentieren können. Zu Uwe Kühners "Indira Trio" gesellt sich am heutigen Abend der Jazzpreisträger der letzten Jahre Jo Ambros. Die Band, sonst bestehend aus Fauzia Maria Beg (Gesang und Tanz), Frank Kroll (Bassklarinette und Sopransaxofon, Landesjazzpreisträger 2003) und Bandleader Uwe Kühner (Trommeln, Schlagzeug, Gongs) sorgt für eine dichte Atmosphäre mit deutlich indischen Einflüssen. Mit weicher, klarer Stimme, ganz in indischer Tradition und Technik, entlockt die aus Bombay stammende Sängerin- und Tänzerin Fauzia Maria Beg ihren Tönen Geist und Seele - äußerst rhythmusversiert und mit sprühendem Temperament, kongenial auch im Dialog mit ihren Partnern Frank Kroll, Uwe Kühner und dem Gitarristen Jo Ambros. Den zweiten Teil des Abends wird der erst jetzt im Oktober preisgekürte Trompeter und Flügelhornist Thomas Siffling mit seinem aktuellen Trio bestreiten. Zusammen mit Jens Loh am Bass und Markus Faller an den Drums versteht es Siffling eine Balance zwischen groovigen und akustischen Elementen zu finden. Erstaunlich die Klangvielfalt dieses Trios, das sich bereichert durch den gezielten Einsatz von elektronischen Effekten. Thomas Siffling gilt mittlerweile als einer der deutschen Jazztrompeter, die sich auch international einen Namen gemacht haben.


Indira - das neue Trio des Schlagzeugers und Komponisten Uwe Kühner steht für feinste Instrumentalmusik, durchsetzt mit indischen Einflüssen.
Mit weicher, klarer Stimme, ganz in indischer Tradition und Technik entlockt die aus Bombay stammende Sängerin und Tänzerin Fauzia Maria Beg ihren Tönen Geist und Seele. Ihre Einlagen aus dem Repertoire des klassisch indischen Tanzes verleihen dem Konzert eine besondere Note. Frank Kroll, Jazz-Preisträger des Landes Baden-Württemberg 2003, ist ein Meister der leisen Töne. Mit Multiphonik Technik schafft er auf dem Sopransaxophon zarteste Klangbilder, verwunschene Stimmungen und Landschaften. Meisterhaft und faszinierend wie Uwe Kühner seine Instrumente zum Leben erweckt. Vorwiegend eigene Kompositionen mit Gongs, Glocken, Becken, verschiedenen Holz- und Felltrommeln, Waterphone, Udu und zahlreichen Percussionsinstrumenten schaffen lyrische Stimmungen.

Fauzia Maria Beg (vocals) Geboren und aufgewachsen in Bombay. Klassische indische Tanzausbildung, Sängerin seit 1982. Seit 1989 in Deutschland. „Diese aussergewöhnlich temperamentvolle Sängerin kann ihre Stimme zu einem Instrument machen, trommelt, tanzt - diese Frau ist einfach ein Ereignis..“ (Böblinger Zeitung)


Frank Kroll (bass clarinet, sopran saxophon) Studium in Deutschland und den USA. Jazz Preis des Landes Baden-Württemberg 2003. „Frank Kroll wurde zum eigenständigen Charakter unter den Saxophonindividualisten..“ (Stuttgarter Zeitung)


Uwe Kühner (drums, percussion, composition) Gründer des Trios. Vier erste Preise bei verschiedenen Jazz Wettbewerben. „Meisterhaft und faszinierend wie er seine Instrumente zum Leben erweckte und das Schlagzeug nicht schlug sondern streichelte." (Badische Zeitung)

Mit exotischen Instrumenten, wie Steeldrum, Balafon, Gamelangongs, Talkin-Drum, Gongs oder Schlitztrommeln entführt der Schlagzeuger und Percussionist in ungewohnte Klangwelten. Fernab von Klischees entsteht eine eigene Musik, in der ruhige, wie auch kraftvolle Elemente zu finden sind.
Uwe Kühner: drums, percussion, melodics Vier erste Preise beim Wettbewerb "Jugend-Jazzt Baden-Württemberg". Erweitert sein Instrumentarium mit Gongs und Röhrenglocken um Melodie und Rhythmus zu verbinden. Eigene Solo Performance, gründete 2003 sein Trio "Indira". "Meisterhaft und faszinierend wie er seine Instrumente zum Leben erweckte und das Schlagzeug nicht schlug sondern streichelte..." (Badische Zeitung)

Jo Ambros: git. Studierte in Würzburg, Stuttgart und New York. Von Auftritten mit Giora Feidmann und Marcia Haydée, über die Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern bis zu Umsetzungen von Hörspielen (mit Bebelaar, Kroll) reicht das Spektrum von Jo Ambros. Ohne Zweifel gehört der Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg 2001 zu den interessantesten Gitarristen der jüngeren Generation. Er gewann 2004 den Jazzpreis Baden-Württemberg





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Vita Thomas Siffling
- 1972 Geboren in Karlsruhe - 1994 - 1998 Studium der Jazz-Trompete an der Staatlichen Hochschule für Musik Heidelberg- Mannheim bei Stephan Zimmermann. - 1998-2001 künstlerisches Aufbaustudium an der Staatlichen Hochschule für Musik Stuttgart bei Claus Stötter. - 1992 - 1995 Mitglied des Jugend-Jazzorchesters Baden-Württemberg (Leitung: Bernd Konrad); - 1996 Mitglied des Bundesjugend-Jazzorchesters (Leitung: Peter Herbolzheimer) - 1998 Produktion für den Hessischen Rundfunk mit Maria Schneider - 1999 CD-Produktion mit dem Thomas Siffling Quartett „Soft Wind“ Satin Doll Records - März 1999 Förderpreis der Stadt Mannheim für junge Künstler - Seit Mitte 2000 Leiter der SAP Big Band - August 2000 1. Preis beim Daimler-Chrysler- Talentwettbewerb in der Sparte Jazz für das "Thomas Siffling Jazz Quartett - Oktober 2000 erfolgreicher Auftritt mit den Martin´s Horns beim Deutschen Jazzfestival in Frankfurt.
– Thomas Siffling trio aktuelle CD "Change" acoustic & electronic groove music In seiner mittlerweile 3. CD unter eigenem Namen versteht es Thomas Siffling die Balance zwischen groovigen und akustischen Elementen in seiner Musik zu finden. Erstaunlich welche Klangvielfalt dieses Trio, bereichert durch den gezielten Einsatz von elektronischen Effekten, in den Neun Eigenkompositionen und dem Sting Klassiker Walking on the moon entwickelt, Auch ungewöhnliche Instrumente wie die orientalische Rahmentrommel, der Schellenkranz, die Cajon oder ein Kontrabass mit wah wah Effekt werden neben dem klassischen Trompeten / Flügelhorn Sound oder der gestopften Trompete eingesetzt. Beeindruckend dabei ist die musikalische Einheit und Spielfreude die das Trio mit dem Kölner Bassisten Jens Loh und dem Karlsruher Schlagzeuger und Percussionisten Markus Faller, der bereits seit 10 Jahren mit Siffling zusammenspielt, entwickelt. Siffling wird dieses Jahr mit dem Jazzpreis Baden Württemberg ausgezeichnet und gilt mittlerweile als einer der deutschen Jazztrompeter, der sich auch international einen Namen gemacht hat. Thomas Siffling - trp,flgh,electronic Jens Loh - bass, electronic Markus Faller - drums, percussion
- Thomas Siffling & the Puplic Sound Office    groovy chill out music
- Jazz X Change                    groove jazz 6-tet
- Steffen Waltenberger Band    electronic jazz 5-tet
- Christian Krischkowsky 5-tet    avantgarde jazz 5-tet
- Palatina Swing Orchestra    swing jazz
- Trans Mo Gri Fi    nu jazz,chillin
- E.G.O.    avantgard,electro jazz
- Fritz Münzer     swing jazz
- livin music family    party pop rock
- fresh&cool    70s style funk soul band
Lehrauftrag an der Universität Mannheim im Rahmen des Studiums Generale
Leiter der SAP Big Band.
div. DozentenTätigkeit (Jugend Jazzorchester Rheinland Pfalz/ Saarland)
Trompeten und Band Workschops
Musikverlags Teilhaber (EMANON Musikverlag)
Platten Label Teilhaber (JAZZ´n´ARTS Records und Rodenstein Records)
Thomas Siffling erhält den Jazzpreis Baden-Württemberg 2005 Der Mannheimer Trompeter Thomas Siffling  erhält den Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg 2005.  Der rennomierte und mit 13.000 € dotierte Preis geht damit  an einen der interessantesten und vielseitigsten Trompter der  jüngeren Generation, der sich in einem variablen Umfeld von  den Söhnen Mannheims, der Rainer Tempel Big Band, der Mardi Gras BB  bis hin zur Free Jazz Produktion mit Joachim Kühn einen Namen gemacht hat.  Daneben betreibt er ein eigenes Jazzlabel  zusammen mit Olaf Schönborn und Fritz Münzer.
Drei CDs erschienen bisher unter seinem eigenen Namen,  die aktuellste ist vor kurzem bei Jazz'n'Arts  herausgekommen: Thomas Sifflinge "Change" JnA 2504/Nova Media
www.thomassiffling.de
THOMAS SIFFLING – MUSIKER UND LABELMACHER IN PERSONALUNION
27.09.2005
Wichtig sind Thomas Siffling in seiner Arbeit mit anderen Musikern ein Höchstmaß an Kontinuität, das sich aufeinander verlassen können. Folglich zeugt die „Thomas Siffling Group", dokumentiert auf ihrer aktuellen CD „Change", auch von solch einer organisch gewachsenen Struktur: „Kontinuierliche Zusammenarbeit empfinde ich als immer wichtiger. Es ist wunderbar mit den Jungs!", beschreibt Siffling die Chemie, die zwischen Jens Loh (b, electr.), Markus Faller (dr, perc) und ihm selbst besteht. „Es gibt eine Art von blindem Verständnis zwischen uns, dessen Folge eine gute Interaktion und gegenseitiges Befruchten darstellt. Man befindet sich auf einer ganz anderen musikalischen Ebene, als in so einer zusammen gewürfelten Band, in der man Obacht geben muss, ob die anderen einen musikalisch verstehen. Bei uns im Trio geht es unmittelbar um die Musik, es muss sich keiner beweisen und profilieren." Gekonnt verbindet die Band akustische und hippe, elektronische Elemente; groovige, zeitgemäße Sounds und ein Fundament aus ruhig angelegtem Modernjazz gehen hier konstruktiv Hand in Hand. Der klassische Trompetensound steht dabei kontrastierend dem der gestopften Trompete gegenüber. Ergebnis ist eine vielfältige Klangwelt, in der bandeigene Kompositionen dominieren, wo aber auch Songklassiker verarbeitet werden.
Nimmt die Arbeit mit der eigenen Band einen großen Raum ein, so ist für Thomas Siffling ein ähnlich wichtiger Aspekt seine Rolle als Leiter der SAP-Bigband. In diese Tätigkeit sei er „mehr oder weniger einfach reingeschlittert." Ursprünglich gegründet von Firmenangehörigen der SAP, wurde diese Bigband zunächst ebenfalls von einem Mitarbeiter der Firma geleitet. Jedoch nachdem Siffling im Jahr 2000 zunächst einmalig eine Probe betreute, erhielt er die Anfrage, ob er nicht die ständige Leitung übernehmen wolle. Seitdem ist er aktiv dabei. Wichtig sei ihm bei der Bigband-Arbeit, zunächst einmal das Gefühl dafür zu vermitteln, wie eine Bigband klingt. Sound, Blending und so weiter. Das alles spielt für ihn eine wichtige Rolle. Das Zusammenspiel im eigenen Satz ist ein zentraler Schwerpunkt, der Zusammenklang der verschiedenen Sätze: Hierbei muss ein homogenes Konstrukt entstehen. Die Vermittlung davon, was „aufeinander Hören und Reagieren" bedeutet, ist ebenfalls ein wichtiger Part in Sifflings Leader-Arbeit. Denn: „Auch das Improvisieren will gelernt sein. Jeder muss mal ran. Learning by doing lautet die Devise."
Sechs weitere Formationen umfasst derzeit die Liste der Projekte, bei denen Thomas Siffling als Sideman mitwirkt – aber nicht unbedingt als Nebenfigur. Zuerst zu nennen das Steffen-Waltenberger-Quintett: „Ein toller Saxophonist aus Ulm", erklärt Thomas. „Wir haben gerade eine Platte auf Jazz’n’Arts-Records veröffentlicht. Das ist eine Mischung aus Jazz und elektronischen Grooves, mit Laptop auf der Bühne." Gerade sozusagen in den letzten Geburtswehen steht „TransMoGriFi" – hier werden, so das Vorhaben, alte Rockklassiker in neuem Gewand präsentiert: „Trompete mit viel Effekten, Gesang, Bass und DJ", präzisiert Siffling. Neben einem weiteren Elektronik-Crossover namens „Tom S & The Public Sound Office" ist unbedingt Sifflings Tätigkeit als Musical Director der Frankfurter Band „Jazz-X-Change" zu erwähnen, sowie seine Mitarbeit in den Horn-Sections der Pop/Funk-Bands: „Fresh & Cool" und „Livin‘ Music Family".
Für die Umsetzung seiner Soundvorstellungen schwört Thomas Siffling beim Flügelhorn wie bei der Trompete auf Instrumente der Firma Bach. „Für mich war Bach immer etwas ganz Besonderes. Schon als kleiner Junge wollte ich eine Bach-Trompete spielen", blickt Siffling in seine Kindheit zurück. „Auch wenn ich damals natürlich noch keinen Vergleich hatte! Ich probierte erst später einige andere Marken, habe zeitweise etwa Conn oder Yamaha gespielt. Aber immer kam ich zu Bach zurück: Die Instrumente dieser Firma klingen eben eigen." Die lange Suche bis er schließlich zu seiner 25 L-Trompete fand beschreibt er so: „Zuerst hatte ich eine 37 ML, die mir irgendwann zu eng wurde. Es folgte eine 72 ML, die mir wiederum zu groß war. Und eine 43 ML habe ich lange gespielt. Ich war damit eigentlich sehr zufrieden, ließ sogar den Lack abmachen, um einen noch weicheren Klang zu erhalten. Aber im Grunde war die 43 ML eine Combo-Trompete; für Salsa oder Funk-Gigs klang sie zu sanft. Meine jetzige Bach 25 L in Silber hat mich von der ewigen Wechselei erlöst. Sie ist für mich die wahre Allround-Trompete, geeignet sowohl für Combo und den Bigband-Bereich. Und sie passt auch für Pop-und Funk. Einfach prima!"
Bereits 1999 war Thomas Siffling mit dem Kulturförderpreis der Stadt Mannheim ausgezeichnet worden. Auch wenn er nicht der Typ sei, der ständig den Preisen und Auszeichnungen nachjagt: „Das mit dem Kulturförderpreis war natürlich eine tolle Sache", erklärt Siffling und lächelt. „Man gilt dadurch nämlich, wenn‘s auch blöd klingt, plötzlich etwas bei Menschen, die sonst nichts mit Musik am Hut haben!" Nunmehr zudem den „Jazzpreis Baden Württemberg" errungen zu haben, erfüllt den Trompeter mit Stolz: „Das ist eine wirklich große Auszeichnung! Ich sehe das als eine Art Anerkennung meiner kontinuierlichen Arbeit. Seit 1999 habe ich unter eigenem Namen drei CDs veröffentlicht, immer wieder neue Musik geschrieben, meine Band umgruppiert, mich weiterentwickelt. Nie wollte ich stehen bleiben, immer waren da Einflüsse, die mich inspirierten und antrieben. Das kam sowohl aus der Klassik, dem Pop, aber auch dem NuJazz und der Lounge House Musik."
er Jazzpreis Baden-Wurttemberg wurde erstmals 1985 von der Landesregierung gestiftet. Er ist mit 12.782 EUR, sowie einem Preistragerkonzert dotiert und mittlerweile weit uber das Land hinaus eine anerkannte Auszeichnung fur Musiker, die nicht alter als 35 Jahre sind. Die Preistrager werden von einer unabhangigen Jury ausgewahlt. Die meisten der Preistrager haben sich mittlerweile in der Szene sehr gut etabliert, einige sind sogar international erfolgreich. Hier die bisherigen Jazzpreisträger Baden-Wurttemberg::
Jörg Reiter/Johannes Faber
Thomas Stabenow
Dieter Ilg
Thomas Heidepriem
Michael Kersting
Klaus Stötter
Klaus Graf
Thorsten Wollmann
Matthias Stich
Karoline Höfler
Ekkehard Rössle
Peter Lehel
Andi Mayle
Gregor Hübner
Steffen Schorn
Patrik Bebelaar
Ralph Schmid
Rainer Tempel
Veit Hübner
Frank Kroll
Jo Ambros
Thomas Siffling

Böblinger Kreiszeitung | Kultur | 08. März 2003
Der Böblinger Frank Kroll erhält den diesjährigen Jazzpreis Baden-Würtemberg
Saxofonist außerhalb der Normalspur
Böblingen - Zaghaft nimmt der Jazz Besitz von Böblingen. Eine Musikschule, die mit profilierten Lehrkräften dem
Nachwuchs das Improvisieren beibringt, die Reihe "Jazztime", die die heimische Szene regelmäßig mit Musikern
aus der Republik konfrontiert und nun ein Instrumentalist, der demnächst für größere Aufmerksamkeit sorgen
dürfte: Frank Kroll, Saxofonist mit Wohnort Böblingen, erhält in diesem Jahr den Jazzpreis Baden-Württemberg.
Eigentlich ist er ein Kind der Stuttgarter Szene mit norddeutscher Herkunft. Erst 1991 lockte das Schwabenland
den Hildesheimer in Form des Jazz- und Popularmusik-Studiengangs unter Bernd Konrad an die Stuttgarter
Hochschule. Dort ist er im Musikerdunstkreis hängengeblieben. Die Liebe besorgte den Rest und machte aus
Frank Kroll 1999 einen Böblinger.
Dass er nun den höchsten Preis, den das Ländle für die improvisierte Musik auslobt, erhält, richtet nicht nur den
Blick auf einen, der mit seinem Sound und dem Hang zum Sopraninstrument nicht zu den "normalen"
Saxofonisten zahlt, sondern gibt auch Einblick in ein Musikerleben, wie es neben den wenigen
Promintenkarrieren die Normalität darstellt Gig an Gig, eine Studio-Session nach der anderen, ein Name, der in
den Grarnmy-Nominrerungen genauso wie auf den Playlists der CD-Cover Dauergast ist davon kann Frank Kroll
nur träumen.
Das Berufsleben des 35-Jährigen verläuft viel unspektakulärer, aber nicht unbedingt unglücklicher. Dass das
Unterrichten etwa 50 Prozent. seines Lebensunterhaltes ausmacht, ist für Frank Kroll völlig in Ordnung. "Mit
Kindern zu arbeiten bringt mir sehr viel", bekundet er. Vollblutmusiker zu sein, ist gar nicht sein Ding. "Das hat
auch sehr viel mit Einsamkeit zu tun", empfindet der Mann mit dem schwarzen Rundschnitt, "da wird man
immerzu mit seinen Unzulänglichkeiten konfrontiert. Bei Kindern kommt sehr viel mehr zurück."
Soll aber nicht bedeuten, dass man Frank Kroll nur in den Musizierzimmern oder auf Tonkonserven antrifft. Im
Gegenteil. Vor Publikum zu spielen, ist seine Leidenschaft und seine Stärke: "Da spiel' ich viel besser als im
Studios, bekennt er.
Dass er dabei die intime Atmosphäre eines Konzertsaales dem bierseligen Ambiente eines Jazzclubs vorzieht,
mag an Krolls Musik liegen. Nicht der Bebopper, der mit hastigen Chorussen durch die Songs jagt, begegnet
einem, wenn er in sein Instrument bläst. Frank Kroll gibt vielmehr den Melodiker, der Tonfolgen fein ziseliert und
Harmonien neugierig auslotet, statt mit hitziger Artistik zu brillieren. "Melodien sind schön", sagt er und empfindet
"viele Noten stressig."
So erinnert Krolls Phrasierung auch eher an den norwegischen Saxofon-Melancholiker Jan Garbarek als an die
rasenden Linien eines John Coltrane oder Michael Brecker. Obwohl er den Garbarek-Sound "gern mag" und auch
viel gehört hat, wie er gesteht, ist er dabei seinen eigenen Sound zu finden. Mit ein Grund, warum Frank troll auch
meistens das Sopran-Saxofon an den Lippen hat. "Das ist in der Musikszene nicht so belegt", meint er. Und
während die meisten Kollegen als zweites Instrument Alt- oder Tenorsax spielen, greift er zur Bassklarinette.
Heraus kommen dabei oft sperrige Sounds mit Einflüssen europäischer Musik und einem Drall zum freien Jazz;
vor allem wenn er mit seinem Piano-Kollegen Patrick Bebelaar spielt. "Keine einfache Musik" gesteht der
Wahl-Böblinger. Auch die zukünftigen Projekte verweisen auf en Nischendasein. Gerade arbeitet er an einer
Komposition für Streich- und Jazzquartett und an einer Vertonung eines Alfred Döblin-Stückes für Streichquartett,
Sprecher, Saxofon und Rhythmusgruppe sowie der Verbindung von Barockmusik und Figurentheater -
Unternehmungen, die das Faible des Jazz-Saxofonisten klassische Musik unterstreichen.
Im Moment steht allerdings das erste Soloalbum "Landscape" (siehe Kasten) im Vordergrund. Und dafür kommen
die 6500 Euro vom Jazzpreis, den er sich mit dem Stuttgarter Bassisten Veit Hübner teilt, gerade recht. Die sind
bereits investiert:, in die Produktion dieses Projektes durch das eigene Label "dml".
Michael Stürm
Frank Kroll auf Tonträger
Neben seinen Jobs als Sideman hat Frank Kroll bereits CDs unter eigenem Namen und eigene Projekte
veröffentlicht. Limes X nennt sich eine Formation, die Kroll mit seinem Kollegen Patrick Bebelaar (Piano) und
Bernd Settelmeyer (Drums) bereits Mitte der 90er Jahre gegründet hat. Der Erstling aus dem Jahr 1991 ist ein
artifizielles Konglomerat aus ethnischer Musik, improvisierten Passagen und arrangierten Parts, das durch Krolls
Sopransaxofon eine exotische Färbung erhält.
Auf "Es geht eine dunkle Wolke" haben die drei Musiker sich elf europäische Volkslieder vorgenommen und diese
in das Jazzidiom übertragen. Das Ergebnis ist eine spannende, kammermusikalische Annäherung an die
nationale Liedkultur durch ein Trio, das mit hochkonzentriertem Interplay überzeugt. "Apollo & Marsyas" haben
Frank Kroll und Patrick Bebelaar ihre Duo-CD aus dem Jahr 1998 genannt - ein Werk, das mit Ausflügen in tonal
freie Sphären und experimentelle Musik einen hohen Anspruch an die Ohren setzt. Die aktuelle Produktion von
Frank Kroll heißt ',Landscape" - ein ambitioniertes Projekt, das Jazz und europäische Konzertmusik mit
Einflüssen ethnischer Musik vor allem aus dem asiatischen Raum verbindet.
Alle CDs sind auf dem Label "dml-records" im Vetrieb von Fenn Music erschienen. mis
Samstag, 04.02.06   |    21:00 Uhr
IG Jazz
Indira
Feinste Musik mit indischen Einflüssen
Eintritt: € 10,-

Indira ist die bemerkenswerte Reise dreier Musiker, die es verstehen in einem Atem Geschichten zu erzählen – eigenwillige Geschichten.
Stimme, Bassklarinette und Sopransaxophon, Bali Gongs, Glocken, Becken, Holz- und Felltrommeln prägen den Klang dieser Geschichten – den besonderen Charme des Trios. Jede Komposition schafft eine eigene, vielschichtige Atmosphäre. Zum Beispiel, wenn..... Fauzia Maria Beg Elemente des klassischen indischen Tanzes einfliessen lässt – Frank Kroll mit Multi Phonic Technik zarte Klangbilder auf dem Sopransaxophon entwickelt – Uwe Kühner gleichzeitig Gongmelodien und Trommeln spielt.
 
Feinste Musik mit indischen Einflüssen - das neue Trio des Schlagzeugers und Komponisten Uwe Kühner
mit der aus Bombay stammenden Sängerin (und Tänzerin) Fauzia Maria Beg. Am Sopransaxophon und der Bassklarinette Frank Kroll - Landes Jazzpreisträger von Baden-Württemberg 2003.
Kompositionen mit Gongs, Glocken, verschiedenen Trommeln und zahlreichen Percussionsinstrumenten
schaffen lyrische Stimmungen mit packend impulsiven Momenten.
 
Die Musiker:
 
Fauzia Maria Beg - vocals
Ihr geheimnisvolles indisches Flair bezaubert sofort. Geboren und aufgewachsen in Bombay. Klassische indische Tanzausbildung, Sängerin seit 1982. Sie kommt 1989 nach Deutschland und lässt sich nach grossem künstlerischen Erfolg hier nieder. Ihr Rhythmusgefühl und ihr sprühendes Temperament sind bestechend.
„Diese aussergewöhnlich temperamentvolle Sängerin kann ihre Stimme zu einem Instrument machen, trommelt, tanzt - diese Frau ist einfach ein Ereignis..“ (Böblinger Zeitung).
 
Frank Kroll - bass clarinet, sopran saxophon
Ausbildung und Studium in Deutschland und den USA. Er konzentriert sich auf Bassklarinette und Sopransaxophon und gewinnt zahlreiche Preise, u.a. den Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg 2003. Sein Spiel ist gekennzeichnet durch großes Einfühlungsvermögen und außerordentliche Ausdrucksstärke.
„Frank Kroll wurde zum eigenständigen Charakter unter den Saxophonindividualisten..“ (Stuttgarter Zeitung).
 
Uwe Kühner - drums, percussion, composition
Gründer des Trios. Vier erste Preise bei verschiedenen Jazzwettbewerben. Erweitert sein Instrumentarium mit Gongs und Röhrenglocken, um Melodie und Rhythmus zu verbinden. Die Musik des Trios ist aus der Weiterentwicklung seines Soloprogramms entstanden. „Meisterhaft und faszinierend wie er seine Instrumente zum Leben erweckte und das Schlagzeug nicht schlug, sondern streichelte.." (Badische Zeitung).
 


Der Böblinger Frank Kroll erhält den diesjährigen Jazzpreis Baden-Württemberg
Böblingen - Zaghaft nimmt der Jazz Besitz von Böblingen. Eine Musikschule, die mit profilierten Lehrkräften dem Nachwuchs das Improvisieren beibringt, die Reihe "Jazztime", die die heimische Szene regelmäßig mit Musikern aus der Republik konfrontiert und nun ein Instrumentalist, der demnächst für größere Aufmerksamkeit sorgen dürfte: Frank Kroll, Saxofonist mit Wohnort Böblingen, erhält in diesem Jahr den Jazzpreis Baden-Württemberg. Eigentlich ist er ein Kind der Stuttgarter Szene mit norddeutscher Herkunft. Erst 1991 lockte das Schwabenland den Hildesheimer in Form des Jazz- und Popularmusik-Studiengangs unter Bernd Konrad an die Stuttgarter Hochschule. Dort ist er im Musikerdunstkreis hängengeblieben. Die Liebe besorgte den Rest und machte aus Frank Kroll 1999 einen Böblinger. Dass er nun den höchsten Preis, den das Ländle für die improvisierte Musik auslobt, erhält, richtet nicht nur den Blick auf einen, der mit seinem Sound und dem Hang zum Sopraninstrument nicht zu den "normalen" Saxofonisten zahlt, sondern gibt auch Einblick in ein Musikerleben, wie es neben den wenigen Promintenkarrieren die Normalität darstellt Gig an Gig, eine Studio-Session nach der anderen, ein Name, der in den Grarnmy-Nominrerungen genauso wie auf den Playlists der CD-Cover Dauergast ist davon kann Frank Kroll nur träumen. Das Berufsleben des 35-Jährigen verläuft viel unspektakulärer, aber nicht unbedingt unglücklicher. Dass das Unterrichten etwa 50 Prozent. seines Lebensunterhaltes ausmacht, ist für Frank Kroll völlig in Ordnung. "Mit Kindern zu arbeiten bringt mir sehr viel", bekundet er. Vollblutmusiker zu sein, ist gar nicht sein Ding. "Das hat auch sehr viel mit Einsamkeit zu tun", empfindet der Mann mit dem schwarzen Rundschnitt, "da wird man immerzu mit seinen Unzulänglichkeiten konfrontiert. Bei Kindern kommt sehr viel mehr zurück." Soll aber nicht bedeuten, dass man Frank Kroll nur in den Musizierzimmern oder auf Tonkonserven antrifft. Im Gegenteil. Vor Publikum zu spielen, ist seine Leidenschaft und seine Stärke: "Da spiel' ich viel besser als im Studios, bekennt er. Dass er dabei die intime Atmosphäre eines Konzertsaales dem bierseligen Ambiente eines Jazzclubs vorzieht, mag an Krolls Musik liegen. Nicht der Bebopper, der mit hastigen Chorussen durch die Songs jagt, begegnet einem, wenn er in sein Instrument bläst. Frank Kroll gibt vielmehr den Melodiker, der Tonfolgen fein ziseliert und Harmonien neugierig auslotet, statt mit hitziger Artistik zu brillieren. "Melodien sind schön", sagt er und empfindet "viele Noten stressig." So erinnert Krolls Phrasierung auch eher an den norwegischen Saxofon-Melancholiker Jan Garbarek als an die rasenden Linien eines John Coltrane oder Michael Brecker. Obwohl er den Garbarek-Sound "gern mag" und auch viel gehört hat, wie er gesteht, ist er dabei seinen eigenen Sound zu finden. Mit ein Grund, warum Frank troll auch meistens das Sopran-Saxofon an den Lippen hat. "Das ist in der Musikszene nicht so belegt", meint er. Und während die meisten Kollegen als zweites Instrument Alt- oder Tenorsax spielen, greift er zur Bassklarinette. Heraus kommen dabei oft sperrige Sounds mit Einflüssen europäischer Musik und einem Drall zum freien Jazz; vor allem wenn er mit seinem Piano-Kollegen Patrick Bebelaar spielt. "Keine einfache Musik" gesteht der Wahl-Böblinger. Auch die zukünftigen Projekte verweisen auf en Nischendasein. Gerade arbeitet er an einer Komposition für Streich- und Jazzquartett und an einer Vertonung eines Alfred Döblin-Stückes für Streichquartett, Sprecher, Saxofon und Rhythmusgruppe sowie der Verbindung von Barockmusik und Figurentheater - Unternehmungen, die das Faible des Jazz-Saxofonisten klassische Musik unterstreichen. Im Moment steht allerdings das erste Soloalbum "Landscape" (siehe Kasten) im Vordergrund. Und dafür kommen die 6500 Euro vom Jazzpreis, den er sich mit dem Stuttgarter Bassisten Veit Hübner teilt, gerade recht. Die sind bereits investiert:, in die Produktion dieses Projektes durch das eigene Label "dml".
(Michael Stürm)
Frank Kroll auf Tonträger Neben seinen Jobs als Sideman hat Frank Kroll bereits CDs unter eigenem Namen und eigene Projekte veröffentlicht. Limes X nennt sich eine Formation, die Kroll mit seinem Kollegen Patrick Bebelaar (Piano) und Bernd Settelmeyer (Drums) bereits Mitte der 90er Jahre gegründet hat. Der Erstling aus dem Jahr 1991 ist ein artifizielles Konglomerat aus ethnischer Musik, improvisierten Passagen und arrangierten Parts, das durch Krolls Sopransaxofon eine exotische Färbung erhält. Auf "Es geht eine dunkle Wolke" haben die drei Musiker sich elf europäische Volkslieder vorgenommen und diese in das Jazzidiom übertragen. Das Ergebnis ist eine spannende, kammermusikalische Annäherung an die nationale Liedkultur durch ein Trio, das mit hochkonzentriertem Interplay überzeugt. "Apollo & Marsyas" haben Frank Kroll und Patrick Bebelaar ihre Duo-CD aus dem Jahr 1998 genannt - ein Werk, das mit Ausflügen in tonal freie Sphären und experimentelle Musik einen hohen Anspruch an die Ohren setzt. Die aktuelle Produktion von Frank Kroll heißt "Landscape" - ein ambitioniertes Projekt, das Jazz und europäische Konzertmusik mit Einflüssen ethnischer Musik vor allem aus dem asiatischen Raum verbindet. Alle CDs sind auf dem Label "dml-records" im Vetrieb von Fenn Music erschienen. mis

Der BöDer Böblinger Frank Kroll erhält den diesjährigen Jazzpreis Baden-Württemberg
Böblingen - Zaghaft nimmt der Jazz Besitz von Böblingen. Eine Musikschule, die mit profilierten Lehrkräften dem Nachwuchs das Improvisieren beibringt, die Reihe "Jazztime", die die heimische Szene regelmäßig mit Musikern aus der Republik konfrontiert und nun ein Instrumentalist, der demnächst für größere Aufmerksamkeit sorgen dürfte: Frank Kroll, Saxofonist mit Wohnort Böblingen, erhält in diesem Jahr den Jazzpreis Baden-Württemberg. Eigentlich ist er ein Kind der Stuttgarter Szene mit norddeutscher Herkunft. Erst 1991 lockte das Schwabenland den Hildesheimer in Form des Jazz- und Popularmusik-Studiengangs unter Bernd Konrad an die Stuttgarter Hochschule. Dort ist er im Musikerdunstkreis hängengeblieben. Die Liebe besorgte den Rest und machte aus Frank Kroll 1999 einen Böblinger. Dass er nun den höchsten Preis, den das Ländle für die improvisierte Musik auslobt, erhält, richtet nicht nur den Blick auf einen, der mit seinem Sound und dem Hang zum Sopraninstrument nicht zu den "normalen" Saxofonisten zahlt, sondern gibt auch Einblick in ein Musikerleben, wie es neben den wenigen Promintenkarrieren die Normalität darstellt Gig an Gig, eine Studio-Session nach der anderen, ein Name, der in den Grarnmy-Nominrerungen genauso wie auf den Playlists der CD-Cover Dauergast ist davon kann Frank Kroll nur träumen. Das Berufsleben des 35-Jährigen verläuft viel unspektakulärer, aber nicht unbedingt unglücklicher. Dass das Unterrichten etwa 50 Prozent. seines Lebensunterhaltes ausmacht, ist für Frank Kroll völlig in Ordnung. "Mit Kindern zu arbeiten bringt mir sehr viel", bekundet er. Vollblutmusiker zu sein, ist gar nicht sein Ding. "Das hat auch sehr viel mit Einsamkeit zu tun", empfindet der Mann mit dem schwarzen Rundschnitt, "da wird man immerzu mit seinen Unzulänglichkeiten konfrontiert. Bei Kindern kommt sehr viel mehr zurück." Soll aber nicht bedeuten, dass man Frank Kroll nur in den Musizierzimmern oder auf Tonkonserven antrifft. Im Gegenteil. Vor Publikum zu spielen, ist seine Leidenschaft und seine Stärke: "Da spiel' ich viel besser als im Studios, bekennt er. Dass er dabei die intime Atmosphäre eines Konzertsaales dem bierseligen Ambiente eines Jazzclubs vorzieht, mag an Krolls Musik liegen. Nicht der Bebopper, der mit hastigen Chorussen durch die Songs jagt, begegnet einem, wenn er in sein Instrument bläst. Frank Kroll gibt vielmehr den Melodiker, der Tonfolgen fein ziseliert und Harmonien neugierig auslotet, statt mit hitziger Artistik zu brillieren. "Melodien sind schön", sagt er und empfindet "viele Noten stressig." So erinnert Krolls Phrasierung auch eher an den norwegischen Saxofon-Melancholiker Jan Garbarek als an die rasenden Linien eines John Coltrane oder Michael Brecker. Obwohl er den Garbarek-Sound "gern mag" und auch viel gehört hat, wie er gesteht, ist er dabei seinen eigenen Sound zu finden. Mit ein Grund, warum Frank troll auch meistens das Sopran-Saxofon an den Lippen hat. "Das ist in der Musikszene nicht so belegt", meint er. Und während die meisten Kollegen als zweites Instrument Alt- oder Tenorsax spielen, greift er zur Bassklarinette. Heraus kommen dabei oft sperrige Sounds mit Einflüssen europäischer Musik und einem Drall zum freien Jazz; vor allem wenn er mit seinem Piano-Kollegen Patrick Bebelaar spielt. "Keine einfache Musik" gesteht der Wahl-Böblinger. Auch die zukünftigen Projekte verweisen auf en Nischendasein. Gerade arbeitet er an einer Komposition für Streich- und Jazzquartett und an einer Vertonung eines Alfred Döblin-Stückes für Streichquartett, Sprecher, Saxofon und Rhythmusgruppe sowie der Verbindung von Barockmusik und Figurentheater - Unternehmungen, die das Faible des Jazz-Saxofonisten klassische Musik unterstreichen. Im Moment steht allerdings das erste Soloalbum "Landscape" (siehe Kasten) im Vordergrund. Und dafür kommen die 6500 Euro vom Jazzpreis, den er sich mit dem Stuttgarter Bassisten Veit Hübner teilt, gerade recht. Die sind bereits investiert:, in die Produktion dieses Projektes durch das eigene Label "dml".
(Michael Stürm)
Frank Kroll auf Tonträger Neben seinen Jobs als Sideman hat Frank Kroll bereits CDs unter eigenem Namen und eigene Projekte veröffentlicht. Limes X nennt sich eine Formation, die Kroll mit seinem Kollegen Patrick Bebelaar (Piano) und Bernd Settelmeyer (Drums) bereits Mitte der 90er Jahre gegründet hat. Der Erstling aus dem Jahr 1991 ist ein artifizielles Konglomerat aus ethnischer Musik, improvisierten Passagen und arrangierten Parts, das durch Krolls Sopransaxofon eine exotische Färbung erhält. Auf "Es geht eine dunkle Wolke" haben die drei Musiker sich elf europäische Volkslieder vorgenommen und diese in das Jazzidiom übertragen. Das Ergebnis ist eine spannende, kammermusikalische Annäherung an die nationale Liedkultur durch ein Trio, das mit hochkonzentriertem Interplay überzeugt. "Apollo & Marsyas" haben Frank Kroll und Patrick Bebelaar ihre Duo-CD aus dem Jahr 1998 genannt - ein Werk, das mit Ausflügen in tonal freie Sphären und experimentelle Musik einen hohen Anspruch an die Ohren setzt. Die aktuelle Produktion von Frank Kroll heißt "Landscape" - ein ambitioniertes Projekt, das Jazz und europäische Konzertmusik mit Einflüssen ethnischer Musik vor allem aus dem asiatischen Raum verbindet. Alle CDs sind auf dem Label "dml-records" im Vetrieb von Fenn Music erschienen. mis
blinger Frank Kroll erhält den diesjährigen Jazzpreis Baden-Württemberg
Böblingen - Zaghaft nimmt der Jazz Besitz von Böblingen. Eine Musikschule, die mit profilierten Lehrkräften dem Nachwuchs das Improvisieren beibringt, die Reihe "Jazztime", die die heimische Szene regelmäßig mit Musikern aus der Republik konfrontiert und nun ein Instrumentalist, der demnächst für größere Aufmerksamkeit sorgen dürfte: Frank Kroll, Saxofonist mit Wohnort Böblingen, erhält in diesem Jahr den Jazzpreis Baden-Württemberg. Eigentlich ist er ein Kind der Stuttgarter Szene mit norddeutscher Herkunft. Erst 1991 lockte das Schwabenland den Hildesheimer in Form des Jazz- und Popularmusik-Studiengangs unter Bernd Konrad an die Stuttgarter Hochschule. Dort ist er im Musikerdunstkreis hängengeblieben. Die Liebe besorgte den Rest und machte aus Frank Kroll 1999 einen Böblinger. Dass er nun den höchsten Preis, den das Ländle für die improvisierte Musik auslobt, erhält, richtet nicht nur den Blick auf einen, der mit seinem Sound und dem Hang zum Sopraninstrument nicht zu den "normalen" Saxofonisten zahlt, sondern gibt auch Einblick in ein Musikerleben, wie es neben den wenigen Promintenkarrieren die Normalität darstellt Gig an Gig, eine Studio-Session nach der anderen, ein Name, der in den Grarnmy-Nominrerungen genauso wie auf den Playlists der CD-Cover Dauergast ist davon kann Frank Kroll nur träumen. Das Berufsleben des 35-Jährigen verläuft viel unspektakulärer, aber nicht unbedingt unglücklicher. Dass das Unterrichten etwa 50 Prozent. seines Lebensunterhaltes ausmacht, ist für Frank Kroll völlig in Ordnung. "Mit Kindern zu arbeiten bringt mir sehr viel", bekundet er. Vollblutmusiker zu sein, ist gar nicht sein Ding. "Das hat auch sehr viel mit Einsamkeit zu tun", empfindet der Mann mit dem schwarzen Rundschnitt, "da wird man immerzu mit seinen Unzulänglichkeiten konfrontiert. Bei Kindern kommt sehr viel mehr zurück." Soll aber nicht bedeuten, dass man Frank Kroll nur in den Musizierzimmern oder auf Tonkonserven antrifft. Im Gegenteil. Vor Publikum zu spielen, ist seine Leidenschaft und seine Stärke: "Da spiel' ich viel besser als im Studios, bekennt er. Dass er dabei die intime Atmosphäre eines Konzertsaales dem bierseligen Ambiente eines Jazzclubs vorzieht, mag an Krolls Musik liegen. Nicht der Bebopper, der mit hastigen Chorussen durch die Songs jagt, begegnet einem, wenn er in sein Instrument bläst. Frank Kroll gibt vielmehr den Melodiker, der Tonfolgen fein ziseliert und Harmonien neugierig auslotet, statt mit hitziger Artistik zu brillieren. "Melodien sind schön", sagt er und empfindet "viele Noten stressig." So erinnert Krolls Phrasierung auch eher an den norwegischen Saxofon-Melancholiker Jan Garbarek als an die rasenden Linien eines John Coltrane oder Michael Brecker. Obwohl er den Garbarek-Sound "gern mag" und auch viel gehört hat, wie er gesteht, ist er dabei seinen eigenen Sound zu finden. Mit ein Grund, warum Frank troll auch meistens das Sopran-Saxofon an den Lippen hat. "Das ist in der Musikszene nicht so belegt", meint er. Und während die meisten Kollegen als zweites Instrument Alt- oder Tenorsax spielen, greift er zur Bassklarinette. Heraus kommen dabei oft sperrige Sounds mit Einflüssen europäischer Musik und einem Drall zum freien Jazz; vor allem wenn er mit seinem Piano-Kollegen Patrick Bebelaar spielt. "Keine einfache Musik" gesteht der Wahl-Böblinger. Auch die zukünftigen Projekte verweisen auf en Nischendasein. Gerade arbeitet er an einer Komposition für Streich- und Jazzquartett und an einer Vertonung eines Alfred Döblin-Stückes für Streichquartett, Sprecher, Saxofon und Rhythmusgruppe sowie der Verbindung von Barockmusik und Figurentheater - Unternehmungen, die das Faible des Jazz-Saxofonisten klassische Musik unterstreichen. Im Moment steht allerdings das erste Soloalbum "Landscape" (siehe Kasten) im Vordergrund. Und dafür kommen die 6500 Euro vom Jazzpreis, den er sich mit dem Stuttgarter Bassisten Veit Hübner teilt, gerade recht. Die sind bereits investiert:, in die Produktion dieses Projektes durch das eigene Label "dml".
(Michael Stürm)
Frank Kroll auf Tonträger Neben seinen Jobs als Sideman hat Frank Kroll bereits CDs unter eigenem Namen und eigene Projekte veröffentlicht. Limes X nennt sich eine Formation, die Kroll mit seinem Kollegen Patrick Bebelaar (Piano) und Bernd Settelmeyer (Drums) bereits Mitte der 90er Jahre gegründet hat. Der Erstling aus dem Jahr 1991 ist ein artifizielles Konglomerat aus ethnischer Musik, improvisierten Passagen und arrangierten Parts, das durch Krolls Sopransaxofon eine exotische Färbung erhält. Auf "Es geht eine dunkle Wolke" haben die drei Musiker sich elf europäische Volkslieder vorgenommen und diese in das Jazzidiom übertragen. Das Ergebnis ist eine spannende, kammermusikalische Annäherung an die nationale Liedkultur durch ein Trio, das mit hochkonzentriertem Interplay überzeugt. "Apollo & Marsyas" haben Frank Kroll und Patrick Bebelaar ihre Duo-CD aus dem Jahr 1998 genannt - ein Werk, das mit Ausflügen in tonal freie Sphären und experimentelle Musik einen hohen Anspruch an die Ohren setzt. Die aktuelle Produktion von Frank Kroll heißt "Landscape" - ein ambitioniertes Projekt, das Jazz und europäische Konzertmusik mit Einflüssen ethnischer Musik vor allem aus dem asiatischen Raum verbindet. Alle CDs sind auf dem Label "dml-records" im Vetrieb von Fenn Music erschienen. mis







- Mai 2001 Tournee mit der Thomas Siffling Group und anschl. Rundfunkaufzeichnung für den Bayerischen Rundfunk im Studio Franken. - Mitte 2001 große Europa/Kanada Tournee mit Mardi Gras BB. - Nov. 2001 Tournee der Thomas Siffling Group durch Deutschland zur Vorstellung der neusten CD "Stories" Jazz4ever Records - 2002 CD Aufnahmen mit Joachim Kühn - 2.Preisträger beim Jazz Preis Baden-Württemberg 2002 - Anfang 2003 große Thailand Tournee mit der Rhythm Boiler Street Band. - Anfang 2004 Einspielung der neusten Thomas Siffling CD „Change“ JAZZ´n´ARTS 2504 (V.Ö.06.10.04) (Nominiert für die Bestenliste der deutschen Schallplatten Kritik Quartal IV-2004) - Diverse Konzerte zur Vorstellung der neusten CD. - Einspielung der Söhne Mannheims Single „Babylon System“. Gemeinsames Konzert. - 1.Preisträger de Jazz Preises Baden Württemberg 2005 - Zahlreiche Konzerte mit dem Thomas Siffling Trio. - Konzertaufenthalt in Thessaloniki / Griechenland
Tourneen: Südamerika, Malta, Spanien, Polen, Ukraine, Italien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Türkei, Libanon, Thailand,Griechenland...
Arbeitete schon mit Frank Foster, Al Porcino, Karl Razer, Bobby Shew, Maria Schneider, Frank Möbus, Joachim Kühn, Söhnen Mannheims etc.














~ Thomas Staiber

Deko Füller
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