Artikel geschrieben am: 01.01.70
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Hoppel Hoppel Rhythm Club – Jazz für Kinder unter 100 zum Singen, Hören und Tanzen. FTM 8015
Das hat uns noch gefehlt! Willi Wagner, der Chef eines Stuttgarter Plattenladens ist unter die Produzenten gegangen und hat soeben mit bekannten Musikern aus der Region eine Jazz-CD für Kinder vorgelegt. Zum Preis von 15 € liegt sie seit 1. Dezember auch im „Einklang“ in der Christophstraße aus. Gleich am ersten Tag machte die Kasse 120 Mal klingelingeling. Damit verkauft sich die CD besser als die angesagtesten Klassikscheiben von Bartoli, Netrebko und Co. oder etwa als der jüngste Jazz-Bestseller von Keith Jarrett. Selig lächelnd wie ein satter Säugling vermeldet Herr Wagner die wohl gefüllte Marktlücke.
Ermuntert durch den Erfolg der stets ausverkauften Veranstaltungsreihe „Jazz für Kinder“ im FITS, finanzierte der rührige Klassik- und Jazzliebhaber das Projekt. Jazzer vom Rang eines Peter Lehel (Saxophon, Flöte), Peter Schindler (Klavier), Obi Jenne (Schlagzeug) und Mini Schulz (Bass) begaben sich ins Studio, um bekannte deutsche Kinderlieder frisch aufzunehmen. Das haben sie derart liebevoll gemacht und so hübsch hingekriegt, dass Zuhörer jeden Alters beim Mitsingen, Mittrommeln und beim Herumtanzen ihre helle Freude daran haben. Für die nicht ganz so Textsicheren liegen die Kinderlieder übrigens in gedruckter Form der CD bei.
„Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“, „What Shall We Do With The Drunken Sailor“ oder „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ eignen sich, wie Herr Wagner glaubhaft versichert, sogar als „Partyknüller“.
Kinder legen da ihren Gameboy aus der Hand und singen mit Freunden, Eltern und Großeltern. Was will man mehr? Dass sie dabei auch mit dem Jazz in Berührung kommen – wen stört’s? Mich nicht. Thomas Staiber
~ Thomas Staiber