Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Hamilton - Allen 2008)

Scott Hamilton, Harry Allen und das Olaf- Polziehn-Trio, Sparda-Bank Hbf, 28.05.08
Viele orientieren sich an den Vätern, manche an den Großvätern. Scott Hamilton und Harry Allen haben, als die meisten anderen Saxophonisten wie Charlie Parker oder wie John Coltrane spielen und klingen wollten, sich Großmeister des Swing, haben Ben Webster oder (den jüngeren) Stan Getz zum Vorbild erkoren. Schnell haben sie den Status schön blasender Plagiatoren verlassen, eine eigene Stimme entwickelt und sich flugs in den Mainstream-Olymp hochgejazzt. Es ist schon etwas besonderes die Beiden zusammen zu erleben. Als Ideengeber, Begleiter, Trampolin fungierte das Klaviertrio des Schwaben Olaf Polziehn, eine der feinsten konventionellen Kleincombos weit und breit. Die Begegnung der zwei amerikanischen Tenöre des Saxophons verlief spannend: mal als geschmeidiges Miteinander, als Synchronsurfen durch den Klangraum, mal als Duell, bei dem der jüngere Allen mit ideenreichem, erstaunlich flüssigem Spiel unter weit geschwungenen Spannungsbögen als klarer Sieger hervorging. Doch Jazz ist kein Boxkampf. Und so freuten sich die Besucher in der voll besetzten Sparda-Bank über Hamiltons beseeltes Balladenspiel und seinen kernigeren Ton. Das Publikum, das nach des Tages Mühen lieber kultivierten geschmackvollen Swing rezipiert als Stachliges, Sperriges, Schwieriges, verließ den Geldtempel nach einem rundum gelungenen Jazzkonzert in heiterer Stimmung. Thomas Staiber

~ Thomas Staiber

Deko Füller
Familienbild