Artikel geschrieben am: 01.01.70
--- (Datei: Haffner 2010 Mat.)
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Jazz thing präsentiert:Wolfgang Haffner Trio
Mit ihm brach eine neue Ära im deutschen Jazz an: Man sagt nicht zu viel, wenn man Wolfgang Haffner attestiert, dass er einer der ersten deutschen Schlagzeuger war, die Swing und Rock gleichermaßen verstanden und verinnerlicht hatten.Albert Mangelsdorff hat das gleich erkannt und ihn schon in jungen Jahren engagiert. Mittlerweile könnte man Haffner fast eine lebende Legende nennen, wenn er nicht immer noch relativ jung wäre. Dennoch umfasst seine Diskografie als Sideman über 400 Aufnahmen.Seine eigenen Alben werden künstlerisch immer gewichtiger. Nach der hervorragenden CD „Acoustic Shapes“ hat er jetzt mit „Round Silence“ eine Aufnahme vorgelegt, die den Mut zur Einfachheit mit extrem abwechslungsreichen Klangfarben kombiniert. Zu seinem Trio, das aus dem Pianisten Hubert Nuss und dem Bassisten Lars Danielsson besteht, gesellen sich Sting-Gitarrist Dominic Miller, der amerikanische Fusiongitarrist Chuck Loeb (ein alter Haffner-Weggefährte), die Sängerin Kim Sanders und der schwedische Posaunengott und künstlerische Leiter des Berliner Jazzfests, Nils Landgren.Kraftmeierisches Virtuosentum ist Wolfgang Haffner fremd, denn er weiß: „Der Schlagzeuger hat einen extrem wichtigen Part. Er steuert die Richtung der Musik grundlegend. Das ganze Rhythmusfundament und auch die Dynamik der Band habe ich zu verantworten.“Diese Maxime gilt selbstverständlich auch während seiner aktuellen Trio-Tour, die am 3. November in Stuttgart beginnt. Sie führt über Hamburg, Berlin und Köln bis nach Stockholm und Paris und wird nach diversen weiteren Auslands-Abstechern Ende November mit den deutschen Stationen Nürnberg, Aschaffenburg, Karlsruhe, Dortmund und Darmstadt fortgesetzt. Weitere Konzerte im Dezember sind in Planung.
Jazz thing präsentiert:Wolfgang Haffner Trio03.11. Stuttgart, Bix04.11. Elmau, Schloss Elmau05.11. Erding, Jazztage06.11. Ingolstadt, Ingolstädter Jazztage08.11. Hamburg, Fabrik09.11. Berlin, Postbahnhof10.11. Köln, Stadtgarten11.11. Stockholm/SE, Fasching12.11. Paris/F, Jazzy Colours Festival17.11. Freiburg, Jazzhaus18.11. Basel/CH, Bird's Eye19.11. Guebwiller/F, Kloster Les Dominicains29.11. Nürnberg, Tafelhalle30.11. Aschaffenburg, Colos-Saal01.12. Karlsruhe, Tollhaus02.12. Dortmund, Konzerthaus03.12. Darmstadt, Centralstation
Wolfgang Haffner hat den ECHO Jazz 2010 als "Instrumentalist des Jahres national" für sein Album "Round Silence" erhalten. Alle Stücke des Albums hat er selbst geschrieben. Dabei beweist er einen erfrischenden Mut zur Einfachheit. Er verzichtet auf verkünstelte Melodiephrasen und punktet durch eine schlichte Sprache der Töne. Die von Haffner und seiner Band fein kreierten Klanggewebe sind in weiten Strecken schwebend. Die Musiker lassen teils märchenhafte, in vielen Farben schimmernde fliegende Klangteppiche entstehen.Auch als Bandleader bleibt Haffner seiner Maxime treu, sich ganz in den Dienst der Sache zu stellen. Er verzichtet auf jegliches schlagzeugerisches Muskelspiel und virtuose Effekthascherei. Stattdessen brilliert er durch punktgenaues, abwechslungsreiches und dezentes Spiel. Seiner Rolle im Bandgefüge ist er sich dabei stets bewusst: „Der Schlagzeuger hat einen extrem wichtigen Part. Er steuert die Richtung der Musik grundlegend. Das ganze Rhythmusfundament und auch die Dynamik der Band habe ich zu verantworten.“Mit Round Silence knüpft Haffner an die intime Klangsprache seiner beiden Vorgänger Acoustic Shapes und Shapes, das gerade den Jazz Award für über 10.000 in Deutschland verkaufte Tonträger erhielt, an. Aber er geht noch einen Schritt weiter, indem er sich mit einem Phänomen auseinandersetzt, das vordergründig wie der Todfeind eines jeden Musikers scheint: die Stille. Haffner nimmt diese nicht wörtlich, sondern interpretiert sie als eine ruhig gespielte Musik, frei von Hektik und Nervosität. Was aber wiederum nicht bedeutet, dass dem Album keine Spannung, Reibung und Leidenschaft innewohnt. Round Silence ist ein Kreisen um die Stille, das nicht lautlos an einem vorüber geht und keinesfalls überhört werden sollte.Die Trio-Besetzung: Wolfgang an den Drums plus Flügel (Hubert Nuss) und Bass (Christian Diener).
1. Round Silence 2. Left Side Of Field 3. It´s Not Safe 4. Azul 5. Stadium Jazz 6. Nightsong 7. The Space In Between 8. Tubes, Ride 9. Wordless 10. The Flow
Längst hat sich Wolfgang Haffner weltweit in die erste Liga der Schlagzeuger gespielt. Die Liste seiner Einsätze hinter den Trommeln in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten ist lang und vielseitig. Mit Namen wie Albert Mangelsdorff, Klaus Doldinger’s Passport, Till Brönner oder Nils Landgren liest sie sich wie ein „Who is Who“ des aktuellen Jazz. Seine Diskographie als Sideman umfasst weit über 400 Aufnahmen. Aber auch als Bandleader und Komponist ist Haffner kein Geheimtipp mehr. Mit seinem 2008 erschienenen Album Acoustic Shapes (ACT 9468-2) stieß er in die „Weltelite der Klaviertrios“ (Jazzpodium) vor.Es ist nicht verwunderlich, dass Haffner auch auf Round Silence in bester Gesellschaft ist. Zu seinem bewährten Trio mit dem schwedischen Bassisten Lars Danielsson und dem Kölner Pianisten Hubert Nuss gesellen sich illustre Stargäste, die das Album mit ihrer spezifischen Handschrift veredeln: Sting-Gitarrist Dominic Miller, der US-amerikanische Jazzgitarrist Chuck Loeb, Sängerin Kim Sanders und der schwedische Posaunist Nils Landgren umkreisen als Solisten Round Silence. In seiner Rolle als Bandleader geht der charismatische Haffner hinter den Trommeln hörbar auf: „Mir gefällt es einfach, die Band in eine bestimmte Richtung zu leiten und mit ihr ein gutes Programm zu formen.“So feinfühlig Haffner die Sticks im Takt bewegt, so gekonnt führt er auch die Feder als Komponist. Alle elf Stücke des Albums hat er selbst geschrieben. Dabei beweist er einen erfrischenden Mut zur Einfachheit. Er verzichtet auf verkünstelte Melodiephrasen und punktet durch eine schlichte Sprache der Töne. Die von Haffner und seiner Band fein kreierten Klanggewebe sind in weiten Strecken schwebend. Die Musiker lassen teils märchenhafte, in vielen Farben schimmernde fliegende Klangteppiche entstehen. Mal erhellen Bläser, mal die Gitarre oder die menschliche Stimme diese in sich ruhende Grundstimmung und setzen einzelne Farbakzente. In einem Moment leuchten sie bunt auf und in der nächsten Sekunde sind sie diffus im Hintergrund zu erahnen.Auch wenn das Album das Werk eines Schlagzeugers ist, so spielt sich der Protagonist zu keiner Zeit solistisch in den Vordergrund: „Teamwork ist in meiner Band das A und O“, stellt Haffner fest. Auch als Bandleader bleibt er sich seiner Maxime treu, sich ganz in den Dienst der Sache zu stellen. Haffner verzichtet auf jegliches schlagzeugerisches Muskelspiel und virtuose Effekthascherei. Stattdessen brilliert er durch punktgenaues, abwechslungsreiches und dezentes Spiel. Seiner Rolle im Bandgefüge ist er sich dabei stets bewusst: „Der Schlagzeuger hat einen extrem wichtigen Part. Er steuert die Richtung der Musik grundlegend. Das ganze Rhythmusfundament und auch die Dynamik der Band habe ich zu verantworten.“Mit Round Silence knüpft Haffner an die intime Klangsprache seiner beiden Vorgänger Acoustic Shapes (ACT 9468-2) und Shapes (ACT 9603-2), das gerade den Jazz Award für über 10.000 in Deutschland verkaufte Tonträger erhielt, an. Aber er geht noch einen Schritt weiter, indem er sich mit einem Phänomen auseinandersetzt, das vordergründig wie der Todfeind eines jeden Musikers scheint: die Stille. Haffner nimmt diese nicht wörtlich, sondern interpretiert sie als eine ruhig gespielte Musik, frei von Hektik und Nervosität. Was aber wiederum nicht bedeutet, dass dem Album keine Spannung, Reibung und Leidenschaft innewohnt.
Längst hat sich Wolfgang Haffner weltweit in die erste Liga der Schlagzeuger gespielt. Die Liste seiner Einsätze hinter den Trommeln in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten ist lang und vielseitig. Mit Namen wie Albert Mangelsdorff, Klaus Doldinger’s Passport, Till Brönner oder Nils Landgren liest sie sich wie ein „Who is Who“ des aktuellen Jazz. Seine Diskographie als Sideman umfasst weit über 400 Aufnahmen. Aber auch als Bandleader und Komponist ist Haffner kein Geheimtipp mehr. Mit seinem 2008 erschienenen Album Acoustic Shapes (ACT 9468-2) stieß er in die „Weltelite der Klaviertrios“ (Jazzpodium) vor.Es ist nicht verwunderlich, dass Haffner auch auf Round Silence in bester Gesellschaft ist. Zu seinem bewährten Trio mit dem schwedischen Bassisten Lars Danielsson und dem Kölner Pianisten Hubert Nuss gesellen sich illustre Stargäste, die das Album mit ihrer spezifischen Handschrift veredeln: Sting-Gitarrist Dominic Miller, der US-amerikanische Jazzgitarrist Chuck Loeb, Sängerin Kim Sanders und der schwedische Posaunist Nils Landgren umkreisen als Solisten Round Silence. In seiner Rolle als Bandleader geht der charismatische Haffner hinter den Trommeln hörbar auf: „Mir gefällt es einfach, die Band in eine bestimmte Richtung zu leiten und mit ihr ein gutes Programm zu formen.“So feinfühlig Haffner die Sticks im Takt bewegt, so gekonnt führt er auch die Feder als Komponist. Alle elf Stücke des Albums hat er selbst geschrieben. Dabei beweist er einen erfrischenden Mut zur Einfachheit. Er verzichtet auf verkünstelte Melodiephrasen und punktet durch eine schlichte Sprache der Töne. Die von Haffner und seiner Band fein kreierten Klanggewebe sind in weiten Strecken schwebend. Die Musiker lassen teils märchenhafte, in vielen Farben schimmernde fliegende Klangteppiche entstehen. Mal erhellen Bläser, mal die Gitarre oder die menschliche Stimme diese in sich ruhende Grundstimmung und setzen einzelne Farbakzente. In einem Moment leuchten sie bunt auf und in der nächsten Sekunde sind sie diffus im Hintergrund zu erahnen. Auch wenn das Album das Werk eines Schlagzeugers ist, so spielt sich der Protagonist zu keiner Zeit solistisch in den Vordergrund: „Teamwork ist in meiner Band das A und O“, stellt Haffner fest. Auch als Bandleader bleibt er sich seiner Maxime treu, sich ganz in den Dienst der Sache zu stellen. Haffner verzichtet auf jegliches schlagzeugerisches Muskelspiel und virtuose Effekthascherei. Stattdessen brilliert er durch punktgenaues, abwechslungsreiches und dezentes Spiel. Seiner Rolle im Bandgefüge ist er sich dabei stets bewusst: „Der Schlagzeuger hat einen extrem wichtigen Part. Er steuert die Richtung der Musik grundlegend. Das ganze Rhythmusfundament und auch die Dynamik der Band habe ich zu verantworten.“Mit Round Silence knüpft Haffner an die intime Klangsprache seiner beiden Vorgänger Acoustic Shapes (ACT 9468-2) und Shapes (ACT 9603-2), das gerade den Jazz Award für über 10.000 in Deutschland verkaufte Tonträger erhielt, an. Aber er geht noch einen Schritt weiter, indem er sich mit einem Phänomen auseinandersetzt, das vordergründig wie der Todfeind eines jeden Musikers scheint: die Stille. Haffner nimmt diese nicht wörtlich, sondern interpretiert sie als eine ruhig gespielte Musik, frei von Hektik und Nervosität. Was aber wiederum nicht bedeutet, dass dem Album keine Spannung, Reibung und Leidenschaft innewohnt. Round Silence ist ein Kreisen um die Stille, das nicht lautlos an einem vorüber geht und keinesfalls überhört werden sollte.
Wolfgang Haffner: Shapes, 4.10.2006 TH
Ein Trommelknecht sieht anders aus. Wolfgang Haffner, Deutschlands Schlagzeuger Nr.1, ein geborener Rhythmusmensch, ist einer, der sich in allen möglichen Kontexten wohl fühlt, allseits begehrt wegen seiner geschmeidigen Grooves. Albert Mangelsdorff hat den damals 18-jährigen Sohn eines Kirchenmusikdirektors in seine Gruppe geholt. Der inzwischen 40-jährige Drummer, in mehreren Bands reguläres Mitglied, hat bei 300 CDs mitgemischt: Hiphop, Bebop, Pop – alles dabei. Nun tritt der viel beschäftigte Sideman als Bandleader mit einem eigenen Projekt ins Scheinwerferlicht. Mit von der Partie sind zwei Musiker, die in Stuttgart groß geworden sind: Sebastian Studnitzky, Trompete und Keyboards, und Gitarrist Frank Kuruc. Der schwedische Bassist Lars Eriksson komplettiert die Nu-Jazz-Formation.
Die will die Hörer trotz melodiöser Eingängigkeit nicht für dumm verkaufen. Haffner und seine Kollegen machen angenehme Musik, bei der alles im Fluss ist. Schroffe Spitzen, scharfe Kanten hat ein stetig fließender Rhythmus weggespült. Das tut gut, könnte aber langweilig werden, gäbe es da nicht die subkutane Wirkung von raffinierten harmonischen Verschiebungen, rhythmischen Gegenläufigkeiten, überraschend eingeblendeten Versatzstücken. Großstadtgeräusche und süße Harmonien verdichten sich zu einer wohltuenden, aber durchaus spannenden Musik. Musik, die atmet. Doch im Unterschied zur neuen CD „Shapes“ gerät das Tourkonzert hart und rockig. Mit wuchtigen Trommelschlägen und zischelnden Becken treibt Haffner den Rhythmus vorwärts. Seine Härte ist aus der Weichheit entstanden; nie brutal, immer stark. Eriksson am E-Bass grinst. Er weiß, wenn er einsteigt, werden seine Bassfiguren der Sache gut tun, sie abrunden und ihr die nötige Tiefe geben. Sebastian Studnitzky bedient links das Keyboard, mit der Rechten hält er das Horn. Verhangene Trompetentöne öffnen den Klangraum, Melancholie weht herein. Frank Kuruc lässt über einer eintönig wabernden, elektronisch programmierten Klangfläche einen Gitarrenlauf aufblühen. Wie Heckenrosen an grauem Beton. In diesem Traumland sorgt der Rhythmus für Bodenhaftung. Haffner verkörpert das Realitätsprinzip. Schön, dass er so exzellent Schlagzeug spielt, so raffiniert und hübsch komponieren kann, so viel lächelt, lacht und strahlt. Thomas Staiber
~ Thomas Staiber