Artikel geschrieben am: 01.01.70
--- (Datei: Goods, Torsten 04 06 08)
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Torsten Goods Quartett, 4.6.2008, Bix
Ein junger Mann auf dem Sprung. Doch: wohin? Der Anlauf jedenfalls hat gestimmt. Erste CD nach dem Abitur, zwei Jahre Stipendiat in New York, Musikhochschule Nürnberg, Plattenvertrag bei ACT und damit Zugang zu den großen Festivals. Scheinwerferlicht auf Torsten Goods. Im Bix kann man den 27-Jährigen aus der Nähe und in bester Clubatmosphäre erleben. Sein neues Quartett legt druckvoll und elastisch los und Goods singt. Er singt natürlich, phrasiert sauber, intoniert astrein. Dann spielt er einen eleganten. geschmeidigen und wunderbar flüssigen Chorus. Schließlich begleitet er seinen schnellzüngigen Scat-Gesang unisono auf seiner halbakustischen Gitarre, die Alfons Keller für ihn gebaut hat. Diese Technik beherrschen einige Gitarristen, aber Goods hat sie bei George Benson gelernt. Richtig gut klingt das, aber der Funke springt erst bei einer Ballade von Van Morrison über „Have I Told You Lately That I Love You?“. Nun beeindruckt er nicht mehr bloß mit stupender Technik, er berührt das Publikum, und der Applaus wird stärker. Torsten Gutknecht, den die Gitarrenlegende Les Paul einfach Goods nannte, ist beileibe kein hyperdynamischer Entertainertyp wie Jamie Cullum, mit dem er zu Unrecht verglichen wird. Er ist ein feiner und kraftvoller Gitarrenvirtuose, der sehr gut singen kann und dem nun alle Türen offen stehen: auch die zu den Herzkammern. Der Sohn einer Nordirin und eines deutschen Vaters singt „Home Is Where The Heart Is“.
Thomas Staiber
~ Thomas Staiber