Artikel geschrieben am: 01.01.70
--- (Datei: Friesen Trio 20.3.2009)
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David Friesen Trio, 20.03.2009 Bix, 50 Gäste
Sein Körper ist aus Kirschholz, sein Griffbrett – wie sich’s gehört – aus mattem Ebenholz, doch er misst bloß einen Meter und ist nur zwanzig Zentimeter breit. David Friesens Elektrokontrabass ist eine Sonderanfertigung aus Tirol und eignet sich bestens für Flugreisen. Er klingt nicht ganz so schön wie Friesens akustischer Tieftöner, den er daheim in Portland, Oregon, am liebsten im Arm hält, doch auch diesem Instrument entlockt er mit geschmeidiger Spielweise warme Bassklänge, die eine melodiöse und bewegliche Grundlage des Trios bilden. Wie der 66-jährige Bandleader mit dem grauen Zottelhaar kommen auch seine Triopartner aus dem Westen der USA - auch wenn ihre Namen deutsch klingen. John Gross ist ein erfahrener Tenorsaxophonist, der weiß, dass oft weniger mehr ist. Sein reduziertes Spiel wirkt klar, eindringlich und stringent. Der junge Mann am Klavier heißt Greg Goebel und ist ein Jazzpianist mit großer Zukunft. Seine Improvisationen sind klug konstruiert, nie langatmig, weil sie überraschende Wendungen nehmen, und als Begleiter spielt er einfühlsam, geschmackvoll und rhythmisch perfekt. Das Trio wirkt entspannt und stets hoch konzentriert. Der zeitgenössische Jazz, den es macht, pulsiert lebendig. Und die drei Männer aus Amerika scheuen sich nicht, ihn mit harmonischen Schönheiten anzureichern. So würde er auch ein viel größeres Publikum ansprechen. Doch wo ist so ein Konzert intensiver zu erleben als in einem Club wie dem Stuttgarter Bix?
Thomas Staiber
~ Thomas Staiber