Artikel geschrieben am: 01.01.70
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Feucht – Krisch – Sprenger, 19.11.04 Merlin – 25. Stuttgarter Jazztage
Mit dem traditionellen Jazz für Kinder und einer Jamsession klangen gestern die 25. Stuttgarter Jazztage, damit das älteste Jazzfestival der Stadt, aus. Wie immer dienten sie zur Standortbestimmung des deutschen Jazz. Unsere Region vertraten am Freitagabend der Esslinger Holzbläser Jochen Feucht, der Vibraphonist Dizzy Krisch (Tübingen) und der Schweizer Kontrabassist Christoph Sprenger. Feucht, einer der Stillen im Lande, will mit seiner Musik nicht überwältigen. Er zielt nicht auf den schnellen oberflächlichen Erfolg, sein virtuoses Holzbläserspiel verströmt einen ruhigen Atem und geht in die Tiefe. Feuchts durchdachte naturverbundene Kompositionen schlagen eher leise warme Töne an, die in ihrer Besinnlichkeit einfach gut tun.
Das schätzen auch die Jazzkollegen. Wenn Feucht ruft, kann er auf die Guten der Zunft zählen. Von „Warm Jazz“, seiner ersten CD vor zehn Jahren, bis heute. Der 50-jährige Dizzy Krisch aus Schramberg - einst gefeiertes Wunderkind, heute ein Großer des Vibraphons – bereichert das kammermusikalische Quartett mit geschmackvollem, federnd melodischem Spiel, Günter Weiss aus Stuttgart steuert mit seiner E-Gitarre dezente Saitenklänge bei, während Christoph Sprenger aus Zürich den elegischen Klangraum mit einem leichten, aber stabilen Fundament ausstattet. So klingt mit Feuchts bluesig angehauchtem „Tune For The Moon“ und der Miles-Davis-Nummer „Nardis“ eines der angenehmsten Konzerte der diesjährigen Jazztage aus. Thomas Staiber
~ Thomas Staiber