Artikel geschrieben am: 01.01.70

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Das Münchner Label ECM, 1969 gegründet, ist nicht nur eine Stütze der internationalen Jazzszene. Seit 1984 bringt es in den «New Series» auch Aufnahmen klassischer Werke heraus. Dieses Jahr wurde die Tausendergrenze der ECM-Produktionen überschritten. Mit ECM-Gründer Manfred Eicher sprach Ueli Bernays über sein Wirken als Produzent sowie über die ästhetische Bedeutung und die klanglichen Ideale seines Labels.
Herr Eicher, was brachte Sie 1969 auf die Idee, ein eigenes Label zu gründen – schliesslich waren Sie einmal Kontrabassist bei den Berliner Philharmonikern und überdies gut integriert in der Jazzszene.

Manfred Eicher: Während meines ersten Besuchs in New York hörte ich das Bill Evans Trio – mit Scott LaFaro am Bass und Paul Motian am Schlagzeug. Das war eine einschneidende Erfahrung. Ich hatte einerseits das Gefühl, als Instrumentalist nicht all das verwirklichen zu können, was mir musikalisch vorschwebte. Andererseits hatte ich immer gerne mit Klang gearbeitet – schon im Orchester war ich bei Aufnahmen häufig im Regieraum. Als mir Karl Egger, ein Münchner Elektrohändler, bei dem ich damals meine Schallplatten kaufte, signalisierte, mich finanziell zu unterstützen, gründeten wir gemeinsam die Firma ECM. Den Kontrabass stellte ich in die Ecke.
Der Produzent
Wie würden Sie heute mit all Ihren Erfahrungen die Aufgaben eines Produzenten umschreiben?
Ein Produzent sollte Musiker sein und schon einmal vor einem Mikrofon gestanden haben. Er sollte sich mit einer Partitur vertraut machen können – um alles, was sich während der Aufnahme auch intuitiv ergibt, als korrigierender und anregender Partner zu überschauen. Wesentlich ist es aber, ein genauer und geduldiger Zuhörer zu sein. Es gibt eine Kunst des Hörens und eine Kunst, den richtigen Augenblick wahrzunehmen und ihn auf Band festhalten zu können.
 Wie weit nehmen Sie auf die Besetzung Einfluss?
Die Besetzung ist eminent wichtig, und man denkt sich das eine oder andere Projekt ja auch selber aus als Produzent. Einige der stilbildenden und heute bekanntesten Ensembles haben wir ja erst zusammengestellt – das Belonging-Quartett mit Jan Garbarek und Keith Jarrett etwa oder Officium mit dem Hilliard Ensemble und Jan Garbarek, dann auch Keith Jarretts Standard-Trio und Codona mit Don Cherry, Collin Walcott und Nana Vasconcelos.
 Jüngere Amerikaner scheinen derzeit seltener berücksichtigt zu werden für ECM-Projekte.
Es gibt weiterhin viele amerikanische Musiker bei ECM. Aber in der jüngeren Generation klingt für mich doch sehr vieles angelehnt an grosse Vorbilder wie John Coltrane, Ornette Coleman. Ende der sechziger Jahre war es für uns Europäer ausserordentlich spannend, Formationen wie das Art Ensemble of Chicago hier zu haben – die Musiker lebten damals in Paris und unterhielten gute Kontakte zu europäischen Musikern. Da gab es einfach noch einen ganz anderen Austausch. Aber man muss aufpassen, dass man nicht immer nur die Vergangenheit verklärt. Es passiert auch heute ungemein viel.
Kann nicht gerade ein Label Einfluss nehmen auf die Lebendigkeit der Musikszenen?
Ja gewiss. Die ECM-Piano-Solo-Aufnahmen mit Chick Corea, Keith Jarrett und Paul Bley Anfang der siebziger Jahre, alle aufgenommen mit demselben Steinway in Oslo, kann man als Beginn einer kammermusikalischen Entwicklung im Jazz sehen. Und 1984 konnten wir mit Arvo Pärts Album «Tabula Rasa», auf dem Gidon Kremer und Keith Jarrett zum ersten Mal zusammengespielt haben, Hörer aus der Klassik und aus dem Jazz ansprechen. Aufgrund eines unkonventionellen Projekts kam es zu künstlerisch elektrisierenden Begegnungen. Für solche Risiken wird man hinterher mitunter auch belohnt: Die Platte «Tabula Rasa» hat sich über die Jahre sehr gut verkauft.
 
«Tabula Rasa» war auch Anlass, die «New Series» zu lancieren, das ECM-Klassik-Programm.
Wir hatten schon vorher Aufnahmen von komponierter Musik gemacht – etwa von Steve Reichs «Music For 18 Musicians». Aber zwingend wurde die New Series für mich erst mit «Tabula Rasa». Jetzt erst war die Abgrenzung vom üblichen ECM-Programm nötig, das ja vorwiegend aus Jazz und improvisierter Musik bestand.

Hätte man nicht auch sagen können: Es gibt nur gute und schlechte Musik . . .
. . . hätte man vereinfachend sagen können. Ich hatte nun aber klanglich zwei verschiedene Konzepte. Was die geschriebene Musik betrifft, machen wir grundsätzlich nur Zweispuraufnahmen ohne nachträgliche klangliche Abmischung, wir schneiden nur noch. Für die New Series arbeiten wir auch mit einem anderen Aufnahmeteam. Dennoch war es für mich immer wieder wichtig, die Grenzen zu überschreiten. Von Beginn an ging es mir auch darum, den gestalterischen und auch technischen Anspruch der besten klassischen Kammermusikproduktionen auf den Jazz zu übertragen. Das wurde damals als Novum empfunden und war es wohl auch. Wir wissen doch, wie vielfältig man jeden komponierten Ton interpretieren kann – je nach Phrasierung, Gestik, Dynamik und Puls. All das versuche ich auch den Jazzmusikern zu vermitteln.
 So nehmen Sie als Produzent dann sehr direkt Einfluss auf die Musiker?
Ja, Einfluss in dem Sinne, dass ich Fragen stelle, Vorschläge mache und neue Richtungen aufzeige. Aber selbstverständlich kann ich die Aufgabe nur mit der geforderten Intensität erfüllen, indem ich selbst ein Beteiligter bin – mit Empathie.
 
Es fällt auf, dass bei ECM derzeit einige Produktionen von Jazzmusikern erscheinen, die sich der klassischen Tradition annähern – etwa von Miroslav Vitous, John Surman, Roscoe Mitchell . . .
Ich finde es gut, wenn der Dialog mit anderen Traditionen Eingang in die improvisierte Musik findet. Aber natürlich nur, wenn er auch inhaltlich relevant ist.
 Das Faszinosum Klassik hat im Jazz zwar eine längere Geschichte. Aber hier scheint es sich doch um ein neues Kapitel zu handeln – weil heute viele Musiker mit beiden Traditionen vertraut sind.
Viele Musiker sind jedenfalls offen für beides. Ob sie tatsächlich vertraut sind mit beidem, das höre ich dann im Studio . . . Man muss vorsichtig sein, sonst kommt man wieder in die Nähe des ominösen «Third Stream». Das wäre eine konturlose Musik, ohne Bedeutung in der einen wie in der anderen Tradition. Musikern, die aus der Improvisation kommen, rate ich nicht, die Musik ganz auszuschreiben – sie sollten der Improvisation stets genügend Platz einräumen.
Der spezielle Sound
Früher sprach man bisweilen vom ECM-Sound. Wie erklären Sie sich dieses Klischee?
Dass man einen speziellen Klang mit ECM in Verbindung bringt, liegt zunächst daran, dass man ein bestimmtes Programm hört, eine durchdachte Auswahl von Musikern und Kompositionen. Da ich die Entscheidungen über das Programm treffe, hat das natürlicherweise auch mit mir zu tun. So wie Musiker einen eigenen Ton, einen eigenen Anschlag haben, so gibt es eben auch Produzenten, die das für sie stimmige Klangideal suchen. Ich neige zu einer kammermusikalischen Ästhetik und zu eher leisen, langsamen Bewegungen. Allerdings sollte der Klang immer der aufzunehmenden Musik entsprechen. Man hat nicht einen Klang im Kopf und findet dazu eine Musik – es ist die Musik, die die klangliche Disposition definiert. Dazu gehören auch die passenden Räume. Für komponierte Musik der New Series etwa suchen wir den Konzertsaal oder eine Kirche eher als ein nüchternes, trockenes Studio.

Wie sieht das bei Jazzproduktionen aus?
Da nehmen wir im Studio die verschiedenen Instrumente und Stimmen auf getrennten Spuren auf. Wenn wir sie dann wieder zusammenbringen, entspricht das quasi einem kompositorischen Vorgang. Aber auch hier gibt es kein Schema. Und dann gibt es noch die Live-Aufnahmen. Seit Jahren möchte beispielsweise Keith Jarrett nur noch live aufnehmen. Als ich vor bald fünfundzwanzig Jahren die Gründung seines legendären Piano-Trios anregte und die ersten Studioaufnahmen in der New Yorker Power Station bevorstanden, verkündete Jarrett eine Art Dogma: Jazz-Standards sollten nur in Klubs gespielt werden, weil sie auf diesen Kontext und dieses Milieu zurückgingen. Gerade der Erfolg brachte aber Engagements in grossen Sälen. Inzwischen spielt das Trio vor Tausenden von Zuhörern – nun aber beklagt sich Keith Jarrett über Nebengeräusche . . .
Musikalische Utopien
Anfangs war Free Jazz für ECM sehr bedeutend. Der britische Saxofonist Evan Parker spricht von einer deutschen, expressiven Schule improvisierter Musik und einer englischen, die das Ensemblespiel, den Gesamtklang ins Zentrum setze. Wie würden Sie ECM positionieren?
Ich habe die britische Schule immer sehr bewundert – gerade auch Evan Parker, der mit seinen elektronischen Projekten auch durchs ECM-Programm mäandert. Die Expressivität im deutschen Free Jazz hingegen hat mich als Plattenproduzent weniger interessiert, weil diese Energie auf Platten umzusetzen ungeheuer schwer ist. Diese Musik kommt live viel organischer daher.
 Free Jazz war zunächst geprägt durch seinen utopischen Charakter. Als avantgardistische Musik noch dieses Versprechen politischer Befreiung oder religiöser Erleuchtung barg – war es da leichter, ein Publikum zu finden für avancierte Klänge?
Möglicherweise. Vielleicht sind wir skeptischer geworden gegenüber solchen Versprechen, erst recht gegenüber der Emphase mancher selbsternannter «Avantgarden». Das Ideal von Freiheit gilt aber weiterhin: Im Grunde genommen sind es immer noch der musikalische Eigensinn und die Klarheit der ästhetischen Ideale, die die Hörer überzeugen müssen. Ich mache mir jedenfalls keine Gedanken darüber, mit welchem Marketing man ein Publikum ansprechen könnte. Die Frage ist eher, wohin sich die Ästhetik entwickelt. Mp3 und die damit verbundene klangliche Verarmung sind natürlich ein Thema – ich halte das für ein Problem. Wir suchen im Studio mit allen möglichen Differenzierungen zu arbeiten. Das wird dann, indem man die Musik auf ein Weniges ihrer technischen Information komprimiert, ad absurdum geführt.
 Der Download von Mp3-Musikdateien wird immer wieder als Grund für die Krise des Tonträgermarkts genannt. Hat diese Krise auch Einfluss auf den Geschäftsgang von ECM?
Was uns im Moment eigentlich mehr als alles andere Probleme macht, ist der Verfall des Dollars. Aber wir haben schon die Ölkrise der siebziger Jahre überstanden, als die Vinylplatten immer dünner wurden. Man sollte sich nicht zu sehr von den Klagen über Krisen beeindrucken lassen. Musik wird ihre enorme kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung behalten.
 Es war eine Frage des Prinzips. Manfred Eicher, selbst Kontrabassist mit Jazz- und Klassikerfahrung, war unzufrieden mit dem künstlerischen und produktionstechnischen Stand der Dinge. Musik schien ihm eingepfercht in festgefahrenen Mustern und so nahm er die Sache selbst in die Hand. Er gründete 1969 ECM Records und schuf damit eines der wegweisenden Labels der jazzmusikalischen Moderne, das mit Aufnahmen von Keith Jarrett, Jan Garbarek, Egberto Gismonti und vielen anderen die Vorstellung von Klang, Interpretation und Stilistik veränderte. Im Jahr 1984 ergänzte er das eh schon famose Repertoire noch um die Schwesterfirma ECM New Series, die wiederum mit Künstlern wie dem Hilliard Ensemble, Arvo Pärt oder András Schiff Maßstäbe der qualitativ visionären Hörkunst setzte.
Vier Jahrzehnte also sind in diesem Herbst zu feiern. ECM lässt sich nicht lumpen und präsentiert in den kommenden Wochen eine Serie von neuen Aufnahmen, die die Jazzwelt in Atem halten werden. Jan Garbarek zum Beispiel stellt unter dem Titel “Dresden” das erste Live-Album seiner Karriere unter eigenem Namen vor, das ihn im Kreis seines aktuellen Quartetts unter anderem mit Drummer Manu Katché und Bassist Yuri Daniel zeigt. Deutschlands Trompeten-Legende Manfred Schoof kommt mit  historischen Qhintett-Aufnahmen aus den siebziger Jahren zum Zug (“Resonance”), der Oud-Schamane Anouar Brahem widmet sich mit “The Astounding Eyes Of Rita” dem Klang seines neuen Quartetts. Klavier-Derwisch Stafano Bollani trumpft mit dem Trio-.Album “Stone In The Water” auf und der Star-Pianist Keith Jarrett veröffentlicht sein “Testament” mit zwei Solo-Programmen, die er im vergangenen Jahr in Paris und London gespielt hat. Und natürlich belassen es die Münchner Musikkoryphäen nicht bei der Edition neuer herausragender Aufnahmen, sondern gestalten um das Jubiläum herum umfangreiche Sonderaktionen. Eine davon ist eine eigens entwickelte Internet-Seite (link), die ausführlich einschließlich einer detaillierten Jahreschronik in Geschichte uns Gegenwart von ECM und ECM New Series einführt. Außerdem werden von kommendem Mittwoch an über 10 Wochen hinweg jeweils vier klassische und wegweisende Aufnahmen aus den vier kreativen Jahrzehnten des Labels vorgestellt. Denn auch in der Rückschau gibt es noch immer viel zu entdecken.

Manfred Eicher
Der Gründer und Präsident von ECM Records Manfred Eicher versteht sich seit je her als recording producer, der das künstlerische Geschehen im Studio aktiv mitgestaltet. Seine Aufnahmen mit Musikern wie Keith Jarrett, Jan Garbarek, Chick Corea, Dave Holland, Egberto Gismonti, Paul Bley, Pat Metheny, Dino Saluzzi, John Surman, Ralph Towner, Terje Rypdal, Bobo Stenson, dem Art Ensemble of Chicago und anderen setzten auch klangästhetisch Maßstäbe. Schon in den siebziger Jahren avancierte ECM zu einem der wichtigsten Schallplattenverlage im Jazz. 1984 erschien mit Arvo Pärts Tabula Rasa die erste Veröffentlichung der Reihe ECM New Series, die sich der notierten Musik widmet. Seither entstanden Aufnahmen mit Kompositionen von György Kurtág, Alfred Schnittke, Heinz Holliger, Steve Reich, Meredith Monk, Erkki-Sven Tüür, Heiner Goebbels, Eleni Karaindrou, Giya Kancheli, Tigran Mansurian, Valentin Silvestrov und anderen. Unter den Interpreten und Autoren der New Series sind insbesondere zu nennen: Kim Kashkashian, Thomas Zehetmair, das Hilliard Ensemble, Gidon Kremer, Thomas Demenga, András Schiff, Heinz Holliger, das Keller Quartett, das Rosamunde Quartett, Herbert Henck, Leonidas Kavakos, Dennis Russell Davies, Christoph Poppen, Bruno Ganz und Jean-Luc Godard. 1990 drehte Eicher zusammen mit Heinz Bütler den Film Holozän nach einer Erzählung von Max Frisch, der beim Filmfestival Locarno mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Manfred Eichers weitere Filmarbeit umfasst die musikalische Produktion bzw. Konzeption für Filme von Jean-Luc Godard (Nouvelle Vague, Allemagne Neuf Zéro, Hélas Pour Moi, JLG, Forever Mozart, Histoire(s) du Cinéma, The Old Place, Eloge de l'Amour, Notre musique), Theo Angelopoulos (Der Bienenzüchter, Landschaft im Nebel, Der schwebende Schritt des Storches, Der Blick des Odysseus, Die Ewigkeit und ein Tag, The Weeping Meadow), für Xavier Kollers Oscar-prämierten Film Reise der Hoffnung, für Bella Martha von Sandra Nettelbeck und für den Dokumentarfilm War Photographer von Christian Frei mit James Nachtwey. Aus der Zusammenarbeit mit Jean-Luc Godard ging die mehrbändige Dokumentation der kompletten Tonspur sowie des gesamten Textes der Histoire(s) du Cinéma hervor, die mit dem "Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik" ausgezeichnet wurde. Herausragende ECM-Produktionen wurden unter anderem mit dem "Grand Prix du Disque" (Frankreich), dem "Edison Award" (Niederlande), dem "Grammy Award" (USA), dem "Academy Award" (Japan) und dem "Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik" gewürdigt. 1999 ehrten die amerikanischen Musikzeitschriften Down Beat, High Fidelity Magazine und Musician Magazine Manfred Eicher als "Producer of the Year".
Manfred Eicher wurden zahlreiche Auszeichnungen zuteil. So erhielt er 1986 den "Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik", 1998 den "Musikpreis der Landeshauptstadt München". Die Universität Brighton verlieh ihm im Jahre 2000 ein Ehrendotktorat "in recognition of his outstanding contribution to the development of contemporary music". 2002 wurde Eicher als "Best Classical Producer of the Year" mit einem Grammy ausgezeichnet. Im Januar 2005 wurde Eicher der "Kulturelle Ehrenpreis der Stadt München" verliehen.
Manfred Eicher
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Manfred Eicher (* 1943 in Lindau) ist ein deutscher Musikproduzent.
Leben und Wirken
Eicher studierte in Berlin Musik und spielte zunächst Kontrabass im Free-Jazz-Trio von Joe Viera. 1969 gründete er das Schallplattenlabel ECM Records (Edition of Contemporary Music) in München. Bei ECM produziert er vor allem kammermusikalischen Jazz, der sich mehr an kulturellen Erfahrungen Europas orientiert als an amerikanischen Traditionen und Trends. Seit Mitte der 1980er Jahre produziert Manfred Eicher auch klassische Musik sowie Crossover-Produktionen, bei denen die Genregrenzen verschwimmen. Zu den Künstlern, die von Eicher produziert werden, gehört beispielsweise Keith Jarrett.
ECM-Produktionen zeichnen sich durch besonders sorgfältige Aufnahmetechnik aus. Der ECM-Sound hat ein sehr klares und transparentes Klangbild (getreu dem Motto „The most beautiful sound next to silence“). Seit der Gründung hat ECM über tausend Tonträger produziert. Die meisten sind bis heute lieferbar. Das gesamte, auf dem Label dokumentierte Schaffen eines Künstlers soll stets abrufbereit sein.
1990 drehte Eicher gemeinsam mit Heinz Bütler nach einer Erzählung von Max Frisch den Film Holozän, der beim Internationalen Filmfestival von Locarno mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Seine weitere Arbeit im Filmbereich konzentriert sich auf die musikalische Produktion bzw. Konzeption für verschiedene Filme von Jean-Luc Godard und Theo Angelopoulos, Xavier Koller, Sandra Nettelbeck und Christian Frei.
Auszeichnungen und Preise
Manfred Eicher hat für seine künstlerische Produktionsweise zahlreiche Auszeichnungen erhalten: 1986 erhielt er den "Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik", 1998 den "Musikpreis der Landeshauptstadt München". Die Universität Brighton verlieh ihm im Jahre 2000 ein Ehrendoktorat "in recognition of his outstanding contribution to the development of contemporary music". 2002 wurde Eicher als "Best Classical Producer of the Year" mit einem Grammy Award ausgezeichnet. Im Januar 2005 wurde Eicher der Kulturelle Ehrenpreis der Landeshauptstadt München 2004 verliehen. Im Oktober 2007 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2008 wurde er von der Jazz-Zeitschrift Down Beat als „Produzent des Jahres“ gewürdigt (diese Auszeichnung hatte er schon einmal, 1976, erhalten).


2009
ECM bewegt sich unaufhaltsam auf den 40. Geburtstag zu und dokumentiert weiterhin Musik, die abseits des improvisatorischen und kompositorischen Mainstreams liegt. Die Arbeit geht weiter, Manfred Eicher produziert immer noch fast alle Neuerscheinungen des Labels, und wie es dabei zugeht, zeigt – in Ansätzen – der Film „Sounds and Silence (Unterwegs mit Manfred Eicher)“ der Schweizer Filmemacher Norbert Wiedmer und Peter Guyer, der beim Filmfest Locarno zum ersten Mal gezeigt wird. Im Herbst bringt der Suhrkamp Verlag „Holozän“, den 1990 von Eicher und Heinz Bütler gedrehten Film, auf DVD heraus. Der Schweizer Lars Müller Verlag publiziert den zweiten Band mit ECM Cover Art (in deutscher und englischer Sprache) und rund um die Welt finden zahlreiche ECM Festivals und Veranstaltungen statt. Das Mannheimer Enjoy Festival widmet ECM beispielsweise gleich vier Tage mit Jazz- und Klassikonzerten. Neue CDs gibt es natürlich auch – und neue LPs auch (wieder): Nach 15 Jahren Pause kehrt das Vinyl aus der Verbannung zurück, und Keith Jarretts „Yesterdays“ und Enrico Ravas „New York Days“ werden auch als Doppel-LP, gepresst auf 180-Gramm-Vinyl, für Audiophile veröffentlicht. Auf Ravas Produktion ist erstmals der Tenorsaxophonist Mark Turner zu hören, dessen schlanker, an Warne Marsh erinnerender Sound wenig später auch auf „Sky & Country“ des Trios Fly mit Larry Grenadier und Jeff Ballard auftaucht. 2009 ist ein gutes Jahr für Jazz. Steve Kuhn setzt sich auf dem herzerweiternden „Mostly Coltrane“ gemeinsam mit Joe Lovano noch einmal mit der Arbeit seines früheren Chefs auseinander. Auf „Remembering Weather Report“ erinnert Miroslav Vitous, mit Unterstützung des französischen Meisterklarinettisten Michel Portal, an die stark improvisatorisch geprägte Prä-Funk-Phase der Band, als alle Instrumente gleichberechtigt auftraten. John Surmans „Brewster’s Rooster“ ist sein „jazzigstes“ Album seit vielen Jahren, mit Jack DeJohnette am Schlagzeug und John Abercrombie als zweitem Solisten. Auch im Grenzgebiet der Genres ist einiges los. Trompeter Jon Hassell präsentiert auf „Last Night The Moon Came Dropping Its Clothes In The Street“ (der Titel stammt von dem persischen Dichter Rumi) mit dem Maarifa Street Kollektiv die für ihn typische, raumfordernde Vierte-Welt-Dub-Montage-Musik. Evan Parkers Auftragsprojekt für das Huddersfield Festival, „The Moment’s Energy“, wird mit einem Electro-Acoustic Ensemble realisiert, das auf 14 Spieler gewachsen ist und neben dem üblichen Instrumentarium auch Shô und Shakuhachi elektronisch verarbeitet. Vorüberziehende Synthesizer-Klangfetzen, im Untergrund operierender Bass, zarte Farbcollagen und plötzliche Eruptionen zeichnen „Kurtágonals“ aus, das erste Album des ungarischen Trios mit György Kurtág Jr. Mit der Schublade „Weltmusik“ konnte ECM noch nie viel anfangen, doch ranskulturelle Projekte aller Art gehörten immer zum Programm. Cyminology, das in Berlin eheimatete Quartett der deutsch-iranischen Sängerin Cymin Samawatie, nutzt Klang und Struktur der persischen Sprache als Ausgangsbasis. Cymin vertont eigene Texte und klassische Sufi-Dichtung so gekonnt, dass die sanfte Melodik des Farsi wie ein natürliches Medium für Jazzballaden erscheint. Das kaleidoskopische „Siwan“-Projekt von Jon Balke und Sängerin Amina Alaoui verknüpft die marokkanische Gharnati-Tradition, Barockmusik und Improvisation zu einer farbig-filigranen Mischung, die genügend Raum für Solisten aller drei Idiome bietet. Auf „Fasil“ entwickelt der deutsch-türkische Gitarrist Marc Sinan mit Pianistin/Komponistin Julia Hülsmann und Librettist Marc Schiffer einen Liedzyklus über das Leben von Aisha, der jüngsten Ehefrau des Propheten Mohammed. Die New Series startet mit wichtigen Veröffentlichungen in das neue Jahr, allen voran Arvo Pärts „In Principio“ mit neuer Musik von monumentaler Wucht. Alfred Schnittkes letztes, bisher unveröffentlichtes Werk, die Symphonie Nr. 9, wird von der Dresdner Philharmonie unter Dennis Russell Davies eingespielt. Zu Heinz Holligers 70. Geburtstag kommt „Romancendres“ heraus, das Schumann-inspirierte Kompositionen neben Clara Schumanns Romanzen für Violoncello und Klavier stellt. In Holligers mehrschichtigem Werk „Gesänge der Frühe“ für Chor, Orchester und Tape gibt es einen Gastauftritt von Schauspieler Bruno Ganz. Till Fellners ungeduldig erwartetes zweites Album widmet sich  Bachs Inventionen, Sinfonien und französischen Suiten. ... Mehr makellosen Bach gibt es im Herbst – András Schiff wendet sich den sechs Partiten zu. Streicheroffenbarungen: Thomas Zehetmair spielt Niccolò Paganinis teuflisch schwere Capricci, während Kim Kashkashian die dunklen Farben in Betty Oliveros „Neharót“ und Tigran Mansurians „Three Arias“ zum Leuchten bringt. Das Rosamunde Quartett nimmt mit Sänger Christian Gerhaher Othmar Schoecks „Notturno“ für Bassbariton und Streicher auf, das an die frühen Werke Bergs und Schönbergs erinnert. Demnächst auf ECM: Neue Alben von einigen der bekanntesten ECM-Künstler aus der Abteilung „Jazz & Improvised“. Zum Beispiel „Dresden“, das erste Live-Album der Jan Garbarek Group, das die Band des norwegischen Saxophonisten in bestechender Form zeigt. Oder Stefano Bollani mit seinem „dänischen“ Trio (mit Jesper Bodilsen und Morten Lund) und neuen Ideen für das klassische Klavier-Trio auf „Stone In The Water“. Anouar Brahem stellt auf „The Astounding Eyes Of Rita“, das dem palästinensischen Dichter Mahmoud Darwish gewidmet ist, ein neues tunesisch/schwedisch/deutsch/libanesisch besetztes Quartett vor. Auch Tomasz Stanko arbeitet auf „Dark Eyes“ mit neuer Quintettbesetzung und dem jungen finnischen Pianisten Alex Tuomarila. Keith Jarretts „Testament“ dokumentiert auf drei CDs zwei Solokonzerte in Paris und London aus dem Jahre 2008.
Jan Garbarek und Dresden
Es gibt zwar eine Reihe von Live-Alben, die Musikgeschichte geschrieben haben. Doch oftmals dienen auf Tonträger festgehaltene Konzertmitschnitte Künstlern lediglich als willkommene Lückenfüller, um kreative Auszeiten zu ...mehr

“Sounds And Silence” - Dokumentation über ECM
Mit der Liebeskomödie “500 Days Of Summer” von Marc Webb startet heute Abend das 62.Internationale Filmfestival in Locarno. Bis zum 15.August treten am Schweizer Lago Maggiore 18 Filme an, um den begehrten “Goldenen ...mehr

Die Phantasien des György Kurtág Jr.
Die Vorstellung, ein Klangereignis zu re-kontextualisieren, ist ein reizvolles Experiment. Denn Kontextualisieren an sich bedeutet ja schon, für ein jeweils definiertes Item ein speziell geschaffenes Ambiente zu schaffen, das wiederum ...mehr

Steve Kuhn Trio & Joe Lovano - Mostly Coltrane
Auf seinem neuen Album “Mostly Coltrane” präsentiert Steve Kuhn eine facettenreiche Würdigung der eindringlichen Musik des Saxophonisten John Coltrane. Als sich Coltrane Ende 1959 darauf vorbereitete, die Band von Miles Davis ...mehr

John Surman - Brewster’s Rooster
Mangelnden Abwechslungsreichtum kann man dem Multiinstrumentalisten John Surman wirklich nicht vorwerfen. In den letzten zwölf Jahren machte er für ECM Aufnahmen mit Kirchenorgel (“Rain On The Window”), Streichern (“The ...mehr

Evan Parker Electro-Acoustic Ensemble - The Moment’s Energy
Sein neuestes Werk “The Moment’s Energy” komponierte der britische Saxophonist Evan Parker vor zwei Jahren im Auftrag der Veranstaltern des Huddersfield Contemporary Music Festival. Aufgenommen wurde das Material für das ...mehr

u Besuch bei ECM
Stiller ist nur die Schönheit
Der Traum vom besonderen Klang, fast erfüllt und sogar erfolgreich: Manfred Eicher und seine Plattenfirma ECM.
Von Konrad Heidkamp
Datum 1.10.2009 - 11:53 Uhr
Wären mir damals die Augen verbunden gewesen, ich hätte den Weg blind gefunden, so sicher war ich mir. Vorbei an Elektrogeräten in Regalen, dann im ruckelnden Aufzug nach oben und schließlich in Schlangenlinien an Waschmaschinen vorbei, zu einer Stahltür, dem Sesam-öffne-dich des Jazz. Oder, prosaischer: In München-Pasing, in der Gleichmannstraße, beim Hi-Fi-Kaufhaus Elektro Egger fand ich zielsicher den Weg zu "jazz by post", dem Jazzversand Manfred Scheffners, dem Mekka aller Gläubigen.
Dort arbeitete, meist unfreundlich und muffig, ein junger, schnauzbärtiger Mann, Jazzbassist, wie ich erfuhr, was die Abwesenheit jeglicher verbindlicher Verkäufermentalität erklärte – Manfred Eicher. Irgendwann war er dann verschwunden, hatte eine kleine Schallplattenfirma gegründet, produzierte eigene Platten, statt fremde zu verkaufen oder selbst Baß zu spielen, nannte das Label ECM, Edition of Contemporary Music. Ich fand, das paßte in seiner Sprödigkeit.
Jetzt, im nebligen November nach 25 Jahren, feiern Manfred Eicher und ECM silberne Hochzeit. Jetzt gilt 1969 als Beginn einer außergewöhnlichen Karriere, die ECM – sieht man über die deutsche Musikprovinz hinaus – zur einzigen renommierten, stilbildenden einheimischen Plattenfirma geführt hat – in Japan ebenso gefeiert wie in den USA –, eine Karriere, die Manfred Eicher zur "grauen Eminenz des europäischen Jazz" (Mike Zwerin) werden ließ.
Die Assoziationskette "ECM" ist leicht abzurufen: Keith Jarrett, Jan Garbarek, The most beautiful sound next to silence, Köln Concerts, Arvo Part, Chick Corea, Pat Metheny, Stilgrenzen zerfließen, Hilliard Ensemble, Steve Reich, Licht des Nordens, Ralph Towner, Terje Rypdal, Return to forever... Der ECM-Sound wurde zum Markenzeichen.
Manfred Eicher lächelt selten, auch nicht nach 25 Jahren, während sich die abweisende Verschlossenheit über die Zeit in eine offene Ernsthaftigkeit verwandelt hat. "Ich möchte lieber einen Ton finden als einen definierten Sound. Wenn man vom ECM-Sound sprechen will, dann muß man bedenken, daß die Töne, die zu diesen Klängen führen, über ein Programm zustande kommen. Gemeinsam ist den meisten Musikern vielleicht eine Haltung, die hinter den Projekten steht, und möglicherweise kommt dadurch eine Einheit oder wenn man es negativ hören will das immer gleiche in Variationen auf, einfach dadurch, daß das musikalische Programm von mir bestimmt ist." Manfred Eicher formuliert konzentriert, korrekt zitierbar, mit routinierter Wachheit.
Schon nach kurzer Zeit, auf der Fahrt nach Gräfelfing nahe München, ist etwas von dieser Intensität der Erwartung zu spüren, die den Dialog fordert, die hören will, was denn da an dumpfen Ressentiments mitgebracht wurde. Und schon jetzt wird das Prinzip verstehbar, warum er seine Musiker immer ins ferne Oslo kommen läßt, ins Rainbow-Studio, ob sie wie Egberto Gismonti aus Brasilien oder wie Dino Saluzzi aus Argentinien einfliegen, ungeschützt, offen, nur sich selbst und ihr Instrument mitbringend. "Musik hat keinen Ort", meint Manfred Eicher, und wir biegen in den Parkplatz vor dem grauen Pro-Markt ein. Im zweiten Stock des Flachbetonklotzes liegen die sechs oder sieben Räume von ECM.
Und wieder – déjà vu – geht man an den Regalen und CD-Ständern eines Hi-Fi-Großmarktes vorbei – per aspera ad astra – und steigt hoch zu den unscheinbaren, grauen Räumen mit freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, einer Familie, in der man "Sie" zueinander sagt. Mehr als sieben Angestellte sind es nicht, alles andere würde den Rahmen zerbrechen, Loyalität der Idee gegenüber scheint unabdingbar, die Bescheidenheit der Ausstattung ist nicht einmal gewollt: Musik hat keinen Ort.
Manfred Eicher ist ECM ist Manfred Eicher. Der Musiker, der Eigentümer, der Produzent, der 1969 mit geliehenen 16 000 Mark eine Trioplatte mit dem Pianisten Mal Waldron aufnahm ("Free at Last"), der dem damals nur als Begleitpianist von Charles Lloyd und Miles Davis (un-)bekannten Keith Jarrett einen Brief schrieb("Who's ECM?"), der einen norwegischen Saxophonisten namens Jan Garbarek anspricht (Betonung auf dem zweiten "a"), ob der nicht interessiert sei...
Es klingt wie der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, mit Handschlag statt Verträgen, wie die Urzelle einer künstlerisch und finanziell erfolgreichen Geistesverwandtschaft, die sich in immer neue Projekte gabelte: 21 Platten mit Jan Garbarek von ,"African Pepperbird" bis "Officium", 38 Titel mit Keith Jarrett von "Pacing You" bis "Johann Sebastian Bach. The French Suites". Es war der Beginn einer unendlichen Geschichte.
Doch nicht genug: Die Musiker um Garbarek, um Jarrett verzweigten sich ihrerseits in zahllosen Kombinationen; in Richtung der "Scandinavian Connection" oder des Dunstkreises der von Pianisten, Bassisten oder Schlagzeugern geleiteten Formationen, denen Stille, Pausen und Schönheit nicht als Fremdwörter erschienen. So blättert sich der über 500 Platten beziehungsweise CDs umfassende Katalog manchmal wie ein Familienalbum.
Da glimmt leises Bedauern, als Manfred Eicher über den Gitarristen Bill Frisell spricht, den er ebenso wie Corea, Jarrett, Garbarek, Metheny oder Part "entdeckt" oder ihm zumindest den Start ermöglicht hat, dem er die Treue hielt bis...
"Vielleicht ist er zu früh zu Nonesuch gegangen, aber ich verstehe gut, warum er diesen Schritt gemacht hat." Vatermuttermusikfürsthebamme, es wird plötzlich klar, wie sich Manfred Eicher als Produzent versteht, warum er so heißkalte Reaktionen auslöst. "Ich arbeite sehr gerne mit unbekannten Künstlern. Lieber als mit Musikern, die mich eigentlich gar nicht mehr brauchen. Musikproduzent ist ein seltsamer, nicht klar definierter Beruf. Er hat mit Geduld zu tun, mit Zuneigung, mit Liebe zur Musik. Das ist kein Beruf, den man im herkömmlichen Sinn lernt. Man muß es finden. Man muß es werden."
Das klingt unzeitgemäß: Das "es" erweist sich nicht als sprachliche Unachtsamkeit, sondern als erfühlter Kern. Manfred Eicher und seine Nähe zu Tarkowskij, Munch, Botho Strauß, Ingmar Bergman, Paul Celan hin und wieder schrumpft man eingedenk der eigenen Oberflächlichkeit, der Sehnsucht nach Krachigem, nach befreiendem Humor, nach einem Lächeln, das einiges nicht so ernst nimmt. Vergebliche Suche.
Wie denn diese Ernsthaftigkeit entstanden sei, diese Liebe zu kalten, grauen Orten, zu endlosem Licht und ewiger Finsternis in Europas Norden? Er lächelt (ein bißchen): "Es gibt da den Satz von Heraklit 'Es ist der Blitz, der alles steuert...' Ich habe sehr früh angefangen, Geige zu spielen, und schon als Zwölfjähriger habe ich oft Schubert und Beethoven-Streichquartette gehört. Da ist vielleicht etwas passiert, was diesen poetischen Zugang ausgelöst hat, etwas, das schon immer da war."
Mit vierzehn beginnt er, Baß zu spielen, hört "Flamenco Scetches" vom Miles Davis Quintet, das wunderbare Klavier von Bill Evans, studiert in Berlin klassische Musik, erlebt Musik von Albert Ayler, von Ornette Coleman, Jimme Giuffre, Paul Bley, Gary Peacock den Kanon des modernen Kammerjazz nach 1960 und vermißt im Jazz nur eins: die Sorgfalt und Liebe zum Klang, die die klassische Musik auszeichnen. Er läßt seine Jazzaufnahmen bei der Deutschen Grammophon pressen, überwacht jede Überspielung, der Steinway wird so wichtig wie der Tonmeister Jan Erik Konshaug wie die Positionierung der Mikrophone wie die großen Klaviersolowerke von Keith Jarrett, Chick Corea und Paul Bley. ECM wird zu einem Begriff, der Produzent zum Künstler.
Benützt da jemand seine Musiker als Marionetten wie der Produzent Kip Hanrahan, schiebt sich da jemand ins Bild wie ehedem die amerikanischen Jazzmogule Bob Thiele, Teo Macero oder Clive Davis, baut sich da jemand mit austauschbaren Legosteinen seine musikalischen PotpourriSchlösser wie Hai Willner? Die Antwort ist zu hören, auch wenn sie nicht nach jedermanns Geschmack klingt: "Man muß eine Besessenheit aufbringen können, eine Leidenschaft. Und damit verbunden eine gewisse Rigorosität, die wesentlich ist. Ich suche nach einer Wahrheit in der Musik, einer Wahrheit des Ausdrucks, nicht nach Authentizität. Wahrheit in der Musik verstehe ich als aufrichtigen Ausdruck dessen, was man anderen Menschen an Eigenem zu sagen hat. Treue gegen sich selbst, Treue gegenüber der eigenen Ästhetik. Und es scheint einige Menschen zu berühren, zu treffen, sie lieben diese Musik, andere wiederum lehnen diese Klänge rigoros ab. Das ist aber gerade das Schöne. Langweilig wäre es doch, wenn wir für jeden etwas bereithielten das interessiert mich nicht."
Entspannung, weite Räume, Musik an der Grenze zur Stille. ECM hat es geschafft, ihrem Wahlspruch "Schöner ist nur die Stille" immer näher zu kommen. Eine Schönheit aber, die nicht im Mitteleuropa des angehenden 21. Jahrhunderts zu Hause ist, die eher in ferner Natur ihren Ausdruck findet denn in Menschen. Und so zierten schon früh Landschaften die Cover der Plätten, Photographien der Musiker erschienen meist auf der Rückseite, wenn überhaupt. Die Personen traten zurück hinter das Konzept, hinter den Klang, hinter die Horizonte der kargen Landschaften. Einsichtig, daß diese Musik nicht hektisch, zerrissen, dissonant sein konnte. Dafür dominierten weitgespannte Melödiebögen, zarte harmonische Hügellinien, rhythmisches Gleichmaß, eher den Blick gliedernd als ihn verunsichernd.
Und manchmal wirkt es, als würde all diese Musik – CD für CD – harmonisch ineinanderfließen, in einen großen Strom münden, der ruhig dahinzieht, während die Menschen am Ufer stehen und sich stumm zuwinken. Musik, die bestimmten inneren oder äußeren Landschaften entspricht, individuell kaum zu kritisieren, ein Hinweis genügt es gibt sie. Sie ist wie die Fjorde Norwegens, die Küsten griechischer Inseln oder die schroffen Täler der Alpen. Entweder man fühlt sich in dieser Welt zu Hause, oder man meidet sie.
Ein Gefühl der Ruhe und zugleich der Spannung, ein Verharren, das zugleich Bewegung ist, singende Saxophonlinien, die sich um mittelalterliche Chormusik ranken Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble mit "Officium", einem Kristallisationspunkt in der gegenwärtigen Entwicklung von ECM. Vielleicht wird "Officium" zum Nachfolger jener "Köln Concerts" von Keith Jarrett, die bei Marguerite Duras ebenso wie bei Henry Miller erwähnt werden, die anfangs jeder Plattensammlung zur Zierde gereichten und dann mit wachsender Verbreitung, rund 2,5 Millionen schließlich zum peinlichen Accessoire wurden, als sei Musik eine Rarität, als verliere an Wert, was von vielen gehört wird.
ECM ist Zerreißprobe wie Spiegel. Wer von der Intensität Keith Jarretts nicht mehr berührt wird, wem Gitarristen und Vibraphonisten ein Graus sind, wem die Schönheit Jan Garbareks als Kitsch erscheint, wer nur selten Zugang zur Welt der Stille von Arvo Pärt und den Chorälen des Hilliard Ensembles findet, wem sich die Offenheit der Cover-Landschaften oft als Leere der Musik vermittelt der wird doch überwältigt, plötzlich, ohne Warnung, und das seit 25 Jahren: ,"Officium", "Urban Bushmen", "Open, to Love", "Cello", "In Line", "The Survivor Suite", "Pacing You", "Müsic for Films", "Ode to the Deäth of Jazz", "After the Requiem", "Lachrymae", "Tabula Rasa", "Conference of the Birds" ... 13 von 500, oder besser: 13 von denen, die man gehört hat... Art Ensemble of Chicago, Paul Bley, David Darling, Bill Frisell, Eleni Karaindrou, Edvard Vasala, Gavin Bryars, Hindemith Penderecki, Part, Heiner Goebbels, Schnittke, Jimmy Giuffre, Gary Peacock...
Was ablesbar wird: Da produziert einer in seltener Sturheit ausschließlich, was ihm gefällt, besser: was ihn bewegt; da hat sich einer vom Jazz verabschiedet, so wie wir ihn kennen; da war der Name ECM prophetisch umfassend gewählt. 1984 rief Manfred Eicher ein neues Label ins Leben, ECM-New Series vielleicht nur, um eine Plattform für den estnischen Komponisten Arvo Pärt zu schaffen, vielleicht, um jenseits des Jazz (Weltmusik war ohnehin schon lange integriert) die komponierte Musik nicht mehr ausschließen zu müssen. Das Programm umfaßt Heinz Holliger ebenso wie Meredith Monk, Friedrich Hälderlin wie Karlheinz Stockhausen das Konzept heißt wiederum Manfred Eicher. Und wieder war er stilbildend, wieder fand er Nachahmer in Firmen wie Nonesuch und Virgin Classics oder eröffnete Ohren für die Poetik des Leisen, die Intensität der langsamen Bewegung, die riskante Einfachheit.
Es kann leicht zuviel werden, leicht die Grenzen überschreiten zwischen Sensibilisierung und Langeweile, leicht der Hymnus auf das Einzelne zum Lob des Ganzen geraten, leicht die Haltung mit dem Ergebnis gleichgesetzt werden. Und während Manfred Eicher spricht, das Wort "samplen" betont, als würde es ihn an den Lippen frösteln, erklärt, daß "das Wesen, die Seele der Musik in dem Moment des Festhaltens von entstehenden Klanggebilden liegt, im gemeinsamen Fortführen von Ideen", da fällt mir wieder jener lange, vermeintlich sichere Aufstieg ein, damals in Pasing, hoch zur Schatzkammer des Jazz. Wie, wenn das Gemeinsame schon damals zwei Seiten gehabt hätte, wenn ECM schon in den Anfängen nicht den Jazz gemeint hätte, der andere ins Herz traf.
Empfindsame Innerlichkeit anstelle rauher Expressivität, waches Aufeinandereingehen statt ungeschliffener Kraft, schwelgende Melancholie für tragische Gebrochenheit, kammermusikalischer Klang statt allumfassenden Chaos. Es sind Gegensätze, die keine Grenzen aufreißen, sondern Mißverständnisse klären, Gegenbeispiele eingeschlossen und eingeräumt.
"Musik ist meine Nahrung" da ist er wieder, jener Manfred Eicher, der auch gegen den eigenen Geschmack zu verteidigen ist, wenn er von jenem "Hauch des Neokonservativen (spricht), der über die Felder weht, dieser fatalen Rückwärtsperspektive, die mir nicht gefällt"; "jenes Jazzgedudel, jene Affirmationsmusik" beklagt, die sich darauf verläßt, junge Musiker wie Joshua Redman in bewährte Schablonen zu pressen.
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Oder der Aufnahmetechnik bestätigt, ihr Niveau habe sich gehoben, um gleich darauf fortzufahren: "Und es ist schlechter geworden, weil es sich auf das Mittelmaß eingependelt hat und nicht mehr nachdenkt."
Manfred Eicher ist vom Detail besessen. Aufmerksam, als würde er den Film zum erstenmal sehen, führt er den Anfang von ,"Allemagne année 90 neuf zero" von Jean Luc Godard vor, mit dem er seit "Nouvelle Vague" befreundet ist, mit dem er für dessen Film "Mozart forever" zusammenarbeitet. Da, jetzt ... die Geräusche bei Robert Bresson, das Wasser bei Theo Angelopoulos, Paul Auster ist interessiert an der Musik von ECM. "Ich könnte mir mein Leben nicht vorstellen ohne Musik. Ich bin ein von Musik Getriebener." Es ist noch nicht zu Ende.
Copyright DIE ZEIT, 25.11.1994 Nr. 48
Adresse http://www.zeit.de/1994/48/25-Jahre-ECM
40 Jahre ECM Records
Typisch, dieser Sound
Wo Keith Jarrett seine musikalische Heimat fand: Vor 40 Jahren gründete Manfred Eicher das Label ECM. Ob im Jazz oder in der zeitgenössischen Klassik, der Klang geht ihm über alles.
Von Volker Schmidt
Datum 1.10.2009 - 15:41 Uhr
© Colin Eick/ECM Records

Der Erfinder des berühmten ECM-Sounds: Manfred Eicher im Studio
Donner grollt im Tessin. Herr Geiser bricht Knäckebrot. Kaut. Grummelt. Heftet raschelnd Zeitungsartikel an die Wand seiner Hütte, geologische, paläontologische. Der Mensch erscheint im Holozän. Heinz Bütler und Manfred Eicher haben Max Frischs Erzählung 1993 verfilmt; Holozän erscheint jetzt auf DVD. Der Film ist Klang. Kein Wunder: Manfred Eicher ist Musikproduzent. Und was für einer.
Man kann Eichers Motivation vergleichen mit dem Herrn Geiser aus dem Film, der mit akribischer Arbeit gegen das Vergessen ankämpft, sich gegen die Beliebigkeit der Welt wappnet, indem er tief eindringt in die Schichten der Erde. So arbeitet Eicher mit Klang.
Weil andere Labels den Klang vergessen haben, macht Eicher sein eigenes. Das war vor 40 Jahren. Der damals 26-jährige studierte Kontrabassist hat einige Alben für kleine Jazzlabel produziert und erlebt sie als arrogant, nachlässig, inkompetent. Klassik-Aufnahmen bei der Deutschen Grammophon, bei denen er als Produktionsassistent mitwirkt, sind anders: Diese Disziplin und Konzentration will Eicher auf improvisierte Musik übertragen. Mit dem Münchner Geschäftsmann Karl Egger gründet er die Edition Zeitgenössischer Musik GmbH als Produktionsfirma und das Plattenlabel Edition of Contemporary Music, kurz ECM.
Vom ersten Album an – Pianist Mal Waldrons Free At Last, am Neujahrstag 1970 erschienen – arbeitet Eicher am sogenannten ECM-Sound. Gute tausend meist vom Chef selbst produzierte Platten später ist dieser Sound ein Begriff in der Welt des Jazz. Er steht für ein schwer zu bestimmendes, gemeinsames Element der Künstler des Labels, deren wohl bekannteste im Jazz Keith Jarrett und Jan Garbarek sind. Vor allem aber steht er für den Klang.
Buch
Eine üppig bebilderte Annäherung an ECM im Coffetable-Book-Format ist Horizons Touched: The Music Of ECM, herausgegeben von Label-Mitarbeiter Steve Lake und Musikjournalist Paul Griffiths. Es enthält auf 448 Seiten Interviews, Analysen und Beiträge unter anderem von ECM-Musikern, von Regisseur Jean-Luc Godard und von Manfred Eicher. Erschienen 2007 bei Granta Books (ISBN 978-1862078802).
Film
Holozän, die Max-Frisch-Verfilmung von Heinz Bütler und Manfred Eicher von 1993, ist auf DVD 91 Minuten lang. Erland Josephson spielt den Herrn Geiser. Gerade erschienen als Nummer 14 der Suhrkamp Filmedition, Frankfurt 2009 (ISBN: 978-3-89848-557-9).
Konzerte
Der Piano-Großmeister Keith Jarrett gibt am 12. Oktober ein Konzert in der Philharmonie Berlin, das allerdings bereits ausverkauft ist. Jack DeJohnette kehrt auf Europatournee in Gütersloh ein, am 18. Oktober. Jan Garbarek ist auf Deutschlandtournee, und auch Gidon Kremer (teils mit der Kremerata Baltica) gibt im Oktober mehrere Konzerte in Deutschland. Alle (auch internationale) Konzertdaten von ECM-Künstlern finden Sie hier.
Festival
Bei Der Blaue Klang im Rahmen des internationalen Enjoy Jazz Festivals in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen spielen vom 22. bis 25. Oktober im Mannheimer Schloss unter anderen ECM-Künstlern das John Abercrombie Quartet, das Egberto Gismonti/Alexandre Gismonti Duo, Terje Rypdal, Ralph Towner und das Enrico Rava Quintet. Auch an anderen Festival-Tagen treten Musiker des Labels auf, darunter am 20. Oktober die Jan Garbarek Group.
Alben
Mehrere Zusammenstellungen bieten einen guten Überblick über die Musik des Labels. Für sparsame Einsteiger eignet sich die Reihe Touchstones, die für 9,90 Euro pro Album 40 frühere Aufnahmen des Labels vereint. Edler die Reihe :rarum mit Selected Recordings wichtiger ECM-Künstler; die ersten Folgen sind auch als Zehn-CD-Box erhältlich. Außerdem gibt es zum Jubiläum Sonderangebote und eine Zusammenstellung der wichtigsten Alben aus 40 Jahren in Kurzbesprechungen.  
Und wie klingt er nun, der ECM-Sound? Ein kanadisches Magazin beschrieb ihn einmal als "zweitschönsten Klang nach der Stille". Denn die Stille ist immer präsent auf ECM-Alben, als mehrsekündige Pause zu Beginn des Albums ebenso wie zwischen den Tönen – und erklingen sie auch noch so dicht. Der ECM-Sound auch dann noch transparent, klar, gläsern, wenn elektroniklastige Experimentierer Synthetikfasern zu farbenprächtigen Gobelins verweben.
Paul Bley, Pianist und selbst Gründer der Plattenfirma Improvising Artists Inc., sagt über Manfred Eicher: "Er spielt durch andere Musiker hindurch." Denn Eicher ist ein Autor, einer, der seine Projekte von der Idee über die Aufnahme bis zum Plattendesign begleitet. Dabei kommen durchaus kommerziell erfolgreiche Produkte heraus wie das Zusammentreffen des Jazzsaxofonisten Jan Garbarek und dem Hilliard Ensemble auf Officium von 1994: Die vier Briten singen Alte Musik, der Norweger spielt dazu schwebende Töne – eine schlichte Idee, ergreifend umgesetzt.
Kollisionen Alter und Neuer Musik, die Gegenüberstellung von Bach mit modernen Komponisten, traditionelle Musik aus fernen Regionen, sizilianische Volkslieder oder einfach nur ungewöhnlich gute Einspielungen aus der Klassik: ECM ist längst nicht mehr auf Jazz beschränkt. Die Grenzen zwischen dem Jazzlabel und dem 1984 gegründeten Ableger New Series für Alte Musik, Klassik, Moderne und Neue Musik sind durchlässig.
© Marek Vogel/ECM Records

Manfred Eicher wurde 1943 in Lindau geboren und gründete 1969 das Label ECM in München
 Die Offenheit für Experimente und die große musikologische Bandbreite geraten jedoch nie beliebig. Das liegt zum einen an der Einheit stiftenden Stilsicherheit in der Umsetzung, vom Sound bis zur typisch minimalistischen Cover-Kunst. Zum anderen daran, dass die Auswahl von Künstlern und Projekten fast immer zwingend wirkt: "Ach, ECM macht jetzt Dasunddas? Ja, das passt."
Ein Musiker auf der Label-Liste verkörpert den Stil von ECM wie kaum ein anderer: Keith Jarrett, der Pianist, dessen elegische Langstreckenimprovisationen sich aus glenngouldig summender Selbstvergessenheit in lichte Höhen schwangen und trotz eklektischer Selbstbezogenheit über die Ladentheken gingen wie Freibier  – das Köln Concert von 1974 ist bis heute die meistverkaufte Platte eines Solisten im Jazz. Jarrett spielte aber auch Barockes, Bach auf dem Cembalo und hymnisch-sphärische Orgelmusik, ein bisschen experimentell mit nur halb aus der Orgel gezogenen Registern. Er trieb Perfektionismus und Arbeitseifer bis zum chronischen Erschöpfunngssyndrom. Heute spielt er mit dem Bassisten Gary Peacock und dem Schlagzeuger Jack DeJohnette sowohl Standards als auch frei improvisierte Alben ein, dass es eine Art hat. Ohne Eicher und ECM wäre Jarrett nicht Jarrett.
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Jazz “Mein Gemüt ist voller Leidenschaft”
Zum 40-Jährigen gönnt sich das Label neben Wiederauflagen mehrere Konzertreihen. Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist Der Blaue Klang als Teil des Enjoy Jazz Festivals in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen. Dort spielen vom 22. bis 25. Oktober reihenweise ECM-Künstler, und ein Symposium behandelt die Bedeutung des Labels "für die Entwicklung des europäisch-amerikanischen Musikdialogs und für die Integration des zeitgenössischen Jazz und der zeitgenössischen E-Musik".
Auch Holozän wird auf der Leinwand eines Mannheimer Kinos zu sehen sein. Ohne den Veranstaltern des Symposiums zu nahe treten zu wollen: Man wird im Film wohl mehr über ECM erfahren als in jedem noch so klugen Vortrag.



~ Thomas Staiber

Deko Füller
Familienbild