Artikel geschrieben am: 23.11.10
Als der amerikanische Jazz-Posaunist Bobby Burgess vor fünf Jahren starb, beschlossen die Musiker seines 1985 in Stuttgart gegründeten Orchesters spontan, die Big-Band weiterleben zu lassen. Im Sinne von Burgess, ihrer lässigen Vaterfigur, der sie schon zu Lebzeiten Cole Porters „My Heart Belongs To Daddy“ gewidmet hatten.
Die Bobby-Burgess-Big-Band läuft nach wie vor geschmiert wie ein starker großhubiger Motor: zugkräftig, druckvoll, präzis. Unter der Ägide von Altsaxophonist Klaus Graf wird die Kunst des Big-Band-Spiels energisch vorangetrieben. „It must schwing!“, pflegte Burgess bei den Proben, stets den Kaugummi im Mund, zu sagen. Die Besetzungsliste der vehement swingenden BBBB liest sich wie ein „Who Is Who“ des deutschen Jazz. Sie reicht von Tenorsaxophonist Paul Heller (Köln) bis zu Holger Nell, dem vorzüglichen Drummer aus Berlin, vom Kölner Steffen Schorn (Baritonsax) zum Frankfurter Trompeter Stephan Zimmermann. Lauter exzellente Arrangeure, erfolgreiche Bandleader, gestandene Profis, begehrte Studiomusiker, Jazzpreisträger. Dazu gesellen sich hochkarätige Gäste aus Europa und den USA wie Don Menza, Bobby Shew oder Claudio Roditi.
Vom ersten Ton an entsteht dabei eine sehr dichte Konzertatmosphäre. Das Publikum lässt sich von der enormen Wucht dieses 17-köpfigen Klangkörpers mittragen, kann in Klangbädern schwelgen, sich von inspirierten Solisten faszinieren und beantwortet die unbändige Spielfreude der Musiker mit begeistertem Applaus.
Am 13. Februar um 20 Uhr eröffnet die Bobby Burgess Big Band eine Reihe regelmäßiger Konzertauftritte in der „Lokalität Rosenau“ (Rotebühlstr. 109, Vorreservierung: Tel. 6619020), deren kleine Bühne ansonsten von Komödianten, Kabarettisten und den Protagonisten des kultigen Poetry Slam bevölkert wird. In Zukunft fungiert diese Bühne auch als Band-Stand für eine der besten Mainstream-Jazz-Kapellen Europas.
~ Thomas Staiber
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