Artikel geschrieben am: 01.01.70
jazzopen nights stuttgart: DePhazz & hr-Bigband
Gustav-Siegle-Haus
Von Professor Theodor Fischer 1910-12 nach romantisch-lyrischer Art erbaut. 1944 ausgebombt. 1953-54 von Professor Martin Elsaesser, einem Schüler Fischers, weitgehend in Fischers Stil wiederhergestellt (in Formen der deutschen Renaissance und des Barock).Es gibt einen großen Saal mit 498 Plätzen und einen kleinen mit 155 Plätzen. Die "Philharmonie Gustav-Siegle-Haus" ist Sitz der Stuttgarter Philharmoniker, des Jazzclub BIX und von Kunstbezirk - Galerie im Gustav-Siegle-Haus. Der württembergische Innenminister Johann von Pischek, Leiter der Stiftung und Freund Gustav Siegles, erklärte in seiner Einweihungsrede, das Gustav-Siegle-Haus solle „den Angehörigen der weitesten Kreise des Volkes den Zugang zu gediegener Bildung des Geistes und des Herzens erleichtern und eröffnen, und so ihrem Leben erhöhten Wert und erhöhte Freude verschaffen“. Erwin Lehn mit Bigband, Gentle Giant, das Electric Light Orchestra, Kraan oder Amon D��l f�llten damals den Saal bis auf den letzten Platz.
Lounge-Musik ist keine Genrebezeichnung, sondern eine immer wieder von der Musikindustrie verwendete Sammelbezeichnung verschiedener Stile. Lounge-Musik beinhaltet sowohl elektronische als auch akustische Musikstile. Die Bandbreite reicht von elektronischen Varianten (von Ambient und Trip Hop, über ruhigere Spielformen des House sowie Mischformen wie Acid Jazz, Nu Jazz und dem neueren Electrotango) bis zu älteren Stilen wie Jazz und Easy Listening. In neueren, der Lounge-Musik zugeordneten Genres findet man viele Elemente traditioneller regionaler Musikstile, beispielsweise Rhythmen oder typische Vocals aus der lateinamerikanischen und afrikanischen Musik.
Lounge-Welle der frühen 2000er [Bearbeiten]
Heute verbindet man den Begriff vor allem mit der letzten Lounge-Welle, die von der Musikindustrie in den frühen 2000er Jahren ausgelöst wurde. Langsamere elektronische Stilarten waren zu dieser Zeit relativ populär geworden, so dass es sich für Plattenfirmen als lukrativ erweisen sollte, eine Vielzahl an Compilations unter dieser Bezeichnung oder Einordnung auf den Markt zu bringen.
Als Lounge [laʊndʒ] (von engl. lounge = Aufenthaltsraum) bezeichnet man einen exklusiven Warteraum für Reisende vor allem in Flughäfen und Bahnhöfen. Auch in modernen, großen Stadien sind Lounges teilweise zu finden.
Als Lounge oder Lobby werden auch Rezeptionsbereiche und Empfangsräume in Hotels bezeichnet. Ebenso wird Lounge als Begriff für Bars mit ruhiger Atmosphäre verwendet.
Allgemeines [Bearbeiten]
Lounges sollen den Gästen die Zeit bis zur Weiterreise oder den Aufenthalt möglichst angenehm machen.
Im Rahmen der Konzertreihe "Jazzopen nights stuttgart" präsentiert die Opus GmbH am Freitag, 6. März, die Heidelberger Lounge-Jazz-Band DePhazz zusammen mit der hr-Bigband.
DePhazz. Foto: Opus GmbH
Für das 10-jährige Bühnenjubiläum haben sich DePhazz - kurz für: Destination Phuture Jazz - etwas ganz Besonderes ausgedacht: Zusammen mit der hr-Bigband wurde nicht nur ein Best-of-Programm erarbeitet, das die größten Erfolge von DePhazz im Bigband-Sound arrangiert vorstellt und als Album erhältlich macht, sondern auch eine Tour mit dieser äußerst traditionsreichen Bigband auf die Beine gestellt, die sich mit fantasievoller Programmgestaltung, hochkarätigen Musikern und Aufsehen erregenden Projekten in die Champions League des großorchestralen Jazz emporgearbeitet hat und heute als eines der innovativsten Jazzensembles in Deutschland gilt.
Mal experimentell, mal popig leicht, immer aber mit der Liebe zur Originalität erwarb sich DePhazz den Beinamen »Godfathers of Lounge«. Im deutschen Fernsehen vergeht kein Tag, an dem nicht ein Magazinbeitrag mit DePhazz-Musik unterlegt ist. Werbe-Jingles (Mitsubishi, Motorola US, Garnier, Ferrero, Renault, Martini u. v. m.) verbreiten den originellen DePhazz-Sound weltweit. »Big« ist nun ein »Somehow Greatest Hits«-Album. Mit der Bigband des hessischen Rundfunk / Frankfurt spielte man eine Auswahl von Liedern der ersten fünf Alben neu ein. Mehr als andere DePhazz-Produktionen wird »Big« geprägt von den beiden Sängern Pat Appleton und Karl Frierson, wieder begleitet von Gründungsmitglied Otto Engelhardt an der Posaune. Produzent Pit Baumgartner verzichtet bei »Big« weitgehend auf elektronische Kollagen und folgt dem analogen Klangspektrum und den Arrangements der Radio Bigband Frankfurt unter Leitung von Jörg Achim Keller. Dadurch entfalten die Lieder einen neuen unwiderstehlichen Charakter.
In großen Lettern, mit großer Besetzung sind sie nun wieder da, die Funkbastler der Nation. DePhazz liefern hier um den Bigbandsoundkörper bereichert Musik ab, vom lauen Frühlingswind bis zum stürmischen Wellengang der Karibik. Dass es sich bei den Stücken von "BIG" um Neuinterpretationen ihrer besten und erfolgreichsten Hits handelt, fällt erst beim zweiten Hinhören auf.
dieses Album ist aus einem Guss – trotz der in mehreren Sprachen gesungen Texte, trotz der Eigenständigkeit jedes einzelnen Tracks. Da reiht sich perlender Slowfunk an Karibikfeel, dann wieder Jazz-Pop an Loungemusik. Dass hier DePhazz-Mastermind Pit Baumgartner mit von der Partie sein würde, ebenso wie Pat Appleton, Karl Frierson und Barbara Lahr, war sowieso klar.
Hier holten sie sich gleich noch die ganze HR-Bigband unter Jörg Achim Keller mit an Bord (unter ihrem internationalen Namen Radio Big Band Frankfurt). An der Solo-Posaune glänzt Otto Engelhardt, der gleichzeitig auch als "Musical Director" fungiert. Erwähnt werden muss an dieser Stelle auch Gitarrist Adax Dörsam (bei "Something Special") und Sänger Skaramucci, der "Jeunesse Dorée"und dessen Dub-Mix seine Stimme leiht.
Diese CD ist eine runde (was Wunder) und große Sache – "think big" sozusagen in seiner schönsten Form. Auch bunt schön, weil: Man könnte die Innenseite des aufgeklappten CD-Covers wie ein Bild an die Wand hängen. Oder nostalgisch schön: Man kann "Mambo Craze" b/w "Jazz Music" auch als Vinyl-Single erwerben – lohnt sich. Apropos, dies ist kein Werbetext. Die Musik fiel sozusagen auf ehrlich begeisterten Boden.
Carina Prange
Stuttgart - "Big" heißt das neunte Album des Heidelberger Popjazz-Projekts De-Phazz. Nach einer Entwicklung von Trip-Hop und Drum 'n' Bass hin zu Soul und Latin geht die Band mit Neuarrangements bekannter Hits in Zusammenarbeit der HR-Bigband einmal mehr neue Wege. Ein Gespräch mit Pit Baumgartner, dem musikalischen Kopf und De-Phazz-Gründer. Herr Baumgartner, können Sie sich noch an frühere Auftritte in Stuttgart erinnern?Aber ja. An ein überfülltes Konzert im Theaterhaus erinnere ich mich sehr gut. Das war einfach fantastisch.
Wie kamen Sie nun darauf, Ihre Lieder mit einer Bigband einzuspielen?Die Idee entstand von zwei Jahren. Wir gaben in Frankfurt zwei Konzerte mit der Bigband und fanden das so gut, dass wir uns entschieden haben, mehr daraus zu machen.Ihre neue CD beschreiben Sie als "gepflegten Blick zurück nach vorn". Wird sich die Zusammenarbeit mit der Bigband auch auf die musikalische Zukunft von De-Phazz auswirken? Wir bemühen uns stets darum, originell zu sein. Die Gelegenheit, unsere Lieder mit einer Bigband einzuspielen, gleicht einem Ritterschlag und bildet einfach einen weiteren Mosaikstein in der Vielfalt unserer Stücke. Auf der Bühne, wenn die wahren Meister mit ihren Instrumenten am Werk sein werden, halte ich mich mit elektronischen Elementen stark zurück. Nur phasenweise wird es da etwas von mir zu hören geben. Schließlich wäre es auch verwegen zu versuchen, gegen eine 20-köpfige Band anzustinken. Für uns ist es einfach fantastisch, in so einem Klangkörper zu stehen.Mehr von De-Phazz gibt's in unserer Printausgabe (6. März)
Sandra Funk
1997 heißt die Überraschung aus Deutschland Pit Baumgartner. Er veröffentlicht auf dem Neckarsulmer Label Mole sein Longplay-Debut "Detunized Gravity". 1999 folgt "Godsdog", und damit ein Stilwechsel, der sich deutlich von elektronischer Pop-Musik zwischen Trip Hop und Drum'n'Bass in Richtung Easy Listening vollzieht. "Es gab viele musikalische Richtungen, in die sich De-Phazz hätte entwickeln können", meint der Maestro, "ich habe mich für eine andere entschieden."
Die Resonanz auf "Godsdog" fällt zwar nicht so überschwänglich aus, wie man es nach "Detunized Gravity" erhofft hat. Die Platte erhält dennoch viel Beachtung, groovt auf einem hohem Level und bietet ein, zwei zeitlose Ohrwürmer.
2001 stellen De-Phazz mit "Death By Chocolate" ihr drittes Album und gleichzeitig den ersten Major-Release (Universal) vor. Mit feinem musikalischem Gespür lugt unter dem Mantel der Oberflächlichkeit, der dem Genre zuweilen anhaftet, qualitativ hochwertiger Easy Listening hervor. Baumgartner lässt seine Computer bemerkenswert gekonnt und viel Soul atmen. Die Fusion mit Live-Instrumenten und starken Stimmen gelingt perfekt.
Die vielen separaten Stile der Melange bleiben deutlich erkennbar: Dub, Jazz, Soul, Latin, Schlager, gepflegter Kitsch und Club-Grooves. "Wir bezeichnen diese verschiedenen Stile als Fenster, durch die wir schauen und Bekanntes und Neues entdecken", meint der ehemalige Hörspiel-Cutter Baumgartner.
Schon länger hat sich De-Phazz vom Mastermind-Projekt zur Band entwickelt, kistallisiert sich durch die zahllosen Live-Konzerte doch eine feste Besetzung heraus. Dazu gehören Pat Appleton (Voice), Karl Frierson (Voice), Otto Engelhardt (Posaune), Roy Randolp (Percussion) und Ex-Kraan-Drummer Jan Fride. Zeitweise bläst auch Joo Kraus (Trompete), der nach der Auflösung von Tab Two neue Wege sucht, für De-Phazz in sein Horn. Ein Jahr später erscheint "Daily Lama". Pits Tracks, an deren Entstehungprozess die Stammformation beteiligt ist, frönen dem bekannten Style-Mix, nehmen zuweilen aber Song-Charakter an und geben den Vocals mehr Gewicht. Appelton liefert mit dem Chanson-lastigen "Dummes Spiel" beispielsweise den ersten deutschen Text ab. Zuweilen kommt auch R'n'B ins Spiel. Baumgartners Ruf, organisch elektronische Musik zu kreieren, bringt ihm daneben Remix-Arbeiten ein (u.a. "Verve Remixed" oder "Morricone RMX"). Zudem hebt er das eigene Label "Phazz-a-delic" aus der Taufe. Sein erstes Solo-Signing, die Sängerin Barbara Lahr, ist öfters bei De-Pahzz zu Gast. Mit jeder Menge Gastmusikern auf dem Album kehren De-Phazz drei Jahre später mit "Natural Fake" auf die Bühne zurück. Die Platte wirkt in einigen Teilen rauer und setzt verstärkt Gitarren ein, sogar ein Crossover-Lick findet sich. Bei allem Sampler-Einsatz legen De-Phazz betont Wert auf ihre Live-Performance. Oder anders formuliert: sie werden immer mehr zur Live-Band - angesichts der Reihe exzellenter Musiker auch kein Problem. Auf der Tour zu "Natural Fake" schnallt sich Pit tatsächlich auch mal die Gitarre um und drängt den Anteil rechnergestützter Sounds weiter in den Hintergrund. Mit dem ersten Album für das eigene Label verkündet De-Phazz 2007 "einen rückschauenden Neuanfang". "Days Of Twang" heißt das Machwerk, und "dieses Mal muss der Rock'n'Roll zeigen, wie weit er sich biegen lässt bis er bricht", erklärt er. "Dieser Rock'n'Roll, diese Ansammlung von 'Twangs' im oberen Frequenzspektrum aus meinem Transistorradio (Marke Galaxy), war für mich der Einstieg in die Welt der Musik. Und da war noch eine Rechnung offen", fügt er, den Albumtitel erleuchtend, hinzu. Auf "Days Of Twang" kokettiert Pit Baumgartner erneut mit allem, was das Easy Listening-Herz höher schlagen lässt. Bossa Nova, Boogie, Country-Blues, Swing, Beat, Rock'n'Roll, Riddim-Grooves und Jazz - kein Style ist vor ihm sicher, selbst Elvis widmet er mit "Devil's Music" eine zarte Hommage. Mit von der DEstination PHuture JAZZ-Partie sind abermals seine vertrauten Weggefährten Barbara Lahr, Pat Appleton und Karl Frierson, die für die nötige Nonchalance sorgen.2008 erscheint mit "Tales Of Trust" ein Longplayer, mit dem Pit Baumgartner versucht, den lang ersehnten Nachfolger seines legendären ersten Albums zu liefern. Der inzwischen in der internationalen Musikszene bestens etablierte Baumgartner versieht "Tales Of Trust" mit dem unübersehbaren Sticker "This is not a De-Phazz"-Album. Mit einer Unmenge an Gästen, darunter Joo Kraus, Jan Fride und Thomas Siffling, produziert Baumgartner das neue Opus im Alleingang. Denn ein Leben abgesehen von De-Phazz ist dem Heidelberger wichtig. Deshalb arbeitet er 'nebenher' auch als Lounge-Radio-Programm-Macher für einen Istanbuler Sender, vertont Dokumentarfilme und Hörbücher und remixed sich durch die internationale Pop-Landschaft (u.a. Ella Fitzgerald, A-HA und Juli).
TRACKLISTING
The Mambo Craze
Jazz Music
Belle De Jour
Jim The Jin
Jeunesse Doree
Death By Chocolate
Something Special
Excoursion En Mer
Preachin’ To The Choir
Dummes Spiel
Heart Gallery
Jeunesse Dorée (Dub-Mix)
Dieses, das niegelnagelneue DE PHAZZ-Album mit dem „elefantösen“ Titel, ist eine weitere, aber sicher nicht die erste Großtat der Formation um den Produzenten Piiiiiiiiiiiiit Baumgartner. Und gleichzeitig ein gepflegter „Blick zurück nach vorn“, denn was es auf „Big“ zu hören gibt, ist eine ganz eigene Art Vergangenheitsbewältigung... Statt einer schnöden „Greatest Hits“-Kopplung kommen uns DE PHAZZ mit einer gepflegt selbstironischen Ansammlung von Neuinterpretationen ihrer besten und erfolgreichsten Songs, frei von der Leber weg eingespielt... und zwar, wie sich das für stilbewusste Menschen eben so gehört, zusammen mit einer waschechten Radio-Bigband... und zwar der des Hessischen Rundfunks unter Leitung von Jörg Achim Keller. Grandezza? Natürlich! Big things going on.Die „Godfathers of lounge“, wie DE PHAZZ augenzwinkernd auch gerne schon einmal genannt werden, haben seit ihrem ersten Longplayer „Detunized Gravity“ anno 1997 und dem dazugehörigen Top 50-Titel „Hero dead & gone“ eine mehr als beeindruckende „Karriere“ hingelegt. Während das zweite Werk „Godsdog“ mit der Single „The Mambo Craze“ noch vergleichsweise eher im internationalen TripHop-Untergrund für mächtig Furore sorgte, landeten die beiden Folge-Alben „death by chocolate“ und „Daily Lama“ locker in den Top20-Albumcharts und wurden in gleich mehreren Kategorien für den deutschen Musikpreis ECHO nominiert. Gleichzeitig sorgten stetig wachsende Verkaufszahlen sowohl im näheren als auch im ferneren Ausland sowie eine Menge gefeierter Konzertreisen für eine breite Wahrnehmung auf globalem Level. DE PHAZZ war ohne Identitätsverlust und auf ganz eigene Art im Popkultur-Mainstream angekommen... geschickterweise hatte man simultan mit dem eigenen Label „Phazzadelic“ ein eigenes und auf allen Ebenen selbstkontrolliertes Outlet etablieren können. Spätestens seit dem letztjährigen Longplayer „Days of twang“ wurde DE PHAZZ weltweit als beständig feste Größe wahrgenommen... und eben diese Größe galt es nun auf „Big“ in Szene zu setzen. „Getrieben von der Originalität ist dieses Album eher ein Innehalten und zurückblicken“ lässt Bandleader Pit Baumgartner verlauten, „...wobei die BigBand-Arrangements unsere Musik sicherlich adeln.“ Mehr noch als auf allen anderen Produktionen zuvor prägen die langjährigen DE PHAZZ -Vokalisten Pat Appleton und Karl Frierson das musikalische Geschehen auf „Big“... und selbstverständlich ist auch Trademarksound-Posaunist (und Gründungsmitglied) Otto Engelhardt wieder mit von der Partie. Produzent Pit Baumgartner verzichtet auf “BIG“ weit gehend auf elektronische Collagen, sondern folgt dem analogen Klangspektrum und den Arrangements der Radio Bigband Frankfurt unter Leitung von Jörg Achim Keller. Kein Wunder also, dass alle Songs auf „Big“ ein sehr stylishes Eigenleben entwickeln und das große Potenzial der DE PHAZZ -Originale in alle möglichen Richtungen erweitern. Und somit wird auch für „Big“ wieder eine typische DE PHAZZ-Parole ausgegeben, die natürlich irgendwie augenzwinkernd ironisch, aber auch quasi selbsterfüllend ist: „Hit happens!“. Die langlebigen Dickhäuter mit entsprechendem Stehvermögen auf dem Cover-Artwork von „Big“ sind also ganz sicher nicht zufällig gewählt... Große Tiere werfen lange Schatten. P.S.: Zu diesem speziellen Album wird es natürlich auch eine entsprechende Tour mit BigBand geben. Geplant sind mehrere Konzerte in Deutschland (März 09), in der Ukraine bzw. Russland und in Asien.Alles begann mit einem gemeinsamen Live-Auftritt bei hr3@night 2006. Nach erneuten Studio-Aufnahmen und einem gründlichen Remix durch Pit Baumgartner liegt nun das Resultat vor. Die "Greatest Hits" von Deutschlands erfolgreichster Lounge-Jazz-Formation in neuen, großen Kleidern: "Big".
De-Phazz & The Radio Bigband Frankfurt Big
Pat Appleton, voc Karl Frierson, voc Barbara Lahr, voc Otto Engelhardt, tb Pit Baumgartner, programming, edit Adax Dörsam, add. guit. Skaramucci, voc hr-Bigband, cond. by Jörg Achim Keller Phazz-A-Delic Phazz 040 Gesamtdauer 55:56
Das neue DePhazz-Album mit dem "elefantösen" Titel, ist eine weitere, aber sicher nicht die erste Großtat der Formation um den Produzenten Pit Baumgartner. Und gleichzeitig ein gepflegter "Blick zurück nach vorn", denn was es auf "Big" zu hören gibt, ist eine ganz eigene Art Vergangenheitsbewältigung... Statt einer schnöden "Greatest Hits"-Kopplung kommen DePhazz mit einer gepflegt selbstironischen Ansammlung von Neuinterpretationen ihrer besten und erfolgreichsten Songs, frei von der Leber weg eingespielt mit der hr-Bigband unter Leitung von Jörg Achim Keller. Grandezza? Natürlich! Big things going on. Die "Godfathers of lounge", wie DePhazz augenzwinkernd auch gerne schon einmal genannt werden, haben seit ihrem ersten Longplayer "Detunized Gravity" anno 1997 und dem dazugehörigen Top 50-Titel "Hero dead & gone" eine mehr als beeindruckende Karriere hingelegt. Während das zweite Werk "Godsdog" mit der Single "The Mambo Craze" nur im internationalen TripHop-Untergrund für Furore sorgte, landeten die beiden Folge-Alben "death by chocolate" und "Daily Lama" in den Top20-Albumcharts und wurden in gleich mehreren Kategorien für den deutschen Musikpreis ECHO nominiert. Gleichzeitig sorgten stetig wachsende Verkaufszahlen sowohl im näheren als auch im ferneren Ausland sowie eine Menge gefeierter Konzertreisen für eine breite Wahrnehmung auf globalem Level. De Phazz war ohne Identitätsverlust und auf ganz eigene Art im Popkultur-Mainstream angekommen... geschickterweise hatte man simultan mit dem eigenen Label "Phazzadelic" ein eigenes und auf allen Ebenen selbstkontrolliertes Outlet etablieren können.
DePhazz
Spätestens seit dem letztjährigen Longplayer "Days of twang" wird DePhazz weltweit als beständig feste Größe wahrgenommen... und eben diese Größe galt es nun auf „Big“ in Szene zu setzen. "Getrieben von der Originalität ist dieses Album eher ein Innehalten und zurückblicken" lässt Bandleader Pit Baumgartner verlauten, "...wobei die BigBand-Arrangements unsere Musik sicherlich adeln." Mehr noch als auf allen anderen Produktionen zuvor prägen die langjährigen DePhazz-Vokalisten Pat Appleton und Karl Frierson das musikalische Geschehen auf "Big"... und selbstverständlich ist auch Trademarksound-Posaunist (und Gründungsmitglied) Otto Engelhardt wieder mit von der Partie. Produzent Pit Baumgartner verzichtet auf "BIG" weitgehend auf elektronische Collagen, sondern folgt dem analogen Klangspektrum und den Arrangements der hr-Bigband unter Leitung von Jörg Achim Keller. Kein Wunder also, dass alle Songs auf "Big" ein stylishes Eigenleben entwickeln und das große Potenzial der DePhazz-Originale in alle möglichen Richtungen erweitern. Und somit wird auch für "Big" wieder eine typische DePhazz-Parole ausgegeben, die natürlich irgendwie augenzwinkernd ironisch, aber auch quasi selbsterfüllend ist: "Hit happens!". Die langlebigen Dickhäuter mit entsprechendem Stehvermögen auf dem Cover-Artwork von "Big" sind also ganz sicher nicht zufällig gewählt... Große Tiere werfen lange Schatten.
jazzopen nights stuttgart: German Jazz Masters
Im Rahmen der Konzertreihe "Jazzopen nights stuttgart" präsentiert die Opus GmbH am Samstag, 7. März, das Bandprojekt German Jazz Masters mit Klaus Doldinger, Manfred Schoof und Wolfgang Dauner.
German Jazz Masters. Foto: Opus GmbH
Wenn ein Bandprojekt den Namen "German Jazz Masters" verdient, dann dieses Gipfeltreffen von Klaus Doldinger, Manfred Schoof und Wolfgang Dauner zusammen mit dem Bassisten Wolfgang Schmid und Meinhard "Obi" Jenne am Schlagzeug.Der erfolgreichste deutschen Jazzmusiker, Doldinger, oft als "schwärzester weißer" Saxofonist tituliert, ist bekannt als Gründer von Passport sowie als Komponist der Titelmelodie von "Tatort" und des Soundtracks von "Das Boot". Manfred Schoof, der große Romantiker unter den deutschen Jazztrompetern, der auch als wichtiger Wegbereiter des Freejazz in Deutschland gilt, wurde bekannt als Mitglied des Gunter-Hampel-Quintetts und in Alexander von Schlippenbachs Globe Unity Orchestra sowie durch seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie George Russell, Gil Evans, Stan Getz oder Mal Waldron. Stuttgarts bedeutendster Jazzer Wolfgang Dauner war mit seiner Formation Et Cetera ein Pionier des elektronischen Avantgarde-Jazz und gründete 1975 das United Jazz & Rock Ensemble.
GERMAN JAZZ MASTERS
Wer glaubt, hier wird zuviel versprochen, irrt: Wenn ein Bandprojekt den Namen German Jazz Masters verdient, dann dieses Gipfeltreffen von Klaus Doldinger, dem erfolgreichsten deutschen Jazzmusiker, oft als „schwärzester weißer“ Saxofonist tituliert, bekannt als Gründer von Passport sowie als Komponist der Titelmelodie von „Tatort“ und des Soundtracks von „Das Boot“, Manfred Schoof, dem großen Romantiker unter den deutschen Jazztrompetern, der auch als wichtiger Wegbereiter des Freejazz in Deutschland gilt – insbesondere sein Album „Scales“ ist ein Schlüsselwerk dieser Epoche –, bekannt geworden als Mitglied des Gunter-Hampel-Quintetts und in Alexander von Schlippenbachs Globe Unity Orchestra sowie durch seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie George Russell, Gil Evans, Stan Getz oder Mal Waldron, sowie Stuttgarts bedeutendstem Jazzer Wolfgang Dauner, der mit seiner Formation Et Cetera ein Pionier des elektronischen Avantgarde-Jazz war und 1975 das United Jazz & Rock Ensemble gründete. Jeder von ihnen hat Geschichte geschrieben, jeder war in seinem Genre eine stilbildende Größe, hat als Bandleader mit eigenen Combos unzählige brillante Alben produziert oder als Botschafter des deutschen Jazz unzählige Konzerten im In- und Ausland gegeben. Nachdem die All-Star-Formation 2005 den Verlust von Albert Mangelsdorff zu verschmerzen hatte, erhielt die Band erst jüngst wieder Verstärkung: Mit dem bekannten Bassisten Wolfgang Schmid, unter anderem Gründungsmitglied von Passport und mit eigenen Combos wie Wolfhound, Paradox (mit Billy Cobham) oder KICK über Jahrzehnte erfolgreich, und Meinhard ’Obi’ Jenne am Schlagzeug, der bereits mit Musikern wie Art Farmer, Jimmy Woode, Benny Golson, Ack van Rooyen, Chuck Berry, den Pointer Sisters, Les McCann, Cecile Verny, Max Greger Jr., Bill Ramsey oder Kenny Wheeler gearbeitet hat und künstlerischer Leiter der Porsche Big Band Stuttgart ist, werden die German Jazz Masters nun auch von einer Stuttgarter Rhythmusgruppe angetrieben. Nach wie vor gilt also: Die German Jazz Masters sind die verbindliche Quersumme des deutschen Jazz.
Der Titel dieser Aufnahme ist absolut unzweideutig. Es handelt sich in der Tat um ein Treffen von sechs alten
Freunden. Von Gleichgesinnten und dennoch konträren Charakteren. Von Brüdern im Geiste mit völlig
unterschiedlichen Zielen. Von Idealisten, die stets für ihre ureigene Sache kämpfen. Von Überlebenskünstlern und
mutigen Visionären, von Konkurrenten und Partnern, Einzelgängern und Teamplayern, von Leidensgenossen und
Triumphatoren. Ein Treffen von sechs deutschen Jazzmusikern. Vielleicht den besten, die Deutschland je
hervorgebracht hat.
Wenn ein Bandprojekt den Namen „German Jazz Masters” verdient, dann dieses Gipfeltreffen von Albert
Mangelsdorff, Klaus Doldinger, Manfred Schoof, Wolfgang Dauner, Eberhard Weber und Wolfgang Haffner. Jeder von
ihnen hat Jazz-Geschichte geschrieben, jeder war in seinem Genre eine stilbildende Größe, hat als Bandleader mit
eigenen Gruppen unzählige brillante Alben produziert oder als Botschafter des deutschen Jazz Tausende von Konzerten
im In - und Ausland gegeben. Und nun standen sie zum ersten Mal gemeinsam in den Bauer Studios in Ludwigsburg,
um für ACT ein sehr bemerkenswertes Album einzuspielen. Mitnichten ein übliches Allstar-Projekt. Hier handelt es sich
vielmehr um ein ebenso befreites wie inspiriertes Musizieren auf der Basis wechselseitiger, fluktuierender Impulse, völlig
ohne Platzgerangel.
Um die zwingende, längst überfällige Notwendigkeit wahr werden zu lassen, bedurfte es einer glücklichen Fügung.
Beim Geburtstagskonzert von Manfred Schoof, am 6. April 1996 in der Kölner Philharmonie, standen die sechs zum
ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Obwohl jeder schon mal irgendwann mit einem der anderen irgendwo
zusammen gespielt hatte, empfanden Mangelsdorff, Doldinger, Schoof, Dauner, Weber und Haffner diesen Abend als
etwas ganz Besonderes und beschlossen bei passender Gelegenheit eine Wiederholung. Es folgten Einladungen zu
vielen Festivals und Konzerten, im Dezember 1999 ging es auf Tournee in die USA. Das Ereignis wurde von Joachim
Dennhardt auch für die ARD/WDR als TV - Sendung produziert. Die außergewöhnlich positiven Reaktionen darauf,
ermunterten die „German Jazz Masters“, das Angebot von Siggi Loch zu akzeptieren und gemeinsam ins Studio zu
gehen. Das Ergebnis dieser fruchtbaren Kollaboration liegt nun in Form dieser CD vor. Im Herbst 2000 folgt eine
größere Tournee.
„Old Friends”: das ist die eindrucksvolle Bestandsaufnahme dessen, was herausragende Musiker in 40 Jahren
entwickeln, weiterführen, perfektionieren und schließlich zur Ultima Ratio zusammenführen können. Eine verbindliche
Quersumme des deutschen Jazz.
Hier handelt es sich vielmehr um ein ebenso
bereites wie inspiriertes Musizieren auf der Basis wechselseitiger, fluktuierender Impulse,
völlig ohne Platzgerangel.
Jedermann weiß aber auch, dass die Jazz Masters und mit ihnen die internationale Jazz-
Szene einen nicht zu überwindenden Verlust hinnehmen mussten. Mit-Initiator des
Projektes und Gründungsmitglied der Band Albert Mangelsdorff starb kürzlich nach langer,
schwerer Krankheit. Mit ihm gingen sein unnachahmlicher Stil, seine Begeisterung und
Inspiration für das gemeinsame Projekt der "alten Freunde", ein essentieller Bestandteil
des musikalischen und menschlichen Gesamtbildes der Band, schlichtweg unersetzlich
eben. Seine Energie und Kraft jedoch sind bleibend und finden Ausdruck in seinen Werken,
leben weiter in diesen und auch in der Erinnerung der Jazz Masters. Die Erinnerung
wachzuhalten beim Publikum der Jazz Masters ist der Band ein Anliegen, welches sie
zielgerichtet verfolgen will mit einem "Tribute To Albert", der einen großen Anteil des
neuen Programms einnehmen wird. Seine Werke neu zu interpretieren und doch in seinem
Sinne zu gestalten macht sich die Band hierin zur Aufgabe, neugierig und weise zugleich,
wie er selbst eben war, in lebendiger Erinnerung an Albert Mangelsdorff, einen der größten
Posaunisten und Musiker, den die Welt je gesehen hat. In dieser Band "of Five" wird Albert
immer spielen.
"Old Friends" das ist die eindrucksvolle Bestandsaufnahme dessen, was herausragende
Musiker in 40 Jahren entwickeln, weiterführen, perfektionieren und schließlich zur Ultima
Ratio zusammenführen können. Eine verbindliche Quersumme des deutschen Jazz.
Klaus Doldinger, geboren 1936 in Berlin. Vielleicht der erfolgreichste deutsche
Jazzmusiker. Seine stilistisch vielseitige Entwicklung begann mit den Feetwarmers. Es
folgten Gruppen Oscars Trio, The Klaus Doldinger Quartet und führte 1971 zur Gründung
der legendären Jazzrockformation Passport, eine Band, die in wechselnden Bestzungen
noch heute besteht. Kommerzielle Erfolge auch unter Paul Nero und als Filkomponist (u. a.
"Das Boot", "Die Unendliche Geschichte"). Kritiker bezeichnen ihn gern als "schwärzesten
weißen" Saxofonisten. Neben vielen Auszeichnung auch Träger des Bundesverdienstkreuzes
und einem ECHO für das Lebenswerk.
Manfred Schoof, geboren 1936 in Magdeburg. Der große Romantiker unter den deutschen
Jazztrompetern, gilt auch als ein wichtiger Wegbereiter des Freejazz in Deutschland. Sein
Album "Scales" gilt als Schlüsselwerk. Zunächst als Mitglied des Gunter Hampel-Quintetts
oder Alexander von Schlippenbachs Globe Unity Orchestra, dann mit bahnbrechenden
eigenen Formationen. Spielte u. a. mit George Russell, Gil Evans, Stan Getz, Mal Waldron.
Professur an der Musikhochschule Köln. Wahlspruch: "Jazz ist die einzige Musik, die alles
absorbieren kann, was heute auf der Welt an klanglichen Ereignissen stattfindet."
Wolfgang Dauner, geboren 1935 in Stuttgart. Mit seiner Gruppe Et Cetera war er ein
Pionier des elektronischen Avantgarde-Jazz. Er gründete 1975 das United Jazz & Rock
Ensemble. Preisgekrönte Alben u. a. "The Break Even Point" und "Urschrei". Langjähriger
Partner von Eberhard Weber und Albert Mangelsdorff. Filmkomponist, Dauersieger in
europäischen Polis, Gast bei nahezu alle wichtigen Festivals. Spielte u. a. mit Gary Burton,
Larry Coryell, Chet Baker, Dave Holland.
~ Thomas Staiber
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