Artikel geschrieben am: 01.01.70

--- (Datei: Biondini-Godard-Reijseger)


   
Luciano Biondini - Akkordeon Ernst Reijseger - Cello Michel Godard - Tuba Mit dem Trio „Biondini / Reijseger / Godard“ präsentieren wir ein herausragendes akustisches Trio bei unserem traditionellen Jahreskonzert im Esslinger Münster St. Paul am Esslinger Marktplatz. Dem Stammpublikum von „Jazz in der Dieselstraße“ die Musiker vorzustellen, hieße Eulen nach Athen zu tragen, waren schließlich alle drei Musiker mit ihren eigenen Bands schon vielfältig in der Dieselstraße: zuletzt war es Luciano Biondini, der einen im Rahmen der „Esslinger Akkordeontage 2005“ zusammen mit seinem Partner Javier Girotto in den Bann italienischen Charms zog. Der niederländische Ausnahmecellist Ernst Reijseger begeisterte uns schon in den 80er-Jahren bei den „Esslinger Cellotagen“ und seither begleitet er unsere Jazzreihe zusammen mit Musikern wie Han Bennink, Simon Nabatov, Michael Moore oder Gerry Hemingway in steter Abfolge herausragender und nachhaltiger Konzerte. Michel Godard war zuletzt im Rahmen der „Landesjazzfestivals“ im Esslinger Jazzkeller an der Seite von Patrick Bebelaar zu hören, nachdem er mit Größen wie Christof Lauer, Wolfgang Puschnig oder Pierre Favre schon öfter in der Dieselstraße gastiert hatte.
     
Biondini / Reijseger / Godard (It./NL/F)
   
Jazz im Münster St. Paul , 11.4.2008, 20h
     
     


 Luciano Biondini (* 1971 in Spoleto) ist ein italienischer Jazz-Akkordeonist.
Biondini studierte ab dem zehnten Lebensjahr klassisches Akkordeon und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen wie die Trophée Mondial de l'Accordéon, den Premio Internazionale di Castelfidardo, den Premio "Luciano Fancelli" und den Premio Internazionale di Recanati.
1994 wandte er sich der Jazzmusik zu und trat mit Musikern wie Rabih Abou-Khalil, Dave Bargeron, Michel Godard, Battista Lena, Gabriele Mirabassi, Enrico Rava, Tony Scott, Mike Turk, Ares Tavolazzi, Roberto Ottaviano, Maarten van der Grinten, Martin Classen und Enzo Pietropaoli auf. Regelmäßig arbeitet er im Duo mit dem argentinischen Saxophonisten und Klarinettisten Javier Girotto.
Diskographie [Bearbeiten]
Terra Madre mit Javier Girotto, 2005
Prima del Cuore, 2007
Ernst Reijseger (* 13. November 1954 in Bussum) ist ein niederländischer Cellist. Er spielt sowohl Avantgarde Jazz, Neue Musik und improvisierte Musik.

Reijseger begann mit 8 Jahren, auf dem Cello zu spielen. Er wurde von Anner Bijlsma unterrichtet. Seit den frühen 1970ern richtete sich sein Interesse auf die Improvisation. Dabei sammelte er unter anderem mit Derek Bailey, Martin van Duynhoven und Gerry Hemingway einschlägige Erfahrungen. Mit Burton Greene, Sean Bergin und mit Tanz- und Theatergruppen trat er in Europa auf. Währen der 1980er spielte er im Amsterdam String Trio, im Theo Loevendie Consort, im Septett von Guus Janssen, dem Arcado String Trio und im Orchester des Instant Composers Pool.
Ende der 1980er gründete Reijseger zusammen mit Saxophonist Michael Moore und Drummer Han Bennink das Clusone Trio, mit dem er 6 CDs einspielte; daneben trat er auch mit Joëlle Léandre, Albert Mangelsdorff, Louis Sclavis, Georg Gräwe, Simon Nabatov, Ig Henneman, Boi Akih, Trilok Gurtu und Mola Sylla auf. Auch war er an verschiedenen Weltmusik-Projekten mit Musikern aus Sardinien, der Türkei, dem Iran, den Molukken oder aus Argentinien beteiligt.
Reijseger hat in den letzten Jahren auch Filmmusik geschrieben, insbesondere für Filme von Werner Herzog.
Auszeichnungen [Bearbeiten]
1985 wurde Reijseger mit dem Boy-Edgar-Preis ausgezeichnet. 1995 erhielt er auf dem North Sea Jazz Festival den Bird Award.
Filmmusiken [Bearbeiten]
2005 - The Wild Blue Yonder (mit Mola Sylla)
2004 - The White Diamond

Michel Godard (* 1960 in Héricourt, Haute-Saône) ist ein französischer Jazzmusiker (Tuba und Serpent)
Michel Godard studierte klassische Musik (Trompete) am Musikkonservatorium in Besançon und Paris. Auf der Suche nach Einspielungen von Musik mit Tuba stieß der auf die Schallplatte „Bush Baby“ mit Bob Stewart, Tuba, und Arthur Blythe (Saxofon). Nach Godards Bericht war das der Einstieg in den Jazz und die Improvisierte Musik. Er war von 1988 an Mitglied des Philharmonischen Orchesters von Radio France. Von 1989 bis 1991 spielte Godard im Orchestre National de Jazz unter Claude Barthélémy. Weiterhin gehörte er verschiedenen weiteren Ensembles an wie dem Französischen National Orchester, dem Ensemble Musique Vivante, dem Ensemble Jacques Moderne, dem Ancient Music Ensemble La Venice und „XVIII-21Musique de Lumieres“ und dem „Arban Chamber Brass" Quintett.
Michel Godard ist heute ein besonders profilierter europäischer Jazzmusiker, der als einer der ersten auf der Tuba mehrstimmige Spieltechniken (Multiphonics) einsetzte, auch zeitgenössische und Alte Musik spielt und in sehr unterschiedlichen Ensembles und Besetzungen auftritt sowie Platten aufnimmt. Zunächst bekannt wurde Godard durch seine Zusammenarbeit mit seinem ebenfalls Tuba spielenden Landsmann Marc Steckar in dem Tuba-Jazzensemble Steckar Tubapack. Ungewöhnlich ist, dass Godard außer der Tuba auch Serpent, den Vorläufer der Tuba, (seit 1979) spielt. Aktuell spielt Godard u.a. in der Gruppe des aus dem Libanon stammenden Ud-Spielers Rabih Abou-Khalil und einem Quartett mit dem amerikanischen Tuba-Virtuosen Dave Bargeron (bekannt u.a. durch seine Zusammenarbeit mit der Rock-Bigband Blood, Sweat & Tears).
Michel Godard lebt im Städtchen Monthyon (bei Meaux, Frankreich).
Diskografie (Auswahl) [Bearbeiten]
1983 Steckar Tubapack: Turbanisation
1987 Michel Godard/Jean-Marc Padovani: Comédy (u.a. mit dem Arban Concert Brass Ensemble und Bob Stewart)
1988 Arban Concert Brass Ensemble: The Music of Scott Joplin & Claude Bolling
1989 Michel Godard: Le Chant du Serpent; Louis Sclavis Septet: Chamber Music
1991 Valentin Clastrier: Hérésie
1992 Michael Riessler: Héloise;
1993 Klaus König: The Song Of Songs
1994 Clastrier/Godard/Matinier/Riessler/Rizzo/Siracusa: Le Bûcher des Silences; Michel Godard: Aborigène;
1995 Orchestra Improvista: Nino Rota... Fellini; Enrico Rava: Carmen
1996 Rabih Abou-Khalil: Arabian Waltz
1997 Sylvie Courvoisier: Ocre; La Banda; Linda Sharrock, Michel Godard, Wolfgang Puschnig: Dream Weavers
1998 Michel Godard: Sous Les Voutes, Le Serpent...
1999 Christof Lauer: Fragile Network
2000 Michel Godard: Castel del Monte; Nancy Houston: Peregrinations Goldberg
2001 Dave Bargeron / Michel Godard: Tuba Tuba
2002 Michel Godard: Castel del Monte II: Pietre di Luce
2003 Michel Godard / Dave Bargeron: TubaTubaTu
2004 Pierre Favre with ARTE Quartett & Michel Godard: Saxophones; Freddy Eichelberger, Michel Godard, Ludus Modalis: Une Messe pour la Saint-Michel & tous les saints anges
2005: Michel Godard: Cousins Germains (mit Wolfgang Puschnig, Herbert Joos u.a.); Lucilla Galeazzi - Vincent Courtois - Michel Godard: Trio Rouge
2006: Lauer/Godard/Husband: Blues in Mind
2007: Abou-Khalil/Dabaghyan/Godard/Cagwin: Songs for Sad Women

 
   

~ Thomas Staiber

Deko Füller
Familienbild