Artikel geschrieben am: 30.04.10

--- (Datei: Berglund 30.4.2010)

Berglund, Dan: Tonbruket. 30.4.2010, Theaterhaus, T 2
Flageoletts öffnen die Grundtöne des Kontrabasses von Dan Berglund und verleihen ihnen Leichtigkeit. Mit einer akustischen Gitarre skizziert Johan Lindström eine kleine Melodie, während Ersatzkeyboarder Thomas Hallonsten Synthesizerklänge schweben und Drummer Andreas Werliin die Becken rascheln lässt. Eine träumerische Stimmung breitet sich aus. Kunstnebel steigt auf. Doch gleich wird der Rhythmus laut und hart, die Energiekurve steigt, und die Töne sind entschieden, ja schneidend. Berglunds Quartett Tonbruket (deutsch: Klangatelier) bietet den gut hundert Besuchern ein vehementes Konzert, das unter weit geschwungenen Spannungsbögen Elemente von Ambient Jazz und Art Rock zusammenführt. Den Löwenanteil daran hat Gitarrist Johan Lindström, der sich mit seiner Pedal Steel Guitar am geschmeidigen Jazz von Bill Frisell ausrichtet, mit der E-Gitarre an der psychodelischen Saitenkunst eines Dave Gilmour von Pink Floyd. Berglund steuert mit seinem Tieftöner stoisch die Abläufe, der Keyboarder raut sie mit Sounds und Störgeräuschen à la Radiohead auf. Nur auf den Gesang verzichtet die Band.
Nach dem Unfalltod des Pianisten Esbjörn Svensson, der die Jazzwelt erschüttert hat, ist es seinem ehemaligen Bassisten Dan Berglund nun gelungen, Trauerarbeit in Spielfreude zu verwandeln. Mit Tonbruket wurde ein eigenständiges Projekt auf die Beine gestellt, ein ganz starkes Projekt, von dem noch zu hören sein wird.
Thomas Staiber






 

~ Thomas Staiber

Deko Füller
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